Für 2022 Aufnahmequote erhöht

189 zugewiesene Flüchtlinge in Diepholz: Sozialarbeiterinnen berichten über ihre Tätigkeit

Die Diepholzer Flüchtlingssozialarbeiterinnen Lena Prange (links) und Brigitte Suckut.
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Die Diepholzer Flüchtlingssozialarbeiterinnen Lena Prange (links) und Brigitte Suckut.

Lena Prange und Brigitte Suckut sind Flüchtlingssozialarbeiterinnen der Stadt Diepholz. Im Rathaus berichteten sie über ihre Tätigkeit.

Diepholz – 189 der Stadt zugewiesene Flüchtlinge lebten am 31. Dezember 2020 in Diepholz. Im vergangenen Jahr betrug die Aufnahmequote für die Stadt Diepholz 24 Personen. Nächstes Jahr muss Diepholz mehr Flüchtlinge aufnehmen: Für 2022 ist die Quote der Stadt auf 47 erhöht worden. In den Jahren 2015 und 2016, dem Höhepunkt der „Flüchtlingskrise“, lag die Zuweisungsquote für die Stadt Diepholz über 100.

Land Niedersachsen legt Flüchtlingsquote fest

Die Quote wird vom Land Niedersachsen festgelegt. Sie verteilt sich anhand der Einwohnerzahl auf die Landkreise und diese verteilen nach dem gleichen Prinzip die Aufzunehmenden auf die Kommunen. Über die aktuelle Asylbewerber-Situation in Diepholz berichteten Lena Prange und Brigitte Suckut, die beiden Flüchtlingssozialarbeiterinnen der Stadt Diepholz, im städtischen Ausschuss für Ordnung, Markt, Soziales, Sport und Kultur. In der öffentlichen Sitzung legten sie ihren Tätigkeitsbericht für 2020 vor.

Das freiwillige Beratungsangebot haben im vergangenen Jahr 163 Flüchtlinge in Anspruch genommen. Inklusive zu- und fortgezogenen Asylbewerbern haben Lena Prange und Brigitte Suckut 216 Menschen betreut.

Unterkünfte

Untergebracht sind die Flüchtlinge in der Stadt Diepholz in verschiedenen Unterkünften im Bereich Enge Straße, Stüvenstraße, Kielweg, Maschstraße sowie in einzelnen Wohnungen. Außergewöhnliche Probleme gab es laut Stadtverwaltung mit den Asylbewerbern nicht. 

Eines der Hauptprobleme 2020 war, dass Behörden und Institutionen wegen der Corona-Pandemie geschlossen waren. Die Sozialarbeiterinnen vermittelten in diesen Fällen. Auch Sprachkurse fielen wegen der Kontaktbeschränkungen aus.

Zwei besondere Fälle für die Flüchtlingssozialarbeiterinnen waren die Zuweisung eines Kleinkindes, das wegen seiner in Diepholz festgestellten schweren Behinderung besonders begleitet werden musste, und die langwierige Suche nach einem Schulplatz für eine 17-Jährige. Diese Suche hatte Erfolg, nachdem mehrere Schulen die Migrantin abgelehnt hatten.

Die meisten zugewiesenen Flüchtlinge kommen aus Afghanistan und Syrien

Wie Lena Prange und Brigitte Suckut im Ausschuss weiter berichteten, sind 2020 der Stadt Diepholz 20 Personen zugewiesen worden, deren Asylanträge in Deutschland unzulässig waren, da sie bereits einen Schutzstatus in einem anderen EU-Land erhalten hatten. Es folgen dann meist langwierige Klageverfahren. Lena Prange: „In dieser Zeit sind diese Personen von Integrationsangeboten ausgeschlossen. Dennoch gehen wir davon aus, dass etwa 18 der 20 Personen dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen.“

Von den 189 zugewiesenen Flüchtlingen im Jahr 2020 in Diepholz kamen laut Statistik der beiden Sozialarbeiterinnen 48 aus Afghanistan, 44 aus Syrien, 19 aus Pakistan und 16 aus dem Irak. Die weiteren stammen aus anderen Ländern. 2021 seien erstmals Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia der Stadt Diepholz zugewiesen worden.

Stadt Diepholz finanziert Flüchtlingssozialarbeit seit 2020 komplett

Die Stadt Diepholz finanziert die Flüchtlingssozialarbeit, die aus organisatorischen Gründen beim Diakonischen Werk am Postdamm angesiedelt ist. Diese Flüchtlingssozialarbeit wurde Anfang 2015 aufgenommen. Dazu schloss die Stadt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Diakonischen Werk. In den Jahren 2016 bis 2019 wurde die Flüchtlingssozialarbeit vom Landkreis Diepholz mit etwa 90 Prozent kofinanziert. Diese Mittel wurden 2020 komplett gestrichen. Die Finanzierung erfolgt seitdem zu 100 Prozent von der Stadt Diepholz, so die Verwaltung auf Anfrage unserer Zeitung.

Seit dem 1. Januar 2021 hat die Stadt Diepholz die Stundenzahl der beiden Flüchtlingssozialarbeiterinnen von 63,5 Wochenstunden auf 50 reduziert. Während Brigitte Suckut weiterhin 25 Stunden an fünf Tagen in der Woche arbeitet, ist Lena Prange mit 25 Stunden nur noch an drei Tagen in Diepholz präsent. Die Stadtverwaltung erklärte gegenüber unserer Zeitung zur Begründung: „Vor dem Hintergrund knapper Mittel bei gleichzeitig deutlich gesunkener Zuweisungszahl wurde der Betreuungsumfang im Rahmen des Haushaltes 2021 reduziert.“

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