Patienten auf Warteliste bekommen Anruf

Kliniken nehmen wieder Regelpatienten auf – Corona-Test ist dafür aber Voraussetzung

Es ist ein Schritt auf dem Weg zurück in die Normalität: Menschen, die auf eine geplante Operation warten, dürfen an den Kliniken des Landkreises Diepholz wieder behandelt werden. Die neue Hüfte zum Beispiel, die in Corona-Zeiten bisher nur ein Wunschtraum bleiben musste, kann jetzt Wirklichkeit werden.

  • Die Kliniken im Landkreis Diepholz nehmen wieder Regelpatienten auf
  • Operationen in Bassum, Sulingen und Diepholz sind möglich
  • Alle neuen Patienten müssen einen Corona-Test vorlegen

Landkreis Diepholz - Als Geschäftsführer der Kliniken im Landkreis Diepholz verweist Uwe Lorenz auf die entsprechenden Verordnungen des Landes, nach denen der stationäre und ambulante Regelbetrieb wieder möglich ist. „Wir machen das schrittweise“, so Lorenz zur Wieder-Öffnung des Regelbetriebs. Denn die Krankenhäuser in Bassum, Sulingen und Diepholz müssen weiterhin für Corona-Patienten gerüstet bleiben, sprich nach wie vor Isolationsbereiche und Personal dafür vorhalten.

20 Prozent der regulären Klinikbetten und 25 Prozent der Intensivbetten müssen für Corona-Erkrankte freigehalten und bei Bedarf umgehend weitere Kapazitäten geschaffen werden. Das muss dem Land genau erläutert werden: „Wir melden das täglich“, berichtet Uwe Lorenz.

Uwe Lorenz (v.l.) zusammen mit dem Ersten Kreisrat Wolfram van Lessen und dem Landrat Cord Bockhop.

Bedingt durch unterschiedliche bauliche Strukturen der drei Krankenhäuser muss diese Vorsorge unterschiedlich gelöst werden. Das hat Auswirkungen auf den Regelbetrieb.

Patienten auf der Warteliste für planbare Operationen erhalten einen Anruf, wenn ihre Behandlung möglich ist. Der Geschäftsführer spricht von einer „Einladung“ – ausgesprochen von den jeweils zuständigen Mitarbeitern: „Das überlassen wir den Abteilungen“, so Uwe Lorenz.

Corona-Test kann beim Hausarzt gemacht werden

Dass weiterhin die strengen Hygiene- und Infektionsschutzregeln gelten, versteht sich von selbst. Die Kliniken arbeiten mit Ein- oder Zweibett-Zimmern. Wunsch der Verantwortlichen: Alle neuen Patienten für den Regelbetrieb sollen ein Testergebnis auf Covid-19 vorlegen – eine elementare Voraussetzung für den Infektionsschutz. „Die Patienten können zum Hausarzt gehen“, beschreibt der Geschäftsführer die Testmöglichkeit. Notfalls würden die Menschen in der Klinik getestet. „Bei Notfallpatienten machen wir das ja sowieso“, stellt der Geschäftsführer klar.

Hüftoperation wieder möglich: Auch an der Klinik Sulingen (Foto) startet der Regelbetrieb. Foto: Carsten Schlotmann

Und ebenso, dass die Arbeit in der Corona-Pandemie an den drei Krankenhäusern im Landkreis eine absolute Herausforderung ist. Es sei ein enormer Aufwand, an jeder der drei kleinen Kliniken – in unterschiedlichen Jahren konzipiert und gebaut – die gebotenen Kapazitäten zu schaffen, stellt der Geschäftsführer klar. Sie seien kleinteilig und verbunden mit Belastungen für das Personal.

Ganz zu schweigen vom Rettungsdienst, dessen Mitarbeiter immer wieder Patienten von einem Krankenhaus zum anderen fahren müssen – zum Beispiel dann, wenn ein Herzinfarkt-Patient in der Klinik Diepholz an Covid-19 leidet und plötzlich auf Beatmung in der Klinik Bassum angewiesen ist. „Das hat mir gezeigt, wie dringend es angeraten ist, eine größere Ressource zu haben“, blickt Uwe Lorenz auf die Möglichkeiten einer Zentralklinik.

Klinik Bassum: Moderne Intensivstation

Zum Glück stehe am Krankenhaus in Bassum eine relativ neue und moderne Intensivstation zur Verfügung. Aber in einer Zentralklinik könne wesentlich einfacher ein großer Isolierbereich geschaffen und dafür ein Personalpool gebildet werden. Will heißen: In Zeiten der Pandemie wäre ein Zentralbau von enormem Vorteil.

Das sieht Landrat Cord Bockhop ganz genauso. Er berichtet von einer ersten Zwischenbilanz der Corona-Situation – beraten im Kreisausschuss: „Die Zentralklinik hätte uns die Krise deutlich erleichtert – insbesondere, wenn es um die Belastung für die Mitarbeiter geht.“ Dass der Klinikverbund aktuell den dreifachen Aufwand schultern muss, beschreibt der Landrat mit einem Beispiel: „An einer Zentralklinik richtet man an einem Gebäudeteil einen Eingang ein, statt gleich drei mal einen Zugang schaffen zu müssen.“ Und in einer Zentralklinik reiche ein Quarantänebereich aus, statt ihn an gleich drei Kliniken einrichten zu müssen.

Landrat Cord Bockhop

Die aktuelle Situation habe zu neuen Erkenntnissen geführt. „So einen Praxistest hat noch keiner erlebt“, beschreibt der Landrat die Herausforderungen der Pandemie. Die neuen Erfahrungen müssten nun von Architekten und Medizinern in die Fachplanung für die neue Zentralklinik eingearbeitet werden.

Die Belastungen des Rettungsdienstes bestätigt Cord Bockhop ebenso: „Auch mit dieser extremen Situation haben wir uns im Krisenstab ständig beschäftigt. Zusätzliche Fahrten bedeuten zusätzliche Kontakte – und jeder zusätzliche Kontakt ist ein neuer Gefährdungspunkt.“ Was, wenn sowohl Mitarbeiter in der Einsatz- und Rettungsleitstelle als auch im Rettungsdienst an Corona erkranken sollten: „Wer sollte die Patienten am Ende fahren?“

Wie schon berichtet, wertet ein spezielles Unternehmen zurzeit die Standortbewerbungen für das Zentralklinikum aus – ausschließlich nach Fachkriterien. Die daraus resultierende Entscheidung soll am 22. Juni der Kreistag treffen.

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