Zahl in vergangenen fünf Jahren um zwölf Prozent gesunken / Zwei Polizeibeamte berichten

1 242 Straftaten jährlich in der Stadt Diepholz

Polizei im Rathaus: Andreas Meyer (links) und Andreas Müller berichteten als Gäste im Fachausschuss über „Sicherheit und Ordnung in Diepholz“.
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Polizei im Rathaus: Andreas Meyer (links) und Andreas Müller berichteten als Gäste im Fachausschuss über „Sicherheit und Ordnung in Diepholz“.

Diepholz – In der Stadt Diepholz gibt es keinen besonderen Kriminalitäts-Schwerpunkt. Die Zahl der Straftaten ist in den vergangenen fünf Jahren von 1 414 auf 1 242 (Stand Ende 2019) gesunken – ein Rückgang um zwölf Prozent. Die Gesamtzahl dieser Taten liegt für eine Stadt wie Diepholz mit rund 18 000 Einwohnern im niedersächsischen Durchschnitt. Die Quote der aufgeklärten Straftaten ist mit 72 Prozent sehr hoch. Zum Vergleich: Die Aufklärungsquote liegt im gesamten Landkreis Diepholz bei 66 Prozent und im Land Niedersachsen bei 63,5 Prozent.

Diese Zahlen nannten Andreas Meyer und Andreas Müller. Die beiden leitenden Diepholzer Polizeibeamten waren auf Einladung der Stadt zu Gast in der öffentlichen Sitzung des städtischen Ausschusses für Ordnung, Marktwesen, Straßen und Verkehr im Rathaus. Ihr Thema: „Sicherheit und Ordnung in Diepholz“.

„Wir hatten keine vollendeten Tötungsdelikte in den vergangenen fünf Jahren in Diepholz“, blickte Andreas Meyer, Leiter Einsatz- und Streifendienst bei der Polizeiinspektion Diepholz, in der Statistik zunächst auf die schwersten Verbrechen.

Ebenfalls schwer sind Straftaten „gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, wie es im Amtsdeutsch heißt und von denen es im vergangenen Jahr in Diepholz 18 gab: Vergewaltigung, sexuelle Nötigung – aber auch unter bestimmten Umständen das Versenden von pornografischen Bildern oder Videos gehören dazu. Vergewaltigung und sexuelle Nötigung geschehen meist zu Hause oder im Kreis von Bekannten, sagte Meyer. Die von manchen Frauen befürchtete Vergewaltigung in dunklen Ecken oder Parks komme weit weniger vor.

Häusliche Gewalt beschäftigt die Polizei in Diepholz häufig. „Dazu rücken Kollegen fast täglich aus“, so Meyer.

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Wohnungseinbrüchen. 2019 wurden in Diepholz 16 Einbruchsfälle registriert – nach 23 im Jahr 2018 und 32 im Jahr 2017. „Den klassischen Einbrecher, der mit einem dicken Schraubenzieher nacheinander fünf Häuser aufbricht, gibt es nicht mehr“, sagte Meyer. Dabei spielten große Polizeikontrollen, bei denen in Fahrzeugen nach Beute oder Einbruchswerkzeugen gesucht wird, ebenso eine Rolle, wie die Tatsache, dass sich Einbrüche in Wohnungen in der Regel nicht lohnen: „Die meisten Menschen befolgen den Rat, Geld zur Bank zu bringen und auch wertvollen Schmuck dort aufbewahren zu lassen.“ Zudem sei das Strafmaß für Einbruchsdelikte verschärft worden. Tätern droht eine Mindest-Freiheitsstrafe von einem Jahr. „Mit Geldstrafe ist da nichts mehr zu machen“, so Meyer. „Auch sind die Häuser heute besser gesichert“, sagte Andreas Müller, der das Präventionsteam bei der Polizeiinspektion Diepholz leitet, das auch Hauseigentümer bei der Sicherung berät. Bei Einbrüchen kann eine Rolle spielen, dass die Täter von Wertgegenständen wissen.

Stark gestiegen sind in den vergangenen fünf Jahren Straftaten in Diepholz, die ältere Menschen als Opfer haben: Von 232 auf 315 im Jahr 2019. Hier geht es um den „Enkeltrick“ oder um falsche Polizeibeamte, die sich telefonisch bei den Senioren melden und diese dazu auffordern, ihnen Geld oder Wertsachen zu übergeben – angeblich, um eine Straftat zu verhindern.

Die Stadt Diepholz habe keinen Bereich, in dem schwerpunktmäßig Straftaten begangen werden, erklärten die beiden Polizeibeamten. Das gelte auch für Körperverletzungen. Davon wurden im vergangenen Jahr 166 Fälle registriert, allein zwölf davon beim Diepholzer Großmarkt. Es waren die bei solchen Veranstaltungen üblichen Schlägereien.

Ein Brennpunkt in Diepholz sei früher der Bereich Moorstraße gewesen. Doch nach verschiednen Maßnahmen der Stadt und von ehrenamtlichen Einrichtungen vor Ort sei das Viertel „nun befriedet“. Auch der Müntepark sei kein Kriminalitätsschwerpunkt. Hier würde die Polizei aber häufiger nachts in Sommermonaten zu Ruhestörungen gerufen.

Gibt es in Diepholz Clan-Kriminalität?, lautete eine Frage aus dem Fachausschuss. Das verneinten Andreas Meyer und Andreas Müller. Zwar gebe es eine Familie, die insbesondere durch lautes Auftreten gegenüber den Beamten auffalle, aber das sei „polizeilich beherrschbar“.

Dass es – wie nahezu in jeder Stadt – an Schulen eine Drogenszene gebe, bestätigten die Beamten hingegen.

Kein Problem sei der Bereich der politisch motivierten Straftaten. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen der Bundeswehr spiele das in Diepholz keine Rolle.

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