Pläne des hauptamtlichen Vorstandes Schulze

Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung: Acht Millionen Euro für Projekte in der Region

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Der frühere Diepholzer Bürgermeister Dr. Thomas Schulze ist hauptamtlicher Vorstand der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung, ohne die es wichtige Bildungs- und Naturschutzeinrichtungen in der Region Diepholz wohl nicht gäbe.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Er hätte sein Geld, das er als erfolgreicher Unternehmer verdient hat, auch für andere Dinge ausgeben können. Für ein Leben mit Luxusjacht und Ruhestand im Jet Set beispielsweise. Doch das war nicht die Sache von Dr. Jürgen Ulderup (1910-1991).

Der Gründer der Lemförder Metallwaren (heute ZF) legte sein Vermögen in einer Stiftung an, die seine Ehefrau Irmgard Ulderup († 2011) später erweiterte und die sich damit zur zweitgrößten in Niedersachsen – nach der VW-Stiftung – entwickelt hat. Hauptamtlicher Vorstand der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung ist seit gut einem halben Jahr der frühere Diepholzer Bürgermeister Dr. Thomas Schulze. Er will die Bildungsangebote der Stiftung vergrößern, setzt auf mehr Offenheit und nannte im Gespräch mit unserer Zeitung auch Zahlen zum Stiftungsvermögen.

Die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung hat demnach ein Vermögen nach Buchwert von 320 Millionen Euro. An der ZF Friedrichshafen AG hält die Stiftung einen Anteil von 6,2 Prozent. „Ansonsten haben wir mit ZF nichts zu tun, das wird oft verwechselt“, erklärt Dr. Schulze. Aus Zinserträgen des Vermögens und Dividenden hat die Stiftung für laufende Programme und Projekte im Jahr 2018 etwa acht Millionen Euro zur Verfügung. Für größere Vorhaben bildet sie Rücklagen.

Die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung ist beispielsweise maßgeblicher Finanzier der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT, Diepholz/Vechta) und der Akademie, die in Diepholz berufliche Weiterbildung anbietet, sowie der Diepholzer „Wissenswerkstatt“ für Kinder.

Den Stiftungszweck hat Dr. Jürgen Ulderup klar festgelegt. Schwerpunkt ist die Aus- und Fortbildung von Fachkräften im technischen Bereich. „Die Menschen sollen in der ländlichen Region die gleichen Bildungschancen haben wie in der Großstadt“, beschreibt Schulze ein Ziel. Darüber hinaus fördert die Stiftung Naturschutz und Landschaftpflege – insbesondere durch ihre beiden Schäfereien im Rehdener Geestmoor. Auch vergibt sie Preise und Stipendien für Studenten technischer Studiengänge der Leibnitz Universität Hannover.

Dr. Thomas Schulze ist einer der beiden Vorstände der gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Als Vorsitzender kümmert sich um das operative Geschäft und die Vermögensverwaltung, während Vorstandsmitglied Prof. Dr. Olaf Werner (Jena) juristische Aufgaben übernimmt.

Sein Büro hat Schulze in direkter Nachbarschaft des Diepholzer Berufsbildungszentrums, das den Namen des Stiftungsgründers trägt, an der Schlesierstraße 13a. Wenige Meter entfernt ist die PHWT, die ohne die Stiftung vermutlich nicht gäbe. Schulze hat zwei Mitarbeiterinnen.

Der 57-jährige promovierte Volkswirt macht einen entspannten Eindruck. Er ist froh, nicht mehr so in der Öffentlichkeit zu stehen wie als Bürgermeister. Auch findet er es als sehr angenehm, dass Diskussionen, die er mit dem Kuratorium der Stiftung führt, ausschließlich sachlich und nicht politisch sind: „Das Wort .Partei‘ ist da noch nie gefallen.“

Seine Kontakte in der Region, die er in seiner Zeit als Kreisrat des Landkreises Diepholz und als Diepholzer Bürgermeister aufgebaut hat, kommen dem gebürtigen Osnabrücker weiter zugute.

Dr. Thomas Schulze war vorher schon nebenamtlich im Stiftungs-Vorstand. Das Kuratorium sah jedoch, dass die umfangreichen Aufgaben auf Dauer nur durch einen hauptamtlichen Vorstand zu leisten sind.

Schulze will die Stiftung öffnen, sie und ihre Arbeit, die derzeit aus 16 Projekten und Programmen besteht, bekannter machen. Konkret plant er ein Netzwerk „Schule und Technik“ rund um den Dümmer: Schulen sollen mit Unterstützung der Stiftung bessere Möglichkeiten für den Technikunterricht bekommen. Auch will Schulze die PHWT an beiden Standorten – Diepholz und Vechta – weiter voranbringen. 

So plant er beispielsweise, Absolventen eines PHWT-Master-Studiengangs die Möglichkeit zu bieten, in Zusammenarbeit mit der Leibniz-Universität Hannover eine Doktorarbeit zu schreiben. Die Weiterbildungsangebote der Akademie möchte Schulze um den Bereich „Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen“ erweitern: „Wir wollen Unternehmern und ihren Mitarbeitern auch in der Region rund um den Dümmer die Möglichkeit zu einer praxisorientierten Fortbildung geben.“

Druck hat Dr. Thomas Schulze dabei nicht: „Ich muss nichts verkaufen, kann aber Angebote machen.“ Von diesen Angeboten der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup-Stiftung profitiert die Region rund um den Dümmer seit Jahren – und in Zukunft vielleicht noch mehr.

www.ulderupstiftung.de

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