Nach 40 Jahren Frauenkarneval steigt auch der Jetset auf die Frohsinnsbühne

„Der Pastor schafft mich“

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Kantor Johannes Schäfer als „Schlafmütze“.

Twistringen - Von Sabine NölkerNach mehr als 40 Jahren Frauenkarneval hat am Dienstagabend der internationale Jetset den Weg auf die Frohsinnsbühne gefunden: Karl Lagerfeld und seine Muse Cindy aus Marzahn, Andrea Berg und Lady Gaga, natürlich gedoubelt. Den Reigen schloss Frauenschwarm und Stargeiger David Garrett, der von Modemacher Harald Glööckler im Pfarrzentrum begrüßt wurde.

Mit „Twustern Helau!“ startete die erste Karnevalssitzung der „kfd“ (Katholische Frauengemeinschaft). Das fast ausnahmslos weibliche Publikum im ausverkauften Saal war am Ende total begeistert: „Das war definitiv die beste Karnevalssitzung der letzten Jahre“, hieß es.

Traditionell begrüßte Marie Striethorst rund 150 Gäste und stellte die neuen Moderatorinnen Agathe Gruppe und Doris Poppe vor, die durch ein buntes Programm führten. Den Anfang machte Roswitha Schütte als Sportlerin des Jahres. Sie outete sich als „Miss Adele Frankenstein“, Catcherin oder auch Fußballerin, bevor Franka Bergmann als Wirtschafterin im Pastorenhaus aus dem Nähkästchen plauderte. Monsignore Molitor werde noch über den 13. April hinaus in Twistringen verweilen, auch wenn er, wie geplant, zum Domkapitular ernannt werde. Schütte zitierte den Pastor: „Solltet ihr einmal von dieser Erde gehn, werde ich mit dem Weihwasser neben euch stehen.“

Carina und Saskia Müller zeigten als Ewald und Anni die Harmonie einer Ehe auf. Der Lohn für ihren Premierenauftritt: viel Beifall. Maria Striethorst trieb als Papagei („Taramtamtam, taramtamtam, jetzt kommen die weißen Hühner dran“) den Zuschauerinnen die Lachtränen in die Augen.

Anja und Kerstin Nüvemann, beide 17 Jahre alt, erfreuten mit ihren „Wahnsinnsstimmen“ und Songs von Helene Fischer.

„Der Pastor schafft mich“, gestand Schlafmütze Johannes Schäfer – im Nachthemd schlaftrunken auf der Bühne. Nicht nur als Regionalkantor sei er stark gefordert, nun müsse er auch noch Schnee schieben. Musikalisch unterstützt von Beate Gehrken, sang sich Schäfer – frei nach Jürgen von der Lippes „Guten Morgen liebe Sorgen“ – vieles von der Seele.

Nach der Pause wurde es gruselig beim „Tanz der Vampire“ der Tanzgruppe des SV Marhorst unter der Leitung von Brigitte Knickmann. Sie präsentierte perfekte Masken, ebenfalls von Anke Rickers angefertigt, eine detailgetreue Verkleidung und eine herausragende Tanzleistung, bevor Rotzgöre Susi (Maria Pankratz) die Stimmung weiter anheizte. Die Ameland-Frauen gaben eine Kirchen-Litanei zum Besten. Und Mechthild Hanschen alias Frau Jaschke brachte den Saal dann zum Toben. Wieder auf der Suche nach einem neuen Mann, erzählte sie von ihren Erfahrungen beim Bachelor-Casting und im Institut „Liebesblümchen“.

Plötzlich kreischte und schrie das Publikum im Pfarrzentrum. Der Jetset zog in den Saal ein. Für den Fall der Fälle habe das Orgateam einen Rettungswagen vor die Tür gestellt, um in Ohnmacht fallende Damen gleich versorgen zu können, meinte das Glööckler-Double. Auch hier hatte Maskenbildnerin Anke Rickers wieder ganze Arbeit geleistet.

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Anton und Libeth. Marina Meder und Maria Striethorst holten sich Marleen Müller als Doktor an die Seite, weil Anton wohl schwächelte.

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