2000 Gäste jedes Wochenende

Diskothek „Airport“ in Diepholz: 10.000 Party-Fotos aus 1980ern und frühen 90er Jahren begeistern

Die Diepholzer Diskothek „Airport“ in den 1980er und frühen 90er Jahren: Nicht nur zu Silvester – hier die Party 1990 – war hier immer was los.
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Die Diepholzer Diskothek „Airport“ in den 1980er und frühen 90er Jahren: Nicht nur zu Silvester – hier die Party 1990 – war hier immer was los.

Diepholz – Dauerwelle, Schulterpolster, schrilles Make-up, Karotten-Jeans: Manch einer denkt mit Schrecken an die Mode zurück, die in den 1980er Jahren angesagt war. Auf mehreren tausend Fotos aus Diepholz sind damalige Modetrends bei Facebook wieder aufgetaucht. Dort werden seit einigen Wochen Bilder von den großen Partys in der damaligen Großraum-Diskothek „Airport“ gepostet.

Verantwortlich dafür zeichnet Heinz-Peter Immega, der den „Airport“ 1983 gemeinsam mit Ernst Wiegmann eröffnet und bis 1991 betrieben hatte. Dessen Sohn Lars Immega, zeitweiliger Geschäftsführer der Disco an der Thüringer Straße, hatte die in zehn Kartons verpackten Dias während seines Umzugs nach Wildeshausen gefunden.

Diskothek „Airport“ in Diepholz - Erinnerungen an legendäre Partynächte

„Ich habe meinen Vater angerufen und ihm mitgeteilt, dass die Dias nicht mehr ewig halten, einige jetzt schon nicht mehr im besten Zustand sind und dringend digitalisiert werden müssten, um die schönen Erinnerungen nicht zu verlieren. Er bat mich um Hilfe und so habe ich einen Profi-Scanner zur Miete im Internet bestellt“, berichtet der inzwischen 52-jährige Lars Immega, der heute Chef der Software-Firma „smartview360“ ist.

Lars Immega beim Einscannen der Dias.

Als Erinnerung für die damaligen Gäste und Mitarbeiter sind die Bilder nun im Internet auf der Facebook-Seite „Airport Diepholz“ zu finden.

Der Scanner lief dazu wochenlang fast pausenlos. „Ich hatte mir das etwas leichter und schneller vorgestellt“, lächelt der gebürtige Diepholzer: „Eine Woche war geplant, und nun dauert es schon drei Wochen, die etwa 10 000 Dias zu scannen, denn ein Scan dauert etwa drei bis vier Minuten.“

Lars Immega    (rechts) damals mit seinem Vater beim „Airport“-Karneval..

Einige der digitalisierten Bilder habe der seit Jahren in der Schweiz lebende Heinz-Peter Immega zunächst per E-Mail an ehemalige Gäste, Mitarbeiter und Freunde geschickt. Die Begeisterung sei überwältigend gewesen.

Lars Immega: „Schnell kam die Frage nach mehr auf – und auch, ob man die Bilder nicht mit Freunden einfacher via Facebook teilen könnte. So hat mein Vater begonnen, Fotos in Alben – nach Veranstaltungen sortiert – auf die Airport-Facebookseite hochzuladen.“

Rosenmontag 1988: Die beiden „Airport“-Betreiber Heinz-Peter Immega (links) und Ernst Wiegmann.

Günter Ender mit seiner Kamera immer dabei

Die Bilder hatte seinerzeit Günter Ender aus Diepholz gemacht. Der fotobegeisterte Mitarbeiter des damaligen „Quelle“-Technik-Geschäftes an der Bahnhofstraße war ab Mitte der 1980er Jahre bei nahezu jeder Aktion im „Airport“ mit seiner Kamera unterwegs. Seine Dias wurden dann in den Wochen darauf über zwei Projektoren in der Diskothek gezeigt. Jeweils 100 Bilder liefen in „Endlosschleife“.

Die Projektoren-Karussels mit den Dias darin beschriftete Günter Ender sorgfältig und bewahrte sie auf. Nach dem Ende des „Airport“ 1993 verschwanden sie in Bananenkisten. „Durch die Beschriftung konnten wir jetzt die Bilder gut zuordnen“, berichtet Lars Immega, „zumindest nach Jahr und Veranstaltung.“

Die Resonanz auf die Veröffentlichung der alten Party-Fotos im Internet sei mit mehreren tausend erreichten Menschen riesig gewesen, berichtet Lars Immega: „Mein Vater hofft, den Diepholzern und den Gästen aus den umliegenden Orten eine Freude damit zu machen. Sollte eine Veröffentlichung eines bestimmten Fotos nicht gewünscht sein, reicht eine kurze Nachricht über den Messenger der Facebookseite Airport Diepholz und dann wird es entfernt.“

2.000 Gäste füllten die Diepholzer Großraumdiskothek

Wie auf den Bildern zu sehen ist, war im „Airport“ immer jede Menge los. Etwa 2000 Gäste füllten die Diepholzer Großraumdiskothek an der Thüringer Straße nahezu jedes Wochenende. Rekord seien 3 500 Besucher an einem Abend gewesen, allerdings nicht auf einmal.

Karneval 1989 im „Airport“. Hier gab es auch regelmäßig Veranstaltungen wie Motto-Partys, Miss-Wahlen und Auftritte von damaligen Disco-Stars.

Beach-Partys mit großem Pool und Sand

Ob „Airport außer Rand und Band“, „Penthouse-Partys“, Karneval, Miss-Wahlen, Veranstaltungen zum Diepholzer Flugplatzrennen oder die legendären Beach-Partys mit großem Pool und Sand: Immer war die „Bude voll“. Damalige Disco-Stars wie „Imagination“, „The Twins“, „Arabesque“ (mit Sängerin Sandra) und Precious Wilson traten in den 80er Jahren auf der Bühne des „Airport“ auf.

Lars Immega war immer mittendrin im Diepholzer Disco-Geschehen der 80er. Zunächst, mit 14 Jahren, übernahm er die Aufgabe, zusammen mit anderen am Samstagnachmittag die Getränkebestände an den Theken aufzufüllen. Später arbeitete er – wie viele damals junge Diepholzer – auch hinter der Theke. Zudem war er Lightjockey (Spitzname: „Laser Lars“).

Lightjockey „Laser Lars“

Nachdem sein Vater nach der Wiedervereinigung 1990 Geschäfts-Projekte in den neuen Bundesländern in Angriff genommen hatte, übernahm Lars Immega für zwei Jahre die Geschäftsführung der Diepholzer Großraumdiskothek.

Nach 1991 wechselnde Besitzer

1991 verkaufte Heinz-Peter Immega den „Airport“, der anschließend mit wechselnden Besitzern und den Namen „Palace“, „Empire“, „Luma“, „Aero“ und „Matrix“ bis zur endgültigen Schließung 2018 mehr oder weniger rühmliche Zeiten erlebte.

Nun Bereich für Spielhalle abgetrennt

Zuletzt wurde ein Teil der leer stehenden Großraumdiskothek abgetrennt. In diesem Teil des Gebäudes ist nun eine Spielhalle mit eigenem Eingang. Gerüchte, dass es Bestrebungen gibt, den „Airport“ im anderen Gebäudeteil als Club wieder aufleben zu lassen, konnten bislang nicht bestätigt werden. Für den Unternehmer Lars Immega ist ohnehin klar: „Die beste Zeit im ,Airport’ war in den 80ern.“

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