Olaf Bollhorst leitet seit November das Fahrradparkhaus in der Wesergemeinde

Für „Call-a-Bike“-Station ist Kirchweyhe zu klein

Olaf Bollhorst arbeitet in seiner Werkstatt an einem defekten Fahrrad. ·
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Olaf Bollhorst arbeitet in seiner Werkstatt an einem defekten Fahrrad. ·

Kirchweyhe - Von Esther Nöggerath. Das Fahrradparkhaus am Kirchweyher Bahnhof bietet so ziemlich alles, was das Radler-Herz begehrt: Überdachte Stellplätze, videoüberwacht und gesichert, eine Werkstatt, in der angeschlagene Drahtesel repariert und Ersatzteile verkauft werden, falls beispielsweise eine Lampe mal kaputt gehen sollte. Nur Leihfahrräder gibt es nicht.

Seit November leitet Olaf Bollhorst das Fahrradparkhaus. Er ist der Nachfolger von Otto Zitzer. Bollhorst kennt sich gut mit Zweirädern aus: Der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker bemüht sich, alle Anliegen seiner Kunden zu erfüllen. Sogar „op platt“ kann der 45-Jährige notfalls antworten.

Das Fahrradparkhaus bietet viel Raum, um die Räder unterzustellen. Gut die Hälfte der Stellplätze sind belegt.

Nur die Frage, ob auch Leihräder in dem Betrieb zur Verfügung stünden, muss der Twistringer verneinen. Auch die elektronischen „Movelo“-Bikes, die die Gemeinde in den vergangenen zwei Jahren zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt hatte, können Radlern nicht länger nutzen. Die Mittelweser-Touristik hatte das gesamte E-Bike-Ausleihsystem für die Region 2012 ins Leben gerufen – und nun wieder eingestellt. „Das liegt vorwiegend daran, dass zunehmend mehr Gäste mit eigenen Elektrorädern unterwegs sind“, sagt Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik.

Auch viele Privatanbieter hätten sich auf die Nachfrage eingestellt und die so genannten Pedelecs in ihr Sortiment mit aufgenommen. Bei Fahrradhändlern und zahlreichen Gästehäusern gäbe es die elektrischen Räder inzwischen. „Die E-Bikes wurden nicht abgeschafft, es hat nur eine Verlagerung zu den Privatanbietern gegeben“, so Fahrland.

Eine weitere Möglichkeit für Leihfahrräder am Bahnhof in Weyhe könnte die Einrichtung einer „Call-a-Bike“-Station sein, die die Deutsche Bahn (DB) an zahlreichen Bahnhöfen anbietet. „Dieses Angebot der DB gibt es eher in Städten mit einer hohen Fluktuation“, sagt Martin Fahrland. Hannover habe solche Räder, Bremen ebenfalls, aber bei Nienburg höre es schon auf. Also gibt es keine Chance für Weyhe für einen „Call-a-Bike“-Service. Dabei wäre Platz genug da: Rund 50 Prozent der Stellplätze sind im Fahrradparkhaus derzeit belegt, so der zuständige Sachbearbeiter der Gemeinde, Ninos Jeddo. „Das Angebot wird sehr gut angenommen.“ Seit Mai 2012 gibt es das Fahrradparkhaus mitsamt Werkstatt. Lediglich eine Sachbeschädigung habe Jeddo seit der Eröffnung registriert: Ein Rad war vor einigen Monaten demoliert worden. Die Polizei konnte den Täter aber schnell fassen, so Jeddo.

Wer sein Rad in der Garage unterstellt, muss sieben Euro im Mona bezahlen, 37 Euro für ein halbes und 65 Euro für ein ganzes Jahr. Über einen Münzeinwurf können Interessierte für 50 Cent aber auch einmaligen Zutritt zu den Parkplätzen erhalten.

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