...kreiert der in Brake lebende Reinhard Ehlers aus Metall

Dekoratives und (Gesellschafts)-Politisches

Skulptur aus Eisen zum Thema Wiedervereinigung.

Sulingen - BRAKE (mks) · Einige seiner Arbeiten sind rein dekorativ: Abstraktes und Figürliches vom Handschmeichler aus Holz bis zu kupfernen „Hans Huckebeins“, den bebrillten Unglücksraben à la Wilhelm Busch. Andere Plastiken haben einen (gesellschafts-)politischen Hintergrund. „Beides hat seine Berechtigung“, findet der Braker Metallgestalter Reinhard Ehlers.

Der 71-Jährige entdeckte seine künstlerische Ader nach dem Umzug aufs Land vor 30 Jahren. Mit dem Aufbau einer kleinen Kfz-Werkstatt ließ der gebürtige Bremer, seines Zeichens Kaffeekaufmann, Kfz-Mechaniker und Taxi-Unternehmer, seine berufliche Vergangenheit hinter sich. Für ihn und seine Familie war das Leben auf dem Land die Erfüllung eines Kindheitstraums, der zeitlich und gedanklich Raum ließ für die Kunst.

Seine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker habe er zu einer Zeit absolviert, als das „Handwerk noch Handwerk war“, erinnert sich Ehlers. Diese Fertigkeiten kamen ihm als Künstler ebenso zugute wie der kaufmännische „Background“. Eisen, Bronze und inzwischen auch Kupfer und Edelstahl sind seine bevorzugten Materialien, mitunter in Kombination mit Holz oder Stein.

Einer seiner Förderer sei Hans E. Gronau gewesen, Gründer des Vereins „Kunst in der Provinz“, erzählt Ehlers. Über den Verein ergaben sich interessante Kontakte. Und 1993 die erste Ausstellung, der viele weitere folgten. Zwischen 1997 und 2004 organisierte Reinhard Ehlers selbst federführend die Vereinsausstellungen – mit Unterstützung seiner Frau Therese.

Mittlerweile sind viele seiner Werke zwischen Italien und Schweden, Frankreich und Polen in privater und öffentlicher Hand. In der Region machte er sich einen Namen als Gestalter verschiedener Arbeiten für Kirchen und Kapellen in Freistatt, Mellinghausen und Siedenburg, im vergangenen Jahr erhielt er den Auftrag für den Aufbau eines Denkmals auf dem Dorfplatz in Mellinghausen.

Ebenso wichtig wie die großen Skulpturen sind ihm Objekte für Haus und Garten, die dem Besitzer jeden Tag „zehn bis zwanzig Prozent seiner schlechten Laune nehmen“, wie er sagt. Ideen hat er viele. Mitunter arbeitet er gedanklich an mehreren Sachen zur gleichen Zeit. „Erst wenn das Konzept steht, geht es an die Umsetzung“, erklärt er. Inspirieren lässt er sich von der Natur. Ehlers: „Formen, die hier vorkommen, werden abstrahiert, etwa die Blatt-Ornamente für eine Brunnenanlage.“

Einige seiner Objekte sind Auftragsarbeiten. „Ich muss mir ein Bild der Sache machen können, und ich muss Lust haben, sie umzusetzen“, nennt er seine Bedingungen. Überhaupt sei es so, dass man Kunst erst einmal um der Kunst willen mache und nicht vorrangig, um Geld damit zu verdienen.

Nachhaltige Freude empfindet er, wenn seine Objekte bei Menschen landen, die eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Und natürlich war auch der dritte Preis des Wettbewerbs „Kunst in der Provinz“ im Jahr 2001 eine wichtige Auszeichnung. Seine Arbeit sei dadurch jedoch wenig beeinflusst. Ehlers’ Philosophie: „Man kann ohnehin nur das aus sich herausholen, was drin ist.“

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