Den Kälteeinbruch spüren besonders Gärtnereien und Heizölbetriebe

Cooper lässt viele kalt

Syke - Cooper ist schuld. Der von den Meteorologen sogar als Hoch beschriebene Ausläufer bringt den Winter nach Syke. Endlich sagen die einen, unpassend die anderen, und weitere wiederum stört der Kälteeinbruch nicht die Bohne. Und das in Berufsfeldern, in denen der Temperatursturz bis -8 Grad sich doch bemerkbar machen sollte – ob nun positiv oder negativ.

Gänzlich unberührt indes blieb die Feuerwehr Syke vom neuerlichen Wintereinbruch. „Kein Einsatz in Bezug auf Kälte“, vermeldet Ortsbrandmeister Uwe Meyer, in dessen Reihen auch keine besonderen Vorkehrungen bezüglich der gesunkenen Temperaturen getroffen werden mussten.

Weder bedürfen manche Gerätschaften besondere Wartung, noch müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. „Es läuft alles wie bisher“, klingt Meyer fast so, als hätte es den Temperatursturz in den letzten Tagen gar nicht gegeben. Wenngleich nur marginal, so zwang Cooper zumindest den Bauhof in Syke zu mehr Arbeit. Allerdings beschränkte sich der Einsatz des Streuwagens auf eine Fahrt. „Um richtig streuen zu müssen, ist es zu trocken“, erklärt Jörg Flor, stellvertretender Bauhofleiter. Trotzdem habe man das Wetter stets im Auge, und wenn der dienstschiebende Mitarbeiter des Warn- und Erkennungsdienstes Alarm schlägt, wird ausgerückt.

„Es werden in der Nacht neuralgische Punkte angefahren und dann wird entschieden, ob ein Streudienst erforderlich ist oder nicht. Und wenn es erforderlich ist, dann geht es um fünf Uhr los“, so Flor weiter.

Sorgen bereitet Stefan Ehlers, dem Betriebsleiter der Syker Kläranlage, das Wetter ebenfalls nicht. Höchstens dann, wenn die Temperaturen deutlich im zweistelligen Minusbereich angelangt sind. Bei den jetzigen Graden jedoch ist nichts zu befürchten. „In Bezug auf die biologischen Prozesse kann man nur sagen, dass die Mikroorganismen etwas träger werden können“, sagt Ehlers. Und der Gefahr eines möglichen Gefrierens des Abwassers sieht der Betriebsleiter ebenfalls gelassen entgegen.

„Abwässer bringen in der Regel genügend Wärme mit sich“, so Ehlers. Durch die Kälte bedingte Auswirkungen habe die Kläranlage demnach nicht zu befürchten, der Klärprozess könne sich allenfalls nur geringfügig verzögern.

Thomas Hoyer, Geschäftsführer vom gleichnamigen Heizöllieferanten, reibt sich derweil die Hände. Nicht aus Gründen der Kälte, sondern weil ihm der Wintereinbruch volle Auftragsbücher beschert hat. Syke spielt da keine Ausnahme. „Wir sind täglich in Syke“, meint Hoyer, ohne das genaue Auftragsvolumen beziffern zu können. Dennoch hat er eine erhöhte Nachfrage festgestellt. „Das kalte Wetter ist natürlich gut für unser Geschäft“, weiß Thomas Hoyer. Außerdem sei der momentan verhältnismäßig niedrige Ölpreis auch ein Grund für die erhöhte Nachfrage.

Teuer bleibt das Heizöl trotzdem – und davon kann Cord Meyer ein Lied singen. Der Geschäftsführer der Gärtnerei Meyer rechnet mit einem Drittel mehr Heizkosten für die rund 5000 zu beheizenden Quadratmeter. Damit kommt Meyer im Vergleich zum vergangenen Winter noch gut weg. Da waren die Kosten nämlich doppelt so hoch. Doch wenn es sich Meyer aussuchen könnte, dann hätte er sich den Wintereinbruch früher gewünscht. „Das einzig Gute ist, dass die Pflanzen Sonne abbekommen“, sagt er. Allerdings bräuchten die nun wieder angebotenen Primeln und Stiefmütterchen auch Wärme. · dsc

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