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200 Millionen Technik-Teile im Jahr aus Diepholz nicht nur für viele Autos

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Von: Eberhard Jansen

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In der Produktionshalle der Diepholzer Unternehmen Omega Technology: Die Geschäftsführer Joel Olbert und Walter Olbert..
Generationswechsel in dem Diepholzer Unternehmen Omega Technology: Geschäftsführer Joel Olbert übernimmt die Leitung von seinem Vater Walter Olbert, der sich schrittweise aus der von ihm gegründeten Firma zurückzieht. © Jansen

Diepholz – Wer einen Autositz in einem BMW, Volvo, Fiat oder Jaguar verstellt, tut das auf Kunststoff-Führungen aus Diepholz. Bei Omega Technology werden jedes Jahr mehr als 20 Millionen solcher Teile mit eingepressten Stahlkugeln („Kugelkäfige“) in 46 Varianten für Sitze produziert, konfektioniert und versandfertig verpackt – und das automatisch. Das mittelständische Unternehmen hat für diese und ihre anderen Produkte Kunden in der ganzen Welt und investiert weiter in die Zukunft – derzeit mit dem Bau eines Logistikzentrums an der Thüringer Straße.

Omega Technology hat einen Vorteil: Das Diepholzer Unternehmen produziert Teile, die auch in Elektrofahrzeugen gebraucht werden. Jetzt wird in der Firma ein Generationswechsel vollzogen. Zum 1. März räumt Gründer Walter Olbert seinen Schreibtisch: „Dann habe ich im Betrieb kein Büro mehr und arbeite nur noch von Zuhause in Lemförde“, erklärt er. Mit 67 Jahren will er sich zurückziehen und seinem Sohn Joel Olbert nach und nach ganz die Firmenleitung überlassen. Der 31-Jährige mit einem Masterabschluss der University of Buckingham ist schon seit 2020 Geschäftsführer.

Ein neues Logistikzentrum baut die Firma Omega Technology an der Thüringer Straße.
Ein neues Logistikzentrum baut die Firma Omega Technology an der Thüringer Straße. © Jansen

140 Mitarbeiter und 20 Millionen Euro Umsatz

Walter Olbert begann 1973 in der Firma P+S Plast- und Schaumtechnik in Diepholz. Als Vertriebsleiter kaufte er 1995 einen Teil des Unternehmens und gründete auf dieser Basis Omega Technology Plastic. Der Firmensitz blieb an der Ovelgönne in Diepholz. Der Umsatz wuchs ständig. Nach Unternehmensangaben um 7,7 Prozent jedes Jahr. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 35 auf 140. Heute beziffert Olbert den Jahresumsatz auf etwa 20 Millionen Euro. Im Jahr 2020 veränderte das Unternehmen seinen Namen – das Wort „Plastic“ wurde gestrichen – und auch das Logo wurde im Vorfeld des Generationswechsels erneuert.

Erweiterung an der Thüringer Straße

Ganz reibungslos verlief die Firmenentwicklung nicht. Die Corona-Krise hat auch Omega Technology getroffen. „20 Prozent Umsatzrückgang“, nennt Joel Olbert eine Folge. Aber das hat das Unternehmen verkraften können –  „aufgrund eines Kraftaktes des gesamten Teams“, wie die Firmenleitung betont – und investiert wieder einmal antizyklisch: Auf einem Gelände an der Thüringer Straße in Nachbarschaft seines Stammsitzes hat Omega Technology ein 16. 000 Quadratmeter großes Gelände gekauft. Auf einem Teil stehen noch alte Gebäude einer früheren Firma, die weitergenutzt werden, auf dem bislang brach liegenden Bereich entsteht derzeit eine neue, 2. 400 Quadratmeter große Halle. Der gesamte Bereich wird das neue Logistikzentrum der Firma.

Weiterer Standort in Portugal

Durch diese neuen Lagerkapazitäten wird an der Ovelgönne auf der gegenüberliegenden Straßenseite Platz für die Produktion frei. Dort werden nach Abschluss der aktuellen Investitionen 65 hochmoderne Spritzgussmaschinen stehen, mit denen Omega Technology Produkte nicht nur für Autos, sondern auch für Elektrohausgeräte, Agrarmaschinen und die Möbelindustrie weltweit herstellt. Insgesamt mehr als 200 Millionen hochwertige technische Kunststoffteile und Baugruppen verlassen jedes Jahr das Werk in Diepholz. Geschäftsführer Joel Olbert: „Jährlich verarbeiten wir circa 400 Tonnen Rohmaterialien und 39 verschiedene Werkstoffe.“ Einen weiteren Standort hat das Diepholzer Unternehmen in Marinha Grande (Portugal). Hinzu kommt eine Kooperation mit einem Unternehmen in Colombo (Sri Lanka).

Weitere Projekte in Diepholz

Um angesichts hoher Lohnkosten in Deutschland international konkurrenzfähig zu bleiben, setzt Omega Technology auf Automatisierung. Das gehe jedoch nicht zu Lasten des jetzigen Mitarbeiterstamms, so Walter Olbert: „Omega hat eine klare Vorstellung davon, wie es in Diepholz weiter geht. Vor allem geht es in Diepholz weiter mit zertifizierter Qualität ,Made in Germany’. Standorte in sogenannten Billiglohnländern stehen nicht auf der Agenda.“ Am Standort Diepholz hat Omega eine Sauberraum-Fertigung für kontaminationsempfindliche Produkte in Vorbereitung. Ein Bereich für elektrische Sitzverstellungen soll 2022 die Produktion aufnehmen.

Psalm auf dem Bauschild

Bei der Leitung ihrer Firma haben Walter und Joel Olbert ihren christlichen Glauben als Grundeinstellung. Das machen sie auch nach außen auf dem Bauschild der neuen Halle an der Thüringer Straße deutlich. Auf diesem ist Psalm 90,17 aus der Bibel zu lesen.

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