Bassums Erste Stadträtin ist parteilos und kandidiert als Einzelbewerberin

Bürgermeisterwahl 2014: Nadermann tritt an

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Bernadette Nadermann sucht den Dialog.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Bassums Erste Stadträtin Bernadette Nadermann möchte Bürgermeisterin von Bassum werden. Gestern gab die 50-Jährige ihre Kandidatur bekannt.

„Ich würde mich über die Unterstützung der Fraktionen freuen“, so Nadermann. Aber ihre Entscheidung habe sie davon unabhängig getroffen.

Sie wirft ihren Hut als Einzelbewerberin in den Ring. Bernadette Nadermann ist parteilos. Wie bereits berichtet, sind die Bassumer am 25. Mai aufgerufen, zur Wahlurne zu gehen, da der Amtsinhaber Wilhelm Bäker nicht mehr für eine weitere Kandidatur zur Verfügung steht.

Die Ankündigung Bäkers kam auch für Bernadette Nadermann überraschend, gesteht sie. Ihr Entschluss, zu kandidieren sei langsam gereift. „Da hat die Familie ja auch noch ein Wörtchen mitzureden.“ Der Familienrat hat getagt – und Nadermann eine Entscheidung getroffen. „Ich arbeite seit sechs Jahren in Bassum, ich bin gerne hier und möchte das fortsetzen. Ich habe die Bürger in den vergangenen Jahren schätzen gelernt“, so die Allgemeine Vertreterin.

Bernadette Nadermann ist Wahlbeamtin. Ihr Vertrag endet am 31.12.2015. Auch diese Tatsache habe bei der Entscheidungsfindung eine Rolle gespielt. „Ich habe in den vergangenen Jahren viel Arbeit und Herzblut investiert. Da es ohnehin einen Wechsel an der Spitze geben wird, stellte sich auch die Frage, was ich 2015 tun werde.“ Da lag eine Kandidatur nahe: „Ich weiß, durch meine Erfahrung, wie man die Aufgabe meistern kann.“

Dass Bassum kein leichtes Pflaster ist, um es mal vorsichtig auszudrücken, erhöht ihrer Meinung nach die Herausforderung. Für sie sei es wichtig, wieder zu einer „vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung“ zurückzukehren. „Für mich stellt sich nicht die Frage, wer schuld ist, dass es nicht gut gelaufen ist. Mir ist wichtig, dass wir in die Zukunft blicken“, so Nadermann.

Sie wünscht sich einen Neuanfang. „Es ist sicher ein Vorteil, dass ich nicht in Bassum geboren bin. Ich kann unbelastet auf alle zugehen.“

Vielleicht habe man in der Vergangenheit versäumt, sich regelmäßig auszutauschen. „Man darf nie müde werden, neugierig zu bleiben, die Meinung des anderen abzufragen und im Dialog zu bleiben. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist“, so die Verwaltungsvize. Der Bürgermeister habe im Rat nur eine von 31 Stimmen und im Verwaltungsausschuss nur eine von neun Stimmen. „Es geht nur in der Gemeinschaft. Wir alle möchten das Beste für Bassum erreichen.“

Es mache Sinn, gemeinsam Ziele zu vereinbaren, um konsequent darauf hinzuarbeiten, sagt sie.

Bassum stehe in den kommenden Jahren vor wichtigen Entscheidungen, nicht nur in finanzieller Hinsicht. „Wir müssen sehen, dass unsere Haushaltsführung solide ist. Und wir müssen als Stadt attraktiv bleiben, für Familien, aber auch für Betriebe.“ Eine große Herausforderung sei es, auf den demografischen Wandel zu reagieren. „Wir müssen aufpassen, dass die Ortsteile nicht abgehängt werden.“ Wohnortnahe Versorgung, aber auch die Gestaltung der Innenstadt seien Themen.

Nadermann wünscht sich künftig mehr Bürgerbeteiligung. „Da schlummert sehr viel Potenzial.“ Überhaupt sei ihr Bürgernähe wichtig. Gerne würde sie Sprechstunden in den Ortschaften einführen, „weil manche nicht so mobil sind“.

An Erfahrung und Kompetenz mangelt es der Volljuristin nicht, auch wenn Bernadette Nadermann nicht die klassische Verwaltungslaufbahn aufweisen kann. Sie ist Quereinsteigerin. Nach ihrem Abitur und einem Semester Agrarwissenschaft in Bonn wechselte die gebürtige Mönchengladbacherin das Fach und studierte Jura. Sie hat beide Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen. Während ihrer Referendariatszeit arbeitete sie am Amtsgericht Lingen, am Landgericht in Osnabrück und bei der Staatsanwaltschaft. Um Berufserfahrung zu sammeln, begann sie nach dem zweiten Staatsexamen beim Landkreis Osterholz. „Dort lernte ich die Verwaltung kennen und lieben“, sagt sie.

1996 übernahm sie die Leitung der Rechtsamtes im Landkreis. Zwischendurch zog sie drei Kinder groß. Nach zwölf Jahren suchte sie eine neue Herausforderung – und die Nähe zum Bürger. Nadermann bewarb sich in Bassum auf die Stelle der Ersten Stadträtin und begann ihren Dienst am 1.1. 2008. „Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt und den Schritt nicht bereut.“ Nun möchte sie einen Schritt weiter gehen.

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