Kultusminister übergibt Förderung

170.000 Euro aus dem Digitalpakt für Diepholzer Schulen

„Grünes Wunder“ wurde dieses speziell für den inklusiven Unterricht eingerichtete Klassenzimmer wegen seines Fußbodens schon genannt, das der Kultusminister und die anderen Besucher hier unter die Lupe nehmen.
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„Grünes Wunder“ wurde dieses speziell für den inklusiven Unterricht eingerichtete Klassenzimmer wegen seines Fußbodens schon genannt, das der Kultusminister und die anderen Besucher hier unter die Lupe nehmen.

Diepholz – Digital kann manchmal auch ganz analog, also „greifbar“ sein. Als die Besuchergruppe um Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne unter der Überschrift „Digitalpakt Stadt Diepholz“ zu Besuch in der Grundschule Sankt Hülfe-Heede war, da konnte sie zum Teil offenliegenden Kabelschächte und von der Decke hängende Kabel begutachten.

Das „Strippenziehen“ gehört zum Ausbau der Digitalisierung dazu; gleichzeitig entsteht hier ein Anbau mit zwei neuen Klassenräumen.

Doch Tonne war nicht allein zur Baustellenbesichtigung gekommen, sondern auch mit gefüllten Taschen. Er überbrachte mehrere Förderbescheide im Rahmen des Digitalisierungspaktes für Grundschulen der Stadt Diepholz – insgesamt ist die Förderung 170.000 Euro „schwer“. Knapp 75.000 Euro gehen an die Mühlenkampschule, knapp 40.000 Euro an die Grundschule Aschen und knapp 55.000 Euro kommen der Grundschule Sankt Hülfe-Heede zugute. In den Schulen werden damit Elektroinstallationsarbeiten durchgeführt, Access-Points eingerichtet, Planungskosten bestritten oder neue Server sowie andere Netzwerktechnik angeschafft.

Und auch die Grundschule an der Hindenburgstraße wird nicht leer ausgehen. Knapp 80.000 Euro sind als Förderung bereits bewilligt, aber noch nicht „verbaut“.

Die Digitalisierung sei Realität für junge Menschen „und wir tun gut daran, das auch anzunehmen“, sagte der Minister bei der Übergabe in den Räumen des Technikmuseums gleich gegenüber.

Im Digitalpakt stelle der Bund fast fünf Milliarden Euro zur Verfügung, in Niedersachsen trägt das Land zehn Prozent der Fördersumme mit. Im Zuge der Pandemie habe man nochmals drei Nachträge zu jeweils 52 Millionen Euro beschlossen.

Die Digitalisierung bedeute allerdings nicht automatisch ein Verbot für die Kreidetafel, unterstrich Tonne: „Es wird so gemacht, wie es vor Ort passt.“ Alles stehe unter dem Primat der Pädagogik, die Technik sei ein Hilfsmittel, das das Lernen letztlich nicht ersetzen könne.

Hiermit rannte er offenen Türen bei den drei Schulleiterinnen ein, die als Empfängerinnen dabei waren. Technik allein ist nicht alles, klang aus den Statements heraus. „Wichtig ist die Mischung, auch das miteinander Reden ist ein zentraler Punkt. Das sehen wir gerade in diesen Zeiten“, berichtete Susanne Brandt von der Grundschule Sankt Hülfe-Heede aus der Nach-Corona-Praxis. Sie hob auch das gute Miteinander mit dem Team der Diepholzer Mediothek hervor, das für die Schulen auf dem Weg zur Digitalisierung wertvolle Hilfe leiste.

Ihre Schulleiter-Kollegin Birgit Köster aus Aschen berichtete, dass die Ausstattung mit Endgeräten dort bereits ganz gut sei, man sich besonders darauf freue, dass nun bald – Stichwort Glasfaser – auch die Internetverbindung besser würde.

Claudia Klenke, Schulleiterin der Mühlenkampschule, sieht dort hingegen eher im Bereich der Geräteausstattung noch Aufholbedarf; immerhin gelte es hier, 13 Klassen auszustatten.

Drei Förderbescheide nimmt Bürgermeister Florian Marré entgegen, insgesamt 170.000 Euro „schwer“.

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig freute sich über die engagierte Umsetzung des Paktes an den Schulen, wies aber auch auf ein Problem hin, das sich nun stärker stellen dürfte. Bei all den löblichen Investitionen dürfe man den IT-Servicebereich, also die Unterhaltung der Geräte, nicht aus dem Blick verlieren. Da gebe es für die Schulen zwangsläufig immer größeren Bedarf und es sei schwierig, fachkundiges Personal zu gewinnen.

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt, sagt man, aber für die Digitalisierung trifft das genauso zu“, meinte der Diepholzer Bürgermeister Florian Marré, der die Förderbescheide dankend entgegennahm. Er ließ aber auch durchblicken, dass trotz der Summen aus dem Digitalpakt der Gesamtzuschussbedarf der Stadt Diepholz schon jetzt bei knapp 120.000 Euro liegt. Geld, das die Stadt zusätzlich in die Bildung ihrer jungen Bürger investiert.

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