Änderung des F-Plans in Kätingen

VA: Chance für „GS agri“ prüfen lassen

Bassum - Von Frauke AlbrechtTrotz der Proteste der direkten Anwohner hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Bassum am Mittwoch beschlossen, das Planverfahren zur zehnten Änderung des F-Plans 2000+ in Kätingen auf den Weg zu bringen. Der VA möchte prüfen, ob an der B 51 (links und rechts der Zufahrt zur GAR) ein Gewerbegebiet entstehen kann. Wie bereits berichtet, möchte die Firma „GS agri“ eine landwirtschaftliche Verkaufsstelle errichten. Die Abstimmung endete mit sechs Ja-Stimmen und drei Enthaltungen.

Bürgermeister Wilhelm Bäker freut sich über die Entscheidung. Man wolle wenigstens prüfen lassen, ob eine Chance bestehe, dort Gewerbe zuzulassen, denn die geplanten Investitionen von „GS agri“ seien nicht unerheblich. Das Umsatzvolumen der Firma insgesamt betrage immerhin ca. 182 Millionen Euro im Jahr.

„GS agri“ möchte auf einer rund zwei Hektar großen Fläche eine Lagerhalle für Sackwaren, eine Düngerhalle, einen Tank für Flüssigdünger, vier Getreidesilos, eine Tankstelle mit Autogas sowie eine öffentliche Fahrzeugwaage errichten.

Das Planverfahren wird nach Aussage des Bürgermeisters etwa ein Jahr dauern. Gutachten sollen die Realisierbarkeit überprüfen. Beteiligt werden alle Träger öffentlicher Belange, unter anderem das Straßenbauamt, die Untere Naturschutzbehörde, Wasserschutzbehörde, Polizei und auch die Anwohner. Die hatten sich bereits im Bauausschuss vehement gegen das Vorhaben ausgesprochen. Ihrer Meinung nach eignet sich das Gebiet überhaupt nicht für Gewerbebetriebe, vor allem, weil es sich um ein Landschaftsschutzgebiet mit Naherholungscharakter handelt. Befürchtet wird zudem eine erhebliche Lärmbelästigung durch zusätzlichen Verkehr.

„Der Ausgang des Planverfahrens ist völlig offen“, sagt Bäker. Der Aufstellungsbeschluss beschränkt sich nicht nur auf die von der „GS agri“ ins Auge gefasste Fläche, sondern ebenso auf das als „Pitch & Putt“ ausgewiesene Sondergebiet.

„Auch wenn der Bereich durch den Sandabbau teilweise rund drei Meter unterhalb des Niveaus der Bundesstraße liegt, könnte er für Betriebe interessant sein“, heißt es seitens der Stadt. Eine Möglichkeit, den Höhenunterschied auszugleichen, könne das Auffüllen mit Bauschutt sein. Man werde diese Option zumindest prüfen lassen und Gespräche mit der GAR führen, so Bäker.

Sollten die Gutachten für das Vorhaben positiv ausfallen, müsse man diskutieren, ob ein vorhabenbezogener Bebauungsplan sinnvoll sei, um nur bestimmte Firmen zuzulassen, so der Bürgermeister.

Die Kosten der Planung müssen entweder der Grundstücksbesitzer oder aber die „GS agri“ übernehmen – „immer der, der davon profitiert“, erklärt Wilhelm Bäker.

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