Begeisterte Zuschauer bei Premiere von „Sluderkraam in‘t Treppenhus“

Bühne trotzt Widrigkeiten

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Guido Weckes zeigt als Steuerinspektor Brummer der resoluten Hanne Knoop (Inge Scholz) den Weg. ·

Lahausen - Von Heiner Büntemeyer. Der Spielleiter der Lahauser Bühne, Wilfried Witte, hat mit seiner letzten Inszenierung noch einmal für einen Volltreffer gesorgt. Mit „Sluderkraam in‘t Treppenhus“, einem plattdeutschen Vierakter von Jens Exler, war er nach eigener Aussage ein Risiko eingegangen, denn diese Komödie ist untrennbar mit den großen Erfolgen des Ohnsorg-Theaters verbunden.

Aber die Bedenken des Spielleiters waren unbegründet, denn die Premiere am Sonntag in der Lahauser Grundschule wurde zu einem großartigen Erfolg für alle Beteiligten.

Dabei hatte es im Vorfeld einige große Probleme gegeben. Das begann schon mit dem Bühnenbau, denn es galt, ein „Treppenhus“ mit einer Treppe, vier Räumen und einer Stiege zum Dachboden zu bauen – das Ganze transportabel, denn die Bühne geht ja auf Tour. Allein der Bau der Treppe stellte Henry Fislage und seinen „Bautrupp“ wegen der unterschiedlichen Höhen vor Probleme.

Ganz knifflig wurde es, als Anfang Januar – die heiße Phase der Proben hatte bereits begonnen – in Heinrich Schröder ein wichtiger Akteur wegen Erkrankung plötzlich ausfiel. „Ich sah mich schon selbst auf der Bühne stehen“, erinnert sich Wilfried Witte. Ausgerechnet in dieser Situation beschloss Ingo Becker, sich bei der Sketchgruppe der Lahauser Bühne anzumelden, um gelegentlich bei Festlichkeiten erste Bühnenerfahrungen zu sammeln. Sketchgruppen-Leiterin Elke Klocke verwies ihn gleich weiter an die „große Bühne“, weil er bereit war, für Schröder einzuspringen und in einem Crashkurs in dessen Rolle zu schlüpfen. Das half, denn an seinem Auftritt gab es nichts zu kritisieren. Ganz offensichtlich hatte er sich von der Spielfreude seiner Mitstreiter mitreißen lassen, die nach zögerlichem Beginn zu Höchstform aufliefen.

Im Mittelpunkt der Komödie steht die schwatzhaft-hintertriebene Meta Boldt, die in der Hausgemeinschaft tratscht und klatscht, dass es eine Freude ist. Diese wortgewaltige Rolle, die von ihr alle Zwischentöne vom armen und ungerecht behandelten Frauchen bis hin zur gehässigen Schludertasche verlangt, spielte Gitta Heins perfekt. Die resolute, von Inge Scholz verkörperte Hanne Knoop war ihr ebenbürtig. Höhepunkte waren auch die lautstark ausgetragenen Streitereien mit Bernhard Tramsen alias Joachim Kriesten und Ewald Brummer alias Guido Weckes. Natürlich ging es in diesem Stück auch um die Liebe, und dafür waren Janine Zottmann und Detlef Plate zuständig.

Alle Akteure erwiesen sich als textsicher und verkörperten ihre Rollen vorzüglich. Nicht nur saßen die Pointen in den Dialogen, es waren sogar einige gelungene Slapstick-Einlagen darunter.

Die Besucher waren begeistert, einige wollen sich das Stück noch einmal ansehen. Gelegenheit dazu haben sie bei 13 weiteren Aufführungen im Waldkater, in der KGS Leeste, in der Arster Kulturhalle, bei Scholvin-Ortmann in Riede, im Spreekenhoff in Gessel und im Gasthaus Cordes in Ristedt. Eile ist geboten, denn einige Aufführungen sind schon fast ausverkauft.

  http://www.lahauserbühne.de

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