Künstler erklären ihre Kunst

Art-Projekt feiert Geburtstag mit Ausstellung und Musik

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Gert Schröder vom Verein zog ein Resümee der vergangenen 15 Jahre des Bestehens.

Br.-Vilsen - Von Uwe Campe. Im Jahr 2003 schlossen sich mehrere Künstler zum Verein Art-Projekt zusammen, dem inzwischen elf Frauen und elf Männer angehören. Seinen nunmehr 15. Geburtstag feierte der Verein jetzt im Alten Gaswerk in Bruchhausen mit Ausstellung und Musik.

Zunächst wurde das Wirken von Art-Projekt in mehreren Ansprachen gewürdigt. Bürgermeister Lars Bierfischer überbrachte Grußworte der Gemeinde und überreichte eine willkommene Spende für die Vereinskasse. Da von den sehr moderaten Mitgliedsbeiträgen allein die verschiedenen Projekte nicht bestritten werden können, ist der Verein auch auf Unterstützung von außen durch Spenden und Sponsoring angewiesen.

Rückblickend ließ Gert Schröder vom Verein dann die wichtigsten Ereignisse der vergangenen 15 Jahre noch einmal Revue passieren. Nach seinen Worten bestand von Beginn an das vorrangige Ziel des Vereins darin, Kunst und Künstler zu fördern. Die ersten Aufstellungen fanden noch in der Galerie am Linneberg statt, bevor dann die Galerie in der von Christa Hufnagl geführten Klostermühle Heiligenberg genutzt werden konnte.

Dort wurden jährlich sechs Ausstellungen von Mitglieds- oder Gastkünstlern organisiert und durchgeführt sowie eine Gruppenausstellung der Vereinsmitglieder gezeigt. Nach dem Umbau der Klostermühle arrangierte man sich mit den neuen Betreibern und erhielt die Möglichkeit, in den Gasträumen vier Ausstellungen im Jahr zu präsentieren.

Jan-Hendrik Ehlers und Peter Schnibbe ließen maritime Lieder abseits der sonst üblichen Shanty-Romantik erklingen.

Darüber hinaus hat Art-Projekt seine Werke in anderen Orten Norddeutschlands gezeigt, unter anderem in Bremen, Hamburg, Hannover, Bad Münder und Holzminden.

Als einen der Höhepunkte der Vereinsaktivitäten bezeichnete Gert Schröder das 2013 aus Anlass des zehnjährigen Bestehens im Heiligenberger Wald eingerichtete Open-Air-Museum. Auf einer Wegstrecke von fast drei Kilometern wurden insgesamt 39 Objekte und Skulpturen gezeigt. Neben Vereinsmitgliedern gestalteten seinerzeit namhafte befreundete Künstlerinnen und Künstler die jeweiligen Wege. Das damals gemauerte „Tor zum Klosterwald“ soll der Nachwelt erhalten bleiben.

Auch gegenwärtig konfrontiert der Verein Besucher am Heiligenberg mit Kunst, denn auf der Wiese zwischen dem Forsthaus und der Klostermühle sind großformatig die Resultate von vier Symposien zu sehen, die malende Mitgliedskünstler erzielten.

Ein besonderes Anliegen von Art-Projekt besteht darin, gerade junge Menschen anzusprechen und für die Kunst zu begeistern. Gemeinsam mit dem Kultur- und Kunstverein Bruchhausen-Vilsen hat man daher für Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren den Jugendkunstpreis ins Leben gerufen, der auf Anhieb ein großer Erfolg wurde.

Aber auch die Arbeiten anderer Künstler und die anschließende Diskussion darüber stellen wichtige Eckpfeiler des Vereinslebens dar. So werden für die Mitglieder regelmäßig Museumsreisen organisiert, die bislang beispielsweise nach Hamburg, Emden, Wolfsburg, Duisburg, Otterloo und Zwolle führten.

Nach den Ansprachen unterhielten dann „Ya ‘Beppo and Company“ bis zum Abend stimmgewaltig mit afrikanischen Liedern und animierten wieder die Besucher zum Tanzen und zum Mitsingen.

Der Sonntag stand im Zeichen der Ausstellung, zu der 13 Vereinsmitglieder jeweils drei bis vier eigene Bilder, Objekte oder Skulpturen beisteuerten. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Jan-Hendrik Ehlers und Peter Schnibbe, die unter dem Motto „Swing by the Sea“ maritime Lieder wohltuend abseits der sonst üblichen Shanty-Romantik erklingen ließen.

Die Besucherzahl war am Sonntag überschaubar. Dabei hätten die Exponate durchaus größere Beachtung verdient. So zeigte etwa Joanna Chlebowska-Krause in unterschiedlichen Techniken angefertigte Bilder mit Pferdemotiven, während Karin Altrogges farbenfrohe multi-media-Arbeiten über Venedig den Blick des Betrachters geradezu anzogen. Eindrucksvoll waren auch die Skulpturen von Gert Schröder und die Arbeiten der Metallbildhauerin Elisabeth Schuller-Köster, um nur einige zu nennen.

Da sich nicht alle Werke auf Anhieb dem Betrachter erschlossen, bestand die Möglichkeit, von den anwesenden Künstlern zusätzliche Informationen zu erhalten. So erläuterte der Objektkünstler Adam sehr eingehend seine Hommage an die Brüder Carl und Gerhard Hauptmann oder seine sich aus fünf Bildern zusammensetzende Arbeit mit dem Titel „… eine kleine Nachtmusik“.

Bei aller berechtigten Freude über das in den vergangenen 15 Jahren Erreichte, das Resümee von Gert Schröder zum Event am Wochenende fiel eher ernüchternd aus. Darin schwang eine Spur Enttäuschung über dessen relativ geringe Akzeptanz mit, zumal der Verein sich dieses einiges hat kosten lassen. Er machte hierfür neben einer ungünstigen Terminplanung auch das umfassende sonntägliche Alternativangebot verantwortlich.

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