Unterbringung in Krankenhaus

22-Jähriger gilt als „Gefahr für die Allgemeinheit“

+
Das Urteil des Landgerichts Verden ist noch nicht rechtskräftig.

Als versuchten Mord hatte die Staatsanwaltschaft Verden eine am 23. Dezember 2018 in einer Diepholzer Obdachlosenunterkunft verübte Tat gewertet. In einem Sicherungsverfahren am Landgericht Verden wurde zwar ein anderes Tatgeschehen festgestellt, aber die Voraussetzungen für die Unterbringung des 22 Jahre alten Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus sah auch die 1. Große Strafkammer als erfüllt an. Am Montag wurde diese mit Urteil angeordnet.

Verden/Landkreis - Seit Mitte Juni musste sich der 22-Jährige vor dem Landgericht verantworten. Ihm war vorgeworfen worden, „in Tötungsabsicht“ mit einer Eisenstange auf einen schlafenden, 39 Jahre alten Bewohner eingeschlagen und diesen mit einem Messer verletzt zu haben.

Diese Vorwürfe hatten sich vor Gericht relativiert. Nicht auszuschließen war, dass sich das Opfer die Verletzungen bei einem Gerangel und dem Sturz in einen Glastisch zugezogen haben könnte. Den 39-Jährigen konnte man nicht befragen. Er soll sich in Marokko aufhalten.

Richter zweifelt nicht an psychischer Erkrankung

Vom Gericht wurde das Tatgeschehen als versuchte gefährliche Körperverletzung eingestuft. Draußen sei der 22-Jährige noch über 200 Meter mit der Eisenstange hinter dem 39-Jährigen hergelaufen und habe versucht, diesen zu schlagen.

Zudem stellte das Gericht fest, dass der Beschuldigte am 22. August 2018 im Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum zwei einfache und eine gefährliche Körperverletzung begangen hat. Am 28. September 2018 hat er sich nach den Feststellungen des Gerichts zudem gegenüber Polizeibeamten widersetzt und eine einfache Körperverletzung begangen.

„Es kann kein Zweifel bestehen, dass eine psychische Erkrankung vorliegt“, hieß es in der Urteilsbegründung. Dabei stützte sich der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk unter anderem auf die Einlassung des 22-Jährigen und zog einen Brief des Beschuldigten an eine Haftrichterin hervor. „Versehen mit Herzchen und sonstigen Dingen. Das ist schon sehr ungewöhnlich“, so der Vorsitzende. „Er lebt in der Wahnvorstellung, dass er Mitglied einer Studie ist“, sagte Stronczyk zum Inhalt. Festgestellt wurde aber auch eine Polytoxikomanie, die aber nur als „mit ursächlich“ bezeichnet wurde.

„Eine Gefahr für die Allgemeinheit ist vorhanden.“

Seine mangelnde Einsichtsfähigkeit sei dem Beschuldigten nicht vorzuwerfen, wie so oft, sei diese „Wesen der psychischen Erkrankung“. Aber weiter hieß es: „Wir haben eine ganz erhebliche Gefahr für die Begehung weiterer Taten. Eine Gefahr für die Allgemeinheit ist vorhanden.“ Der 22-Jährige sei zahlreich vorbestraft.

Die Voraussetzungen für die unbefristete Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus seien erfüllt. Daran anschließen soll sich, sofern dann noch Bedarf besteht, die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Derzeit ist der Mann im Maßregelvollzugszentrum Mohringen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

wb

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Groß trainiert mit Verband und Schiene an der Hand

Fotostrecke: Groß trainiert mit Verband und Schiene an der Hand

Erdogan setzt seine Offensive gegen Kurden fort

Erdogan setzt seine Offensive gegen Kurden fort

Studie: Jugend ist anfällig für populistische Argumente

Studie: Jugend ist anfällig für populistische Argumente

Google-Smartphone Pixel 4 setzt auf schlaue Kamera und Radar

Google-Smartphone Pixel 4 setzt auf schlaue Kamera und Radar

Meistgelesene Artikel

Dorfjugend schmückt drei Wagen

Dorfjugend schmückt drei Wagen

Am Feuerwehrhaus in Heede ist erstes kommunales Dorfentwicklungs-Projekt im Bau

Am Feuerwehrhaus in Heede ist erstes kommunales Dorfentwicklungs-Projekt im Bau

Wenn Retter zu Opfern werden: Polizist Lukas Waldbach bietet Selbstverteidigungskurse an

Wenn Retter zu Opfern werden: Polizist Lukas Waldbach bietet Selbstverteidigungskurse an

Besorgte Bauern: Mehr als 200 Anrufe jährlich bei Sorgentelefon

Besorgte Bauern: Mehr als 200 Anrufe jährlich bei Sorgentelefon

Kommentare