AWG Bassum setzt auf Nachhaltigkeit

Vom Abfall zum Kreislauf

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Andreas Nieweler zeigt einen Sack Kompost, den die AWG aus Bio- und Grünabfällen gewinnt. 

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Eigentlich könnte die AWG Bassum sich schon fast einen neuen Namen geben. Nämlich KLW. Denn von der Abfallwirtschaft – also der reinen Beseitigung – ist man schon eine Weile weg. Geschäftsführer Andreas Nieweler redet lieber von Kreislaufwirtschaft, die das Unternehmen stark fördert. Längst ist bekannt, das Ressourcen in den Abfällen stecken, die viel zu schade zum Verbrennen sind. Statt wegwerfen heißt es wiederverwerten oder umnnutzen. Und da tue die AGW schon eine Menge, erläutert Nieweler.

Begonnen hat die Reform in den 80er-Jahren. „Wir standen kurz vor der Erweiterung unserer Deponie und bekamen die Genehmigung unter der Auflage, dass wir auf unserer Anlage Restabfälle aus Privathaushalten und Gewerbe sortieren und nachbehandeln sowie Bio- und Grünabfälle zu Kompost verwerten“, so Nieweler.

1993 baute die AWG das Kompostwerk, wo aus Bio- und Grünabfällen Dünger oder Blumenerde wird. 2007 baute die AWG ergänzend dazu eine Biogasanlage.

„Man hatte erkannt, dass man aus diesen Abfällen auch Strom und Wärme erzeugen kann“, so Nieweler. 2010 ging dann das Blockheizkraftwerk in Betrieb, das Wärme an das Krankenhaus liefert.

Den Strom nutzt die AWG für sich oder verkauft ihn am Markt. Zudem beteiligt sie sich an der Kampagne „Kein Bock auf Plastik im Biomüll“.

„Wir wollen die Leute motivieren, ihren Kompost noch sauberer zu halten“, sagt Nieweler. Denn eines gilt sowohl für Bio- und Grünabfälle als auch für die übrigen Sorten: Wer gründlich sortiert, hilft der AWG und leistet einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. „Aber wir sind schon sehr zufrieden mit der Sortierqualität im Landkreis“, sagt Nieweler.

Metallschrott, Altglas, Altpapier und Kartons sammelt die AWG und bringt sie zu den entsprechenden Stellen, wo sie aufbereitet werden. So geht das Papier beispielsweise an die Papierfabrik in Hoya. Ansonsten hat die AWG all ihre Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt, betreibt eine Windenergieanlage, nutzt Müll in einem Kraftwerk als Brennstoff und baut auf ihren Flächen Energiepflanzen an. Das sind schnellwachsende Hölzer, die nach bis zu vier Jahren abgeerntet und zu Holzhackschnitzel verarbeitet werden.

Kunststoffe sind ein Problem

Also alles schon optimal? Nein, es gibt durchaus noch ein paar Nachbesserungswünsche. Ein großes Problem sei die Kunststoffverwertung. „Nur ein Drittel des Möglichen wird verwertet.“ Es gebe viele verschiedene Kunststoffe, die auch oft miteinander vermischt sind. „Bei nur einer Kunststoffart ist das Verwerten kein Problem. Aber bei einem Gemisch wird es schwer“, so Nieweler.

Hoffnung setzt er auf das Verpackungsgesetz, das Anfang 2019 in Kraft tritt. Bisher habe es nur eine Verordnung gegeben, die nicht funktioniert habe. „Das neue Gesetz ist strenger und schreibt eine höhere Recyclingquote für Firmen vor.“ Eine Zentralestelle wird stärker kontrollieren und die Unternehmen, die bessere Verpackungen herstellen, bekommen günstigere Lizenzen. So wird der Hersteller gezwungen, sich mehr Gedanken über sein Produkt zu machen.

Ein weiterer Wunsch Niewelers: Dass die Verpackungstonne den Gelben Sack ablöst. Außerdem würde er es gern sehen, wenn die AWG-Fahrzeuge mit Wasserstoff oder Strom fahren und die Menschen mehr Produkte aus der Region beziehen.

Nachhaltigkeit

Vom 30. Mai bis 5. Juni wurde die Europäische Nachhaltigkeitswoche (ESDW) begangen. Diese europaweite Initiative hat zum Ziel, Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, sichtbarer zu machen. Daher stellen wir einige Aktivitäten von Kommunen und Bürgern im Landkreis Diepholz vor, die Nachhaltigkeit im Alltag umsetzen – oder eben nicht. Nachhaltig leben ist eine Herausforderung. Hier geht es zur Übersicht.

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