Thea Blume stellt 300 Puppen aus / Martfelderin näht Kleidung selbst

„Die Puppen müssen mir etwas sagen“

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Thea Blume hat ihre Puppen liebevoll angeordnet. ·

Martfeld - Von Jana WohlersRund 300 Puppen aus den vergangenen 100 Jahren sind im Puppenmuseum von Thea Blume in Martfeld zu entdecken. Das Haus befindet sich am Ortende, die „Puppenmutter“ hat die alte Diele umfunktioniert und stellt ihre Schätze dort aus.

„Meine Leidenschaft für Puppen entstand schon früh“, erzählt Thea Blume. Auf Floh- und Antikmärkten hält sie Ausschau nach neuen Objekten für ihr Museum. Dabei hat sie genaue Vorstellungen: „Die Puppen müssen mir ins Auge stechen, eine Beziehung zu mir aufbauen und mir quasi etwas sagen.“

Seit zwölf Jahren öffnet Blume regelmäßig die Türen ihres Museums. Etwa 160 Exponate hat sie selbst hergestellt. Der Weg bis zu einem fertigen Exemplar sei lang und erfordere viel Geduld, erzählt Blume. „Ich sage immer: Ein richtiges Kind braucht auch neun Monate Zeit.“

Zu Beginn liegt nur ein Klumpen in den Händen der Puppenherstellerin, beispielsweise aus Metall, Pappmaschee oder Zelluloid. Sie modelliert das Material und gießt es in eine Form, bevor es bei 1 200 Grad in den Brennofen kommt und ein neues Spielzeug entsteht. „Für einzelne Puppen lohnt sich die Arbeit kaum, deshalb baut man immer gleich mehrere“, sagt Blume.

Auch die Kleidung für ihre Schätze entwirft und näht die „Puppenmutter“ selbst.

Sie erkennt jede der 300 Figuren sofort. Zu manchen fallen ihr kleine Geschichten ein, die sie gerne mit den Gästen teilt. So ist eins der ersten Exemplare von Thea Blume die alte Puppe ihrer Tochter, die das Spielzeug einst von Bekannten geschenkt bekommen hatte.

Ein paar von Blumes Puppen sind schon Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden. Unikate der Herstellerin Käthe Kruse, die in Fachkreisen als besonders wertvoll gelten, gehören ebenso zum Inhalt des Museums wie Stücke anderer namhafter Firmen. So sitzen Schildkröt- und Keramofix-Puppen aus den 1930er- bis 1950er-Jahren in den Regalen und Vitrinen.

„Vor allem die Gestaltung und Anordnung der Puppen im Museum ist besonders“, sagt Blume. Sie hat ihre 300 Schätze zum Teil nach Herstellern angeordnet, zum Teil aber auch nach verschiedenen Themen zusammengestellt – stets mit viel Liebe zum Detail.

Wer Interesse hat, sich die vielfältige Sammlung einmal anzuschauen, ist im Puppenmuseum am Ortende 11 in Martfeld willkommen. Es öffnet jeden zweiten Sonntag im Monat, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Andere Termine sind nach Absprache mit Thea Blume unter Telefon 042 55/430 möglich. Der Eintritt ist frei.

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