Twistringer Abordnung ist im Europäischen Jugendparlament vertreten

Demokratie verstehen

Europäische Jugendparlamentarier vom Gymnasium Twistringen: Robert Schütte, Patricia Fehrentz, Bastian Bavendiek, Marcel Urban, Hischtar Agam und Jannik Meissner (v.l.). Die Lehrer Jens Eifert (links) und Sebastian Dörr (3.v.r.) haben die Schüler unterstützt. ·

Twistringen - Von Felix GutschmidtDie Eindrücke sind noch ganz frisch. Wie aus einer geschüttelten Colaflasche sprudeln sie aus den Schülern des Gymnasiums Twistringen heraus.

„Ich habe verstanden, wie eine parlamentarische Demokratie funktioniert“, sagt Jannik Meissner, 18 Jahre. Wie es ist, von morgens bis abends Termine zu haben, endlos zu diskutieren, Mehrheiten zu finden, und dabei immer unter dem Druck zu stehen, dass am Ende eine Entscheidung gefällt werden muss. Fünf Tage tagte das Europäische Jugendparlament in Weimar, und „wir waren da“.

Acht Resolutionen haben die 80 Jugendlichen aus ganz Europa erarbeitet. Sieben wurden vom Parlament verabschiedet. Die Themen umfassten von Arbeit bis Zuwanderung fast alle aktuell relevanten Themen. Manche davon, meint Jannik Meissner, sind im öffentlichen Diskurs bisher zu kurz gekommen. Die Twistringer Gymnasiasten hoffen, dass ihre Ergebnisse nun auch in Straßburg beachtet werden. Den Abgeordneten des Europaparlaments sollen die Resolutionen jedenfalls vorgelegt werden. Patricia Fehrentz berichtet, wie schwierig es gewesen ist, in der Arbeitsgruppe Migration einen gemeinsamen Standpunkt zu entwickeln, denn die Standpunkte der Teilnehmer reichten von „Wir machen die Grenzen auf“ bis „Wir lassen keinen rein“. Am Ende der langen Debatte stand ein Kompromiss: Politische Flüchtlinge sollten in Europa aufgenommen werden.

Die Schüler sind sich einig, dass die fünf Tage in Weimar nicht zuletzt ein Gewinn waren, weil sie auch abseits der parlamentarischen Arbeit mit Altersgenossen aus ganz Europa zusammen gewesen sind. Sie wollen den Kontakt halten. Lingua franca im Jugendparlament war Englisch. Eine Sprachbarriere hat es nicht gegeben. „Ich war mit einem Polen und einem Franzosen auf einem Zimmer“, sagt Jannik Meissner, „das war sozusagen ein kleines Weimarer Dreieck“.

Die Lehrer Jens Eifert und Sebastian Dörr wollen die Arbeit des Jugendparlaments in Form von einer AG an der Schule fortsetzen. Zu Dank verpflichtet sind sie der früheren Kollegin Barbara Upmeyer, die die Teilnahme am Jugendparlament ermöglicht hat.

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