Gerlinde Tschirner: 44 Jahre an der Jahnschule

Generationen von Diepholzern unterrichtet

Gerlinde Tschirner: Nach 44 Jahren an der Jahnschule nun im Ruhestand.
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Gerlinde Tschirner: Nach 44 Jahren an der Jahnschule nun im Ruhestand.

Diepholz – Generationen von Diepholzern hat sie unterrichtet. Vier Jahrzehnte prägte Gerlinde Tschirner die Diepholzer Jahnschule – als humorvolle und beim Kollegium wie ihren zahlreichen Klassen beliebte Pädagogin. Wer kennt sie nicht, wie sie fröhlich durch die Stadt radelte, meist ein Lächeln auf den Lippen, nie um eine erheiternde Antwort verlegen?

Jetzt wurde sie in den Ruhestand verabschiedet – wegen der Coronapandemie in nur sehr kleinem Rahmen, wie die Schulleitung mitteilte.

Am 1. August 1977 nahm Gerlinde Tschirner vorerst sehr widerwillig an der Jahnschule ihren Dienst auf, denn sie wollte überhaupt nicht in der damaligen Orientierungsstufe unterrichten, so die Pressemitteilung der Schule. Diese Einstellung änderte sich jedoch sehr schnell und wer Gerlinde Tschirner kennt, weiß, mit wie viel Herz sie sich all die Jahre um ihre „Schäfchen“ gekümmert hat. „Sie war und ist ein prägendes Vorbild für die familiäre Atmosphäre der Jahnschule, denn sie hat diese mitgestaltet, gelebt und immer wieder untermauert“, so Schulleiterin Anika Flöte. Somit sei sie auch vielen Schülerinnen und Schülern über Jahre hinweg eine fast schon mütterliche Klassenlehrerin gewesen, die ihre „Kinder“ auch mal zur Pizza oder zum Eis-Wettessen eingeladen hat.

Sie kannte ihre Klassen immer ganz genau und griff durch wenn nötig oder legte schützend ihre Hände über sie, wenn möglich. So geleitete sie viele Schüler durch ihren Schulalltag und entließ unzählige junge Menschen gestärkt und motiviert in das Berufsleben, so die Pressemitteilung.

Gerlinde Tschirner unterrichtete in den Fächern Deutsch, Kunst und evangelische Religion, übernahm aber auch immer viele andere Fächer, wenn es erforderlich war, oder sie ihre eigene Klasse häufiger in einer Unterrichtswoche sehen wollte.

Ihre kalligraphische Handschrift und die fantasievollen Tafelbilder, die in ihrem Unterricht entstanden, sind legendär. So begeisterte Gerlinde über viele Jahre hinweg die gesamte Schulgemeinschaft der Jahnschule.

Auch dem Wandel der Zeit stand sie offen gegenüber. Gestartet ist sie noch mit dem Matrizen „nudeln“ (handgekurbelte Kopien), erlebte die bahnbrechenden Vorzüge von Overheadprojektoren und stellte sich in der jüngsten Vergangenheit der gesamten Thematik der Digitalisierung. Ob Smart-Board, digitales Klassenbuch, Microsoft Teams – Gerlinde Tschirner arbeitete sich nach kurzer Zeit in die neuen Medien ein und stand ihren Schülern zur Verfügung. Während der Pandemie war sie immer und fast zu jeder Uhrzeit für ihre Klasse erreichbar und ließ niemanden allein. Mit großem Engagement und Einsatz nahm sie mit ihren Schülern regelmäßig an der Aktion „Kunst in der City“ teil. So machte sie gelungene Schülerarbeiten einem breiten Publikum zugänglich und präsentierte die Jahnschule in der Öffentlichkeit.

Die gebürtige Essenerin Gerlinde Tschirner ist eine belesene Frau. Sie habe laut Anika Flöte ein „immenses Weltwissen“ und liebe es, in ihrer Freizeit zu speisen und zu reisen. Es gebe kaum ein Fleckchen auf der Erde, das sie noch nicht besucht hat. „Jetzt fehlt mir nur noch die Antarktis, das ist der einzige Kontinent, auf dem ich noch nicht gewesen bin“, meinte Tschirner schmunzelnd in einem Gespräch.

Anika Flöte: „Nun verliert die Jahnschule ein echtes Urgestein.“ Gerlinde Tschirner geht ganz leise in den Ruhestand. Die große Abschiedsfeier werde nachgeholt, sobald es die Situation erlaubt. Denn Geselligkeit und Gemeinsamkeit haben für sie einen hohen Stellenwert. Gerade bei solchen Abenden kommt der gute Geist an der Schule deutlich zum Ausdruck. Die Schulleiterin: „Da Gerlinde Tschirner in unmittelbarer Nähe zur Jahnschule wohnt, hoffen alle, dass sie diese auch in Zukunft noch oft besuchen wird.“

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