Heiner Rusche und Jutta Grewe 17 Tage unterwegs

1 000 Kilometer: Urlaub auf dem Rad

1 000-Kilometer-Tour auf dem Fahrrad: Heiner Rusche und Jutta Grewe fuhren beim Diepholzer Stadtradeln für das Team „Grüne in Diepholz und umzu“.
+
1 000-Kilometer-Tour auf dem Fahrrad: Heiner Rusche und Jutta Grewe fuhren beim Diepholzer Stadtradeln für das Team „Grüne in Diepholz und umzu“.

Diepholz/Hemsloh – Es gibt viele Möglichkeiten, in den Urlaub zu fahren. Man kann mit dem Auto oder dem Wohnmobil reisen, mit dem Flieger oder auf einem Luxus Kreuzfahrtschiff. Etwas umweltfreundlicher geht es mit der Bahn. Für Heiner Rusche und Jutta Grewe ist die Wahl schon seit einigen Jahren auf das klimafreundlichste Fahrzeug gefallen: Sie reisen mit dem Fahrrad.

Bereits Anfang des Jahres waren Zeitpunkt und Route geplant. Lange hieß es bangen, ob während der Corona- Krise so eine Tour überhaupt möglich ist. Werden die Campingplätze ab Mitte Juni wieder öffnen können und werden dort Radreisende bereits empfangen?

Es sollte klappen – und es kam noch besser. Genau ins Zeitfenster der Reise fiel das Diepholzer Stadtradeln und so fuhr das in Hemsloh wohnende Ehepaar für das Team „Grüne in Diepholz und umzu“, in dem Heiner Rusche auch als Team-Captain fungiert.

Im Zelt übernachtet

Gestartet wurde am 15. Juni direkt vor der Haustür. Der 66-jährige Heiner Rusche, der als professioneller Kinderrockmusiker bekannt ist, berichtet für unsere Zeitung:

„Mit zwei vollbepackten Reiseräder, mit Zelt, Isomatten, Schlafsäcken, Kocher, Topf, Sitzgelegenheiten und allem, was man während so einer Reise benötigt, ging es zunächst auf dem Meer(rad)weg in Richtung Steinhuder Meer und dann entlang der Leine zum Allerradweg. Es folgte der Aller-Elbe Radweg und ab Magdeburg ging es flussaufwärts entlang der Elbe bis zur Saale.

Zur Überraschung waren wir plötzlich in Nienburg. Es war natürlich Nienburg/Saale. Ab hier sollte es über den Europaradweg R1 in Richtung Harz gehen. Und dann hieß es, mächtig Höhenmeter machen, was auf den groben Schotterwegen zeitweise eine echte Herausforderung war. Wer hier fährt, sollte immer Flickzeug, Luftpumpe und Werkzeug dabeihaben. Wir hatten gleich zwei Mal einen Platten. Der scharfkantige Schotter hat es in sich“, so Rusche.

Diepholzer Stadtradeln

Die Stadt Diepholz beteiligt sich erstmalig am Stadtradeln – ein Wettbewerb, an dem in diesem Jahr über 7 000 Kommunen in Deutschland teilnehmen. Es geht darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Aktionszeitraum endet heute.

Laut der Internetseite stadtradeln.de/diepholz lag am Freitagnachmittag das Team GY Graf-Friedrich-Schule mit 1 049 Kilometern (84 Radelnde, 130 Kilometer pro Kopf) in Führung. Auf Platz zwei war das Team Fliegerhorst Diepholz mit 7 413 Kilometern bei 34 Radelnden (218 Kilometer pro Kopf) und auf dem dritten Platz die Polizei Diepholz mit 6 995 Kilometern (15 Radelnde, 466 Kilometer pro Kopf). Auf den nächsten Plätzen: Stadtwerke-Bikers, Möller GmbH und Stadt Diepholz.

1 049 Radfahrer in 67 Teams hatten sich in der Stadt Diepholz für die Aktion registriert. Sie fuhren zusammen 125 366 Kilometer und vermieden dadurch bei ihren Fahrten gegenüber der Nutzung von Kraftfahrzeugen laut der Auswertung 18 Tonnen CO2. ej

Dem R1 folgend fuhren er und seine Frau Jutta Grewe (69) durch den Solling bis nach Holzminden und von dort aus über den Weserradweg wieder in Richtung Norden. Übernachtet wurde auf Campingplätzen im Zelt. Während der Gewitternächte durfte es auch schon mal ein Zimmer in einer Radler-Pension oder einmal auch ein Wohnfass sein.

Dusche im Dauerregen

Am Donnerstag gab es für beide noch einmal eine kräftige Dusche im Dauerregen, bevor sie nach 17 Tagen im Sattel, etwas über 1 000 Kilometern und etwa 4  000 Höhenmetern wieder Zuhause in Hemsloh ankamen.

Heiner Rusche: „Wieder hat es sich gezeigt, dass eine Radreise für uns die schönste Art des Reisens ist. Meistens weit ab von den schnellen, breiten Straßen, ging es ohne Krach und Gestank quer durch die Natur, mit vielen Eindrücken und Bildern im Kopf.“

„Wir haben alles um uns herum mit allen Sinnen wahrnehmen dürfen. Die Natur war uns so nah. Manchmal war es heiß, dann wieder angenehm mild. Mal gab es kräftige Gewitter oder wir fuhren im Dauerregen. Morgens wurden wir von den Vögeln geweckt“, erzählt Jutta Grewe.

Bewusst kein E-Bike

Schon jetzt ist klar: Auch der nächste Urlaub wird wieder eine Radreise. Für Heiner Rusche geht es bereits Ende August wieder los. Dann steht eine Alpen-Überquerung über den Bernardino- Pass nach Italien bis ans Mittelmeer an. Die beiden Radler fahren übrigens keine E-Bikes. Auf die Frage, warum sie ohne Strom fahren, antworten sie lapidar: „Weil wir es können!“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus
Landkreis Diepholz: Großbrand ruiniert Scheune – 100 Einsatzkräfte nötig

Landkreis Diepholz: Großbrand ruiniert Scheune – 100 Einsatzkräfte nötig

Landkreis Diepholz: Großbrand ruiniert Scheune – 100 Einsatzkräfte nötig
Freiwillige hübschen Schwimmpark auf

Freiwillige hübschen Schwimmpark auf

Freiwillige hübschen Schwimmpark auf
A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

Kommentare