„Kreisel-Säule“ feiert 125. Geburtstag

Denkmal Menschen gewidmet

Feierten gestern den Geburtstag „ihrer“ Säule: Bürgermeister Wilhelm Bäker, Gästeführer Bodo Heuermann, Pastor Herbert Köhler, Landrat Gerd Stötzel, Ortsvorsteher Klaus Rajf, Stadtarchivar Klaus Menke (v.r.) mit Bassumer Geburtstagsgästen.

Bassum (lor) · Zwei Verkehrskreisel hat der Landkreis, die jeder hier ansässige Bürger kennt, so glaubt Landrat Gerd Stötzel, und das, „weil sie so außergewöhnlich schön sind.“ Einer davon befindet sich mitten in Bassum und seine besondere Erscheinung verdankt er dem Denkmal, das gestern seinen 125. Geburtstag feierte.

Neben Landrat Stötzel kamen Bürgermeister Wilhelm Bäker, Ortsvorsteher Klaus Rajf, Pastor Herbert Köhler und Stadtarchivar Klaus Menke zu Mittag am Fuß der Säule zusammen, um in ein paar Worten an den bewegenen Sinn des Kriegerdenkmals einerseits, aber auch an sein „bewegtes Dasein“ – im wahrsten Sinne – zu erinnern. War die Säule doch mehrmals versetzt worden, laut Stötzel zuletzt gar im Park der Freudenburg „versteckt“. Doch dieses Schattendasein sollte mit den Rückbaumaßnahmen an der B 51 ein Ende finden. Seitdem begrüßt das Bauwerk Einheimische wie Besucher in der Stadtmitte. „Ich bin sicher, nicht alle Bassumer kennen die Bedeutung des Denkmals“, bedauert Rajf. Denn auch wenn es äußerlich wie eine Siegessäule erscheint – entscheidend für die wirkliche Aussage sei sein Fundament, weiß Pastor Köhler und dessen Bedeutung sei eben auch heute noch aktuell. Die Namen von 30 Soldaten aus dem Amte Freudenberg, die 1870/71 in deutsch-französischen Krieg fielen, sind dort eingraviert. Auch wenn in den Worten des Bremer Pastoren Burggraf bei der ursprünglichen Einweihung besonders pathetischer Patriotismus durchklang, bleibe bis heute der eigentliche und einzige Sinn des Denkmals bestehen: Es sei Menschen gewidmet, erklärt Köhler.

Besonders schön sei es in diesem Zusammenhang zu erleben, wie eng und aktiv die Bassumer Freundschaft mit der französischen Partnerstadt Fresnay funktioniere, erinnert Bürgermeister Bäker an die vielen Aktionen des jährlichen Austausches – sei zwischen Feuerwehren, Schülern oder Landwirten. Aus der Proklamations-Urkunde zwischen beiden Städten von 1972 verliest Bäker schließlich das Anliegen, an das auch die Bassumer Säule immerzu erinnere: „Dass (...) die Bande deutsch-französischer Solidarität wesentliche Voraussetzung (...) eines friedfertig geeinten Europas und den Frieden der Welt bildet.“

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