Bebauungsplan geändert

Abriss muss nicht genehmigt werden

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Das stadtbildprägende, aber marode Gebäude Am Burggraben 1 wird abgerissen. Auf dem Grundstück entsteht ein Mehrfamilienhaus.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Das etwa Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Haus steht leer, das Grundstück am Burggraben 1 in der Nähe des Diepholzer Schlosses ist abgesperrt. Das durchaus stadtbildprägende, aber marode Gebäude wird demnächst abgerissen und macht Platz für ein Mehrfamilienhaus. Der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt machte dafür den Weg frei.

Den Abriss muss sich der private Eigentümer nicht genehmigen lassen, erklärte Stefanie Becker, Leiterin des städtischen Fachdienstes Bauen, in der öffentlichen Ausschusssitzung. Der Total-Abriss eines privaten Gebäudes, das nicht unter Denkmalschutz steht, müsse der Stadt laut niedersächsischem Baurecht auch nicht angezeigt werden. Das sei bei einem Teilabriss anders, da dann die Statik des verbliebenen Gebäudeteils geprüft werden müsse.

Somit hat die Stadt keine Handhabe zum Erhalt von Häusern – es sei denn, sie kauft sie. Das Haus „Schierbaum“ Am Burggraben 1 stehe aber nicht mehr zum Verkauf. Es sei laut Becker in der Zwangsversteigerung gewesen. Die Stadt Diepholz habe aber seinerzeit nicht mitgeboten, da sie keinen Bedarf an dem Haus gehabt habe.

Die Bausubstanz sei so schlecht, dass es nicht wirtschaftlich zu sanieren sei, erklärte die Fachdienstleiterin.

Einstimmig – bei Enthaltung des Grünen-Ratsherrn Veysi Savga – sprach sich der Ausschuss für die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 3 „Schierbaums Wiese“ aus, in dem das Grundstück liegt und der an dieser Stelle ein Mischgebiet ausweist. Das Nachbargrundstück Lohneufer 1 und 2 mit Wohnhäusern liegt ebenfalls in dem Mischgebiet. Die Errichtung eines weiteren Wohnhauses auf dem Grundstück Am Burggraben 1 lasse sich laut Stadtverwaltung mit dem Gebietscharakter eines Mischgebietes nicht vereinbaren und wäre planungsrechtlich unzulässig. Um den Bau des neuen Mehrfamilienhauses realisieren zu können, wird der Bebauungsplan Nr. 3 „Schierbaums Wiese“ nach dem Willen des Ausschusses nun so geändert, dass der gesamte Bereich des Mischgebietes zukünftig als ein Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen wird. Die Planungskosten werden laut Ausschuss-Beschluss vom Vorhabenträger – also dem privaten Bauherrn – getragen.

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