80 000 Euro Zuschuss sind zu wenig

Buslinie nach Vechta: Pläne vorerst gescheitert

Ein Linienbus am Busbahnhof in Diepholz. Eine landkreisübergreifende Linie nach Vechta wird es offenbar auf absehbare Zeit nicht geben.
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Ein Linienbus am Busbahnhof in Diepholz. Eine landkreisübergreifende Linie nach Vechta wird es offenbar auf absehbare Zeit nicht geben.

Diepholz/Vechta – Eine landkreisübergreifende Buslinie zwischen Diepholz und Vechta im Stundentakt wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geben. Dem Landkreis Vechta war offenbar der Anteil am zu erwartenden Defizit, den der Landkreis und die Stadt Diepholz angeboten hatten, zu gering.

Für die Linie Vechta – Diepholz habe die Vechtaer Kreisverwaltung nach Abzug von Landesförderung und Fahrgeldeinnahmen ein Jahresdefizit von 400 000 Euro errechnet. Da Landkreis und Stadt Diepholz zusammen lediglich einen Defizitanteil von 80 000 Euro jährlich übernehmen wollten, gebe es derzeit keine Realisierungschance, sagte der Vechtaer Landrat Herbert Winkel laut einem Bericht der Oldenburgischen Volkszeitung in einer öffentlichen Ausschusssitzung in Vechta. Diese Einschätzung teile demnach auch die Stadtverwaltung von Vechta.

Dem Landkreis Diepholz liegt bislang eine offizielle Antwort des Landkreises Vechta zu den Zuschussbeschlüssen noch nicht vor. Es habe Gespräche über die Zuschusshöhe auf Landratsebene gegeben, teilte die Diepholzer Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Der Landkreis Diepholz würde sich über die Fortsetzung der Gespräche freuen, zumal landesbedeutsame Buslinien vom Land Niedersachsen erheblich gefördert werden. So könnte der Landkreis Vechta für den Eigenanteil möglicherweise auch seine 7b-Mittel nach dem Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz (NNVG) einsetzen, sofern diese noch nicht ausgeschöpft sind“, erklärte Mareike Rein, Sprecherin des Landkreises Diepholz.

So verfahre der Landkreis Diepholz bei den bestehenden vier Landesbuslinien und setze diese Landesmittel bereits umfassend ein. Dies führte auch bei der Landesbuslinie nach Nienburg zum geringen Zuschussanteil des Nachbarlandkreises.

Wie die Diepholzer Landkreis-Sprecherin weiter erläuterte, habe der Landkreis Vechta im August als zuständiger Aufgabenträger des Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) für die aktuelle Linie 606 (Vechta-Lohne-Diepholz) mit dem Landkreis Diepholz Gespräche über die Einrichtung einer „landesbedeutsamen Buslinie“ Vechta – Diepholz mit einem Stundentakt zwischen etwa 5 und 23 Uhr aufgenommen. Die Stadt Diepholz und der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) wurden ebenfalls beteiligt.

Errechnet hatte der Landkreis Vechta einen Zuschussanteil des Landkreises Diepholz von 222 000 Euro für die Linie Vechta – Diepholz. Dabei wurde ein Verteilungsschlüssel nach Streckenlänge im Kreisgebiet und Einwohnerzahlen der erschlossenen Städte zugrunde gelegt.

Der Landkreis Diepholz berechnete seinen Zuschuss-Anteil anders: „Da aus unserer Sicht das überwiegende Interesse am Ausbau der Verbindung aufgrund der Anknüpfung an den Bahnhof Diepholz beim zuständigen Landkreis Vechta liegt, hat der Landkreis Diepholz eine Bezuschussung in Höhe von 20 000 Euro jährlich vorgeschlagen“, so die Mitteilung des Landkreises.

Dies entspreche exakt dem Finanzierungsbeitrag des Landkreises Nienburg an der etwa doppelt so langen Landesbuslinie 138 Sulingen – Nienburg, die das Sulinger Land mit dem Bahnhof Nienburg verbindet.

Durch einen ebenso hohen Zuschuss der Stadt Diepholz für die Dauer des dreijährigen Probebetriebs und eine Förderung des ZVBN-Förderfonds in Höhe von 40 000 Euro würde der Förderbetrag der „Diepholzer Seite“ 80 000 Euro jährlich umfassen.

Der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré bedauert die Ablehnung des Angebotes durch den Landkreis Vechta, von der er aber offiziell keine Kenntnis bekommen habe.

Marré verwies darauf, dass nicht die Stadt, sondern der Landkreis Diepholz für den ÖPNV zuständig ist, und hofft, dass die Gespräche zwischen den Landkreisen Diepholz und Vechta fortgesetzt werden, um eine von Bürgern seit Langem gewünschte Buslinie zwischen den beiden Kreisstädten zu erreichen.

Die Stadt Diepholz hatte 20 000 Euro als Zuschuss angekündigt. Sie sah auch einen Vorteil der neuen Busline darin, dass der Ortsteil Aschen damit an die Stadt angebunden werden könnte.

Die Linie hätte nach bisherigen Äußerungen von Politikern möglicherweise Mitte 2022 ihren Betrieb aufnehmen können.

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