Dr. Thomas Schulze in Uniform

Ämter-Tausch für einen Tag: Bürgermeister als Kommandeur

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Beim Erfahrungsaustausch zum Abschluss des eintägigen Ämter-Tausches: Der Diepholzer Bürgermeister Dr. Thomas Schulze (links) in ungewohnter Bundeswehr-Uniform und Kommandeur Oberst Olaf Stöcker in Zivil.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Der Kommandeur in Zivil mit dunkelroter Krawatte der Stadt Diepholz, der Bürgermeister im Flecktarn-Kampfanzug: Oberst Olaf Stöcker, Standortältester und Kommandeur des Waffensystem-Unterstützungszentrums auf dem Fliegerhorst, und Dr. Thomas Schulze tauschten am Dienstag für einen Tag ihre Ämter.

Bei der Aktion im Vorfeld des „Tags der Bundeswehr“ am 10. Juni machten beide völlig neue Erfahrungen. Das Verhältnis zwischen Stadt und Bundeswehr ist in Diepholz traditionell bestens. Mit ihrem eintägigen Ämtertausch wollten sowohl Bürgermeister Dr. Thomas Schulze (56) als auch Oberst Stöcker (54) tiefere Einblicke in das Tätigkeitsfeld des jeweils anderen bekommen.

Für Schulze war das Tragen einer Uniform ganz neu: Er war nie Soldat gewesen. „Ich habe mich für den Zivildienst, aber nicht gegen die Bundeswehr entschieden“, sagte er. Ursprünglich hatte er beim Job-Tausch keine Uniform tragen sollen. Doch dann stand Oberst Stöcker am Vormittag zum vereinbarten Termin unerwartet mit dem „Grünzeug“ auf dem Arm im Rathaus. Die Größe hatte er vorher bei Schulzes Ehefrau erfragen lassen.

Zu Beginn wurden die Flaggen gehisst

Der Tausch-Tag begann mit einem Frühstück im Rathaus. Danach wurden die jeweiligen Flaggen vor dem Rathaus und auf dem Fliegerhorst gehisst. Der dabei in Uniform vor dem Rathaus stehende Thomas Schulze ließ Passanten etwas ungläubig schauen. Sie wurden schnell aufgeklärt.

Auf dem Fliegerhorst brachte der stellvertretende Kommandeur des Waffensystem-Unterstützungszentrums 2, Oberst Stephan Kramer, an Schulzes Uniform das Wappen des Waffensystemunterstützungszentrum 2 an – in diesem Fall „auf dem rechten Fleck“. Oberst Kramer: „Hiermit übergebe ich Ihnen unser Wappen, damit Sie uns immer im Herzen haben.“

Anschließend trug sich der „Kommandeur auf Zeit“ in das Gästebuch des Verbandes ein. Schulze besichtigte das Systemzentrum 21 („Hubschrauberwerft“) und das Materiallager Diepholz, für das auf dem Fliegerhorst viele neue Hallen gebaut worden sind

Mittagessen in der Truppenküche

Nach dem Mittagessen in der Truppenküche informierte Dr. Schulze eine „Standortrunde“ über die Entwicklung der Stadt Diepholz bis 2020, besichtigte danach das II. Objektschutzbataillon der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst mit dem dort laufenden Ausbildungsprojekt für syrische Flüchtlinge.

„Sie müssen eine besondere Begabung haben, Abkürzungen zu lernen“, fiel Schulze der Gebrauch von verkürzten Begriffen bei der Bundeswehr auf. Er zeigte sich beeindruckt von den vielen Tätigkeiten und Kommunikationsstrukturen der Streitkräfte.

Schulze führt mit der etwa 120 Mitarbeiter umfassenden Diepholzer Stadtverwaltung eine relativ kleine „Einheit“, die aber auch viele sehr unterschiedliche Aufgaben hat.

Oberst beeindruckt von der Stadtverwaltung

Davon war der „Bürgermeister des heutigen Tages“, Olaf Stöcker, seinerseits sehr beeindruckt. Dem Oberst unterstehen als Kommandeur des Waffensystem-Unterstützungszentrums 2 insgesamt 1.450 Soldaten und zivile Mitarbeiter an zehn Standorten – neben Diepholz beispielsweise auch in Ulm, Kaufbeuren, Trollenhagen und Mechernich.

Olaf Stöcker bekam Einblicke in die sehr verschiedenen Aufgaben und Termine eines Bürgermeisters. Begleitet von leitenden Verwaltungsmitarbeitern, besichtigte er – nach einer Teambesprechung im Rathaus – den städtischen Bauhof und das Klärwerk, sprach mit Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann, besuchte die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) und kam dort mit Präsident Prof. Dr. Ludger Bölke ins Gespräch. 

Nach einem kulturellen Termin mit einer Künstlerin im Rathaus und vor der Abschlussbesprechung auf dem Fliegerhorst pflanzte Stöcker dann noch einen Baum im Diepholzer Bürgerwald – zur Erinnerung an den für ihn „beeindruckenden Tag“, vor dem er doch etwas nervös gewesen sei.

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