19-jährige Diepholzerin liest aus ihrem Lyrikband „Für dich war ich Mohn“

Heimspiel für Rieke Siemon

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Rieke Siemon las quer durch ihren Lyrikband und vermittelte ihren Blick auf die Welt.

Brauns-Bömermann - Von Simone. „Rieke schreibt sich auf und entdeckt Welt und Wörter“, erklärt Erfolgsautorin und Professorin J. Monika Walther in ihrem Nachwort zum gerade erschienenen Lyrikband von Rieke Siemon aus Diepholz. Auch der Verleger des Buches, Alfred Büngen aus Vechta, verneigt sich vor der jungen Autorin: „Wer Lyrik schreibt, zeigt seine Seele!“, so Büngen bei der Premierenlesung am Freitagabend in der Münte.

Die Münte hat kaum genug Sitzplätze, so groß ist das Interesse an der 19-jährigen Lyrikerin. Doch bevor die Autorin aus ihrem Werk „Für dich war ich Mohn“ liest, hat ihr Verleger Alfred Büngen das Wort. Und dieser spart in seiner Einführung nicht mit Komplimenten. Er ist beeindruckt von dem überbordenden Interesse der Diepholzer und lobt den Mut der Autorin, einen Lyrikband in der heutigen Zeit zu verfassen.

Rieke Siemon schreibe und dichte in einer brillanten Bildlichkeit, stellt Büngen fest und fügt an die Zuhörer gerichtet hinzu: „Seien Sie nicht schockiert, wenn Sie manches nicht verstehen. Rieke lässt uns die Welt anders beschrieben verstehen!“ In diesem Zusammenhang gehe ein Dank an das Umfeld, aus dem die Autorin ihr Potenzial schöpfe: Eltern, Geschwister, Freunde, Familie und vielleicht auch Lehrer. Menschen, die sie geformt hätten.

Die Familienangehörigen dürfen natürlich nicht fehlen, als die 19-jährige Diepholzerin aus ihrem Lyrikband „Für dich war ich Mohn“, der in vier große Kapitel unterteilt ist, liest. Bereits nach den ersten Zeilen wird dem Publikum unmissverständlich deutlich: Rieke Siemon gibt vieles von sich preis, darf dafür aber ungeniert andere beobachten. Sie schaut feinfühlig hinter Personen und Vorgänge und formt daraus ihre Geschichten. Ihre beobachteten Details hauchen ihrer Lyrik Leben ein.

Immer näher kommt die 19-Jährige den Zuhörern mit ihrer jungen Weisheit und ihrer beschriebenen Jugendlichkeit. Ihre Jugend wird ansteckend: Freiheit, Wünsche, Hoffnung, keine Konzessionen, Zerbrechlichkeit, Melancholie und Wildheit spiegeln sich. Jugend scheint wie Pusteblume. Stoffwechsel sei anstrengend, da bleibt man einfach mal liegen, schreibt die Hoffnungsträgerin. Sie traut sich an die Muße, die der Gesellschaft fehlt, aber durchaus mit Zielstrebigkeit und Akribie.

Die Zuhörer sind ergriffen von den Zeilen der jungen Autorin, die zurzeit Deutsche Sprache und Literatur in Marburg studiert. Auch Robert Eilers, ihr früherer Deutschlehrer in der Oberstufe der Liebfrauenschule in Vechta, ist begeistert von seiner ehemaligen Schülerin: „Es ist wunderbar und erfüllt mich mit Stolz.“ Unterdessen mutmaßt Verleger Alfred Büngen voller Inbrunst und mit Hoffnung einer neuen Generation Lyriker: „Vielleicht heißt es in Diepholz in 20 Jahren: Die, die war´s!“

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