Weyher Kommunalpolitiker bringen mehrere Persönlichkeiten ins Spiel

Wer soll die Nachfolge von Joachim Gauck antreten?

Bundespräsident Joachim Gauck nimmt in einem Strandkorb Platz und legt die Beine hoch. Bald wird das Staatsoberhaupt möglicherweise mehr Zeit haben, sich eine Pause zu gönnen. Gauck will nicht mehr für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen. - Archivfoto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Der ehemalige Pastor Joachim Gauck hat sich während seiner Amtszeit als Bundespräsident nicht nur eine breite politische, sondern auch gesellschaftliche Akzeptanz erarbeitet. Es ist nicht einfach, einen passenden Nachfolger zu finden. Zahlreiche Namen sind im Gespräch – auch Vertreter der Weyher Politik nennen auf Anfrage Persönlichkeiten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Diet rich Struthoff wünscht sich den jetzigen Finanzminister und Christdemokraten Wolfgang Schäuble als Staatschef. Struthoff bezeichnet ihn als „eine starke Persönlichkeit, die immer Durchsetzungsvermögen und Standhaftigkeit bewiesen hat“. Laut Struthoff vertritt Schäuble auch „unbequeme Ansichten und unterwirft sich nicht dem Mainstream“.

Gleich drei Namen bringt der SPD-Fraktionsvorsitzende Fra nk Seidel ins Spiel. Der Sozialdemokrat hatte die Theologin und ehemalige Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Margot Käßmann, vorgeschlagen. Die Geistliche hat zwischenzeitlich abgewinkt

Der amtierende Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Jens Böhrnsen (beide SPD) sind für ihn ebenso erste Wahl: Der ehemalige Bremer Bürgermeister Böhrnsen fungierte 2010 für einen kurzen Zeitraum als Bundesratspräsident bereits als geschäftsführender Bundespräsident, weil das damalige Staatsoberhaupt Horst Köhler sein Amt niedergelegt hatte und es eine Zeit gebraucht hatte, bis die Bundesversammlung sich für den Nachfolger Christian Wulff (CDU) aussprach. 

Böhrnsen hat „seine Sache gut gemacht“, wertet Seidel. Der Weyher Sozialdemokrat führt auch gewichtige Gründe für den Einzug Steinmeiers ins Schloss Bellevue an. „Er genießt parteiübergreifend hohes Ansehen. Seine sachliche und ruhige Art käme dem Amt mit seinen jetzigen Aufgaben zugute“, so Seidel. Er ist sich sicher, dass „wir jemanden an der Spitze benötigen, der zusammenführen kann und unspektakuläre, aber dennoch deutliche Antworten zu Fragen dieser Zeit gibt“.

Eine Frau wird bevorzugt

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Günther Borchers findet es schade, dass Gauck nicht für eine zweite Amtsperiode zur Verfügung steht. „Er hat seine Aufgabe ernst genommen, ist durch sein Auftreten vor allem im Ausland sehr gut angekommen und hat Deutschland gut vertreten.“ Borchers hätte nichts gegen eine Frau, die das höchste Amt im Staat bekleidet und schlägt die amtierende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und auch Käßmann vor. 

Borchers bedauert, dass die Theologin als Gauck-Nachfolgerin nicht zur Verfügung steht. Wie Seidel kann sich der FDP-Chef mit dem Außenminister anfreunden. Doch sein Favorit ist Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). „Er hat bewiesen, dass er gegensätzliche Meinungen verbinden kann. Für mich ist er eine Integrationspersönlichkeit.“ Lammert verfügt laut Borchers über ein hohes Ansehen und hat ein „staatsmännisches Auftreten ohne überheblich zu wirken“.

Beliebter Landesvater in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann. - Archivfoto: Schritt

Auch dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, trauen Politiker zu, den Sprung ins Schloss Bellevue zu schaffen. Doch für den Weyher Grünen-Parteichef Elmar Könemund ist das „keine gute Option“, weil die Nachfolge „im Ländle“ eben fraglich sei. Der beliebte Grünen-Landesvater soll laut Könemund lieber dort bleiben. Ohnehin sei die Frage der Nachfolge in seinen Augen „hochspekulativ“. Er sitze nicht in der Bundesversammlung, außerdem spielten „viele taktische Dinge eine Rolle, wer überhaupt eine reelle Chance hat.“ Das sei „von außen nur schwer erkennbar“. Deshalb will Könemund keine Namen nennen. „Das ist vergebene Liebesmüh“.

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