Abwechslungsreiches Programm beim Frühjahrskonzert des MGV Sankt Hülfe

Beim Radetzky-Marsch wackeln die Wände

+
Voller Inbrunst gab Friedrich Wiechering den Udo-Jürgens-Klassiker „Griechischer Wein“ zum Besten.

Sankt Hülfe - Von Reinhold Dufner. Der Männergesangverein Sankt Hülfe hatte am Sonntagnachmittag zu seinem elften Frühjahrskonzert ins Hotel Castendieck eingeladen. Für ein kurzweiliges Programm auf hohem Niveau sorgten neben dem Gastgeber der Männergesangverein (MGV) „Liedertafel“ von 1846 Barnstorf, der Frauenchor „Harmonie“ Sankt Hülfe/Heede und vor allem der Musikverein Lutten aus dem Nachbarkreis Vechta.

Die rund 200 Besucher konnten für gut zwei Stunden abschalten und den Alltag vergessen.

Erdbeertorte mit Schlagsahne, Apfelkuchen, Schnittchen – dafür sorgte das flotte Team vom Hotel Castendieck. Für die musikalische Speisekarte, also das Menü, waren der MGV Sankt Hülfe und der Musikverein Lutten verantwortlich. „Abgeschmeckt“ wurde schon vor einiger Zeit bei der gemeinsamen Probe in Lutten. „Da haben wir schon alles gegeben,“ berichtete der Vorsitzende des MGV Sankt Hülfe, Friedrich Wiechering. Er freute sich über ein volles Haus, hieß Heedes Ortsvorsteher Werner Scharrelmann ebenso willkommen wie Maikönig Uwe Finke, den Ehrenvorsitzenden des Sozialverbandes (früher Reichsbund) Wagenfeld, Hermann Bening, und erstmals den Vorsitzenden des MGV Heede, Heinrich Lehmann, und stellte den neuen Vorsitzenden des Musikvereins Lutten, August Pöhlking, vor. Ganz besonders hieß Wiechering die auswärtigen Besucher willkommen. „Auf euch sind wir angewiesen!“

Es sollte kein Nachmittag der langen Reden werden. Angesagt war ein Konzert, also eine Veranstaltung, auf der musikalische Werke vorgetragen werden.

Und da legten sich die Gäste aus Südoldenburg mit ihrem Dirigenten Peter Mucker gleich voll ins Zeug mit dem Fliegermarsch des österreichischen Komponisten Hermann Dostal. Dieser bekannte Marsch gilt auch als „heimliche Hymne“ der Bundesluftwaffe.

In Österreich begann die gut zweistündige musikalische Reise rund um die Welt. Weitere Stationen waren Italien, die USA, Norwegen, Russland, England, Griechenland, Italien und Irland.

Frei nach der Devise „Klassik mal anders“ spielten die Gäste aus Lutten „Morning Mood“ und „The Nut Rocker“ von Edward Grieg beziehungsweise Peter Tschaikowsky. Die „Annenpolka“ und die „Elisabeth Serenade“ gehörten zur Rubrik „Musik wie im Märchen“. Die Besucher waren längst aufgetaut, schunkelten, summten oder sangen mit. Bis dahin hatten die Gäste aus Lutten allein den Ton angegeben. Nun stießen – wie auch noch am Schluss des Konzerts bei „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ – die gut 30 Sängerinnen und Sänger der beiden Männergesangvereine und des Damenchors zu den gut 40 Musikern hinzu. Da wurde es auf der Bühne schon ein wenig eng. Dirigent Peter Mucker verlor aber nie den Überblick.

Auftritt in

Mönchskutten

Bei der Eroberung des Paradieses – „Conquest of Paradise“ – traten Friedrich Wiechering und Lothar Huber in Mönchskutten auf, passend zu den mystischen Klängen dieser weltbekannten Filmmusik.

Dann ging es Schlag auf Schlager. Erinnerungen an die gute alte ZDF-Hitparade wurden bei dem mitreißenden Schlager-Medley von Dieter Thomas Kuhn wach: Mendocino (Michael Holm), Anita (Costa Cordalis), Eine neue Liebe (Jürgen Marcus), Tanze Samba mit mir (Tony Holiday), Fiesta Mexikana (Rex Gildo ) - ein Ohrwurm jagte den nächsten. Da hatten es die Sängerinnen und Sänger nicht immer leicht, dem forschen Tempo der Musiker zu folgen. Übrigens, alle erwähnten Interpreten haben einst in Diepholz und Umgebung erste musikalische Gehversuche unternommen. Auch einer der ganz Großen des Showbusiness war dabei: Udo Jürgens. 1970 begeisterte er die Fans in der Diepholzer Kaiserhalle. An den im vergangenen Jahr 80-jährig verstorbenen Entertainer erinnerten die Musiker aus Lutten mit seinem wohl bekanntesten Titel, einem echten Schlager-Klassiker: „Griechischer Wein“. Friedrich Wiechering , im MGV Sankt Hülfe einziger Tenor, übernahm dabei den Solo-Part.

Die beiden Märsche „Unter dem Doppeladler“ (Österreich) und „Unter dem Sternenbanner“ (USA) hatte Dirigent Peter Mucker in einen Topf geworfen und gut durchgeschüttelt. Das Ergebnis: Top!

Mit „The Lord oft the Dance“, der irischen Steptanz-Show, die schon von mehr als 50 Millionen Menschen gesehen wurde, rief der der Musikverein Lutten eine alte irische Legende vom Kampf der guten gegen die bösen Mächte in die Erinnerung zurück. Die Geschichte eines ganz normalen Tages erzählt Mauricio Fabrizio in seiner „Storie di tutti i Giorni“, perfekt umgesetzt von den Südoldenburgern, die es beim Bozner Bergsteiger-Marsch und erst recht beim abschließenden Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater) noch einmal richtig krachen ließen. Da wackelten die Wände.

Alle Akteure wurden mit herzlichem Beifall verabschiedet. Dass er vielleicht nicht so euphorisch ausfiel wie in den Vorjahren, das mag der gegenwärtigen Gemütslage nach dem Flugzeugunglück in Südfrankreich geschuldet sein.

Dennoch: Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr beim 12. Frühjahrskonzert! Die Luttener kommen gerne wieder. Und Martina Finkenstedt vom Hotel Castendieck würde sich auch wieder über eine „volle Hütte“ freuen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Laver-Cup: Zverev erneut Matchwinner für Europas Tennis-Team

Laver-Cup: Zverev erneut Matchwinner für Europas Tennis-Team

Erntefest in Eitzen

Erntefest in Eitzen

Herbstmarkt in Hoya

Herbstmarkt in Hoya

„Jugend jazzt“ auf dem Verdener Rathausplatz

„Jugend jazzt“ auf dem Verdener Rathausplatz

Meistgelesene Artikel

#AlleFürsKlima in der Region: Lautstark und zahlreich für eine bessere Klimapolitik

#AlleFürsKlima in der Region: Lautstark und zahlreich für eine bessere Klimapolitik

Fridays-for-Future in Weyhe: „Einige Erwachsene sind Umweltsäue“

Fridays-for-Future in Weyhe: „Einige Erwachsene sind Umweltsäue“

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

Kommentare