450 Masken: Die meisten schwarz

Coronakrise weckt die Lust am Nähen

Nähen ist in der Coronakrise sehr angesagt: Strandtaschen stellten Sarah Praetel (links) und Roslyn Keller-Steinkrauß in „Nähen und Meer“ mit Andrea Wienand (stehend) her. Die Inhaberin nähte während der Schließung 450 Masken.
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Nähen ist in der Coronakrise sehr angesagt: Strandtaschen stellten Sarah Praetel (links) und Roslyn Keller-Steinkrauß in „Nähen und Meer“ mit Andrea Wienand (stehend) her. Die Inhaberin nähte während der Schließung 450 Masken.

Diepholz – Die Coronakrise hat manchen Trend verstärkt – offenbar auch die Lust am Nähen. Andrea Wienand spürt das in ihrem Laden „Nähen und Meer“ an der Bahnhofstraße in Diepholz. Die Nachfrage nach Kursen für Erwachsene und Kinder ist gestiegen „Ich bin praktisch ausgebucht“, freut sich die 59-Jährige. Doch auch sie musste zeitweise schließen.

Zwischen März und Anfang Juni lief wegen Corona nichts mehr in „Nähen und Meer“. Die Zeit überbrückte die Diepholzerin mit dem Nähen von Masken – auch nach individuellen Wünschen. „450 Stück habe ich genäht“, berichtet sie. Vom Verkauf der Mund- und Nasen-Abdeckungen konnte sie die weiter laufenden Kosten ihres erst vor knapp einem Jahr eröffneten „Nähen und Meer“ decken.

Nachfrage nach Nähkursen nimmt zu

Das Schnittmuster hatte Andrea Wienand von einer Schneiderin aus Köln. Eine Maske dauerte etwa eine halbe Stunde Nähzeit. Gab es auch da einen Trend? „Schwarz“, sagt Andrea Wienand und zeigt sich selbst verwundert über diesen eher schlichten Masken-Geschmack. Dabei hat sie noch viele anderen Stoffe im Angebot, die sie von einem mehrjährigen Aufenthalt in der Türkei mitgebracht hatte.

In den ersten Wochen der Coronakrise wurden offenbar nicht nur Toilettenpapier, Nudeln Mehl und Hefe knapp: Auch Gummiband für Masken war rar und teuer. „Die Preis ist um mehr als das Doppelte gestiegen – und es war kaum noch Band zu bekommen“, berichtete Andrea Wienand, die 1984 zum Nähen kam, das zu ihrer Leidenschaft wurde.

Trend zu kürzeren Kursen

Einen Nachfrage-Trend verspürte ihr benachbarter Diepholzer Nähmaschinen-Lieferant: Er verkaufte laut Wienand mehr Maschinen als vor Corona.

Ihr Kurse hat die 59-Jährige, die auf Sylt geboren wurde, wegen der Pandemie verändern müssen: Jetzt dürfen nur noch zwei statt bisher vier Personen daran teilnehmen.

Kooperation mit Grundschule

Auch bei den Kursen gibt es einen Trend: Weg von mehrwöchigen Veranstaltungen hin zu kürzeren Kursen wie „Nähmaschinen-Führerschein“ und Projekt-Nähen, bei dem Dinge wie Strandtaschen, „Leseknochen“ oder „Knuddelbären“ hergestellt werden – von Kindern wie Erwachsenen.

Die Diepholzer Mühlenkampschule hat Andrea Wienand nach Erfahrungen mit ihren Kursen nun fest als Pädagogische Hilfskraft angestellt: Im Nachmittagsprogramm der Grundschule gestaltet sie für Mädchen und Jungen, die in Begleitung zu Fuß von der Schule zu ihr an die Bahnhofstraße kommen, nachmittägliche Nähkurse.

Strandtaschen für den nächsten Urlaub

Die Veranstaltungen für Kinder sind in der Regel nachmittags, die für Erwachsene meist abends. Gestern Vormittag waren zwei Erwachsene als Kursteilnehmerinnen in „Nähen und Meer“. Sarah Praetel und Roslyn Keller-Steinkrauß nähten in einem Vier-Stunden-Kurs Strandtaschen für den nächsten Urlaub und machten neue Erfahrungen an der Nähmaschine.

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