Sieben Mädchen und Jungen beteiligten sich an Malkursus im Vorwerk / Ausgangspunkt waren Bilder von Otto Quirin

„Das ist ein Vampir der nachdenkt“

Lilian arbeitet an ihrem Bild über einen Vampir, der nachdenkt.Fotos (2): Husmann

Syke - (vog) · Kinderwelten sind vielfarbig: ruhig und wild, märchenhaft und klarsichtig, sprunghaft und geordnet. Ein bisschen davon preis gaben am Sonnabend sieben Kinder bei einem Malkursus im Syker Vorwerk, dem Zentrum für zeitgenössische Kunst.

Ideengeber war an sich ein älterer Herr. Der 82-jährige Maler Otto Quirin, über den das Vorwerk unter dem Titel „Köpfe im Kopf“ zurzeit eine Werkschau zeigt.

„Köpfe im Kopf“ – eine Steilvorlage für einen Kunstkursus mit Kindern. Vor allem präsentieren die teilweise großformatigen Bilder des Hamburger Malers eine eigene bunte Bildwelt voller witziger und origineller Figuren und Masken. Ein reichhaltiger Tummelplatz für alle, die sich mental darauf einlassen wollen. Die sieben Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren wollten es.

Für das Köpfe-Öffnen bei den Kindern hatten die beiden Kunstpädagoginnen Sabine Neumann und Sandra Kavazis den passenden „Schlüssel“ dabei.

Nach einer kurzen Einführung in besonders markante Arbeiten von Otto Quirin verteilten sie Handwerkszeug: Blätter, Ölkreide, Kleber und Material für Collagen. So verwandelte sich der große Ausstellungssaal im Vorwerk schnell in eine kleine Kunstschule.

„Malt von den Dingen, die Euch im Kopf herumgehen“, forderte Sandra Kavazis die Kinder auf.

Zumindest der malerische Rahmen sollte so sein wie bei Quirin: das Profil eines Kopfes in der Mitte des Blattes. Jana fand problemlos Zugang zum Thema. Ihr Kopf ähnelte dem, den Quirin für sein Hauptwerk auserkoren hatte. Nur ging der Achtjährigen nicht die schwierige Geburt einer Nation durch den Kopf, sondern mehr ihr persönliches, konkretes Umfeld: Garten, Schaukel und sie selbst im roten Kleid.

In seiner eigenen Welt versunken, träumte Jannis vom Meer. Auf dem Bild des Zehnjährigen dominierte ein großes Schiff, das sich auf dem Wasser bewegte.

Lilians (5) Bild war mit Strichen überzogen, die sie wild und schnell auf das Papier gesetzt hatte. Bei genauerem Hinsehen konnte der Betrachter Umrisse von Figuren ausmachen. „Das ist ein Vampir, der nachdenkt“, meinte die Fünfjährige und schaute mit großen Augen verschmitzt um sich.

Die beiden Kunstpädagoginnen gaben zwischendurch immer wieder Ratschläge und regten auch zu anderen Materialien und Techniken an, beispielsweise der Collage.

Das gefiel besonders Fabian. Der Achtjährige nahm bildhafte Anleihen beim  Figurentheater.

Blanca (9) malte einen Bilderbrief an ihre Freundin Nina. Nanna-Sophie (8) nutzte die ganze Farb-Palette der Ölkreiden und zauberte daraus eine bunte Welt.

Linda-Paulines (6) Gedanken kreisten um Phantasie-Tiere. „Das hier ist ein buntes Tier mit lila Federn“, sagte sie und deutete stolz auf ein wahrlich wundersames Wesen, das in jedem Zoo eine Attraktion wäre. Sabine Neumann und Sandra Kavazis zeigten sich beeindruckt von der Malfreude der Mädchen und Jungen und betrachteten abschließend noch einmal gemeinsam mit den Nachwuchskünstlern die Ergebnisse.

Eine gelungene Premiere, die neugierig macht auf zukünftige Aktivitäten. Die sind vorgesehen. Die beiden Kunstpädagoginnen planen deshalb im Laufe des Jahres weitere Malkurse im  Vorwerk.

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