VBN meldet 31,9 Prozent mehr Fahrgäste / Besonders Weyher steigen gern ein

Bürgerbusse: Achtsitzer sind so gefragt wie nie

Der Syker Bürgerbus ist für viele Menschen eine unverzichtbare Chance, mobil zu sein. ·

Syke - Von Katrin Pliszka. Einsteigen, Platz nehmen und sicher am Ziel ankommen: 135.037 Menschen haben 2011 die Dienste der Bürgerbusse des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen genutzt.

Das ist ein stattlicher Zuwachs von 31,9 Prozent:  2010 waren es 102 401 Personen, die einen der je acht Sitze in den Fahrzeugen ergattert hatten, sagt Stefan Bendrien vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN).

Bendrien blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. „Derzeit gewährleisten 13 Bürgerbusvereine im Verbundgebiet auf 34 VBN-Linien während des ganzen Jahres von Montag bis Freitag, stellenweise aber auch an den Wochenenden, ein regelmäßiges und ganztägiges Fahrplanangebot“, so Bendrien. Neu dabei sind seinem Bericht zufolge seit 2011 die Linien in Thedinghausen, Achim, Wildeshausen und Ottersberg.

Im Kreis Diepholz sind die Achtsitzer in Syke, Weyhe und Bassum unterwegs. Ihre Passagiere haben einen stattlichen Anteil an der Entwicklung: Laut Bendrien sind in Weyhe 2011 insgesamt 29 500 Fahrgäste zugestiegen, dort ist der Bürgerbus auch am beliebtesten im Kreisgebiet. In Syke haben 16 700 und in Bassum 12 500 Männer und Frauen eine Fahrkarte gelöst. „Der Landkreis Diepholz hat mit Weyhe und Bassum zwei der meistfrequentierten Bürgerbusse im VBN-Gebiet“, ergänzt Bendrien.

Dass das Bürgerbus-Netz stetig wächst, ist zu einem großen Teil auch dem Engagement der ehrenamtlichen Fahrer zu verdanken. Bendrien rechnet vor, wie viele Stunden sie für den Bürgerbus aufbringen: Bei 13 Vereinen à etwa 30 Fahrern schätzt er rund 400 Bürgerbusfahrer. Zwar sind sie unterschiedlich lange im Einsatz, doch im Schnitt fahre jeder zwei Mal im Monat und das einen halben Tag lang. Pro Verein kommt Bendrien damit auf 4 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, von denen die Hälfte bei den Fahrzeiten anfällt, die andere Hälfte seien unter anderem die organisatorische Arbeit in den Vorständen sowie die Wartung der Fahrzeuge.

Dieses Grundangebot ergänzt in Bendriens Augen das vorhandene Nahverkehrsnetz optimal. „Wir fahren dort, wo andere nicht mehr fahren“, sagt er mit Blick auf die Verkehrsunternehmen, für die sich wenig frequentierte Strecken mit wenig Anwohnern nicht lohnen würden.

Bendrien ist überzeugt, dass die Entwicklung weiter zugunsten der Bürgerbusse geht. Niedersachsen stehe da bundesweit an zweiter Stelle. „Noch vor Bayern“, kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. Für den VBN sei dieser Boom wie ein Blick in die Zukunft. „In zehn Jahren werden es noch mehr Menschen sein, die nicht gut zu Fuß gehen können“, weist er auf den demografischen Wandel hin, der sich in solchen Projekten ebenfalls wiederspiegelt.

Doch auch in die entgegengesetzte Richtung wird ein Schuh daraus: Wie die Vereine berichten, fahren auch immer mehr junge Menschen mit dem Bürgerbus. „Man kennt sich, das gibt Sicherheit“, bringt Bendrien das altersübergreifende Erfolgsrezept des Bürgerbusses auf den Punkt.

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