Zweisprachige Lesung

Premiere bei den Martfelder Literaturtagen

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Axel Hillmann und mit Kocher Abdullah lasen Gedichte abwechselnd auf Deutsch und Kurdisch vor.

Martfeld - „Was wir heute machen, ist eine Premiere“, sagte Axel Hillmann bei der ersten zweisprachigen Lesung der Martfelder Literaturtage. Gemeinsam mit Kocher Abdullah las er am Samstag in der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld während der achten Auflage Gedichte des kurdischen Hochschullehrers Abdullah Goran auf Deutsch und Kurdisch.

An die Literatur zu kommen, war gar nicht so leicht. „Die kann man nur über das Institut für kurdische Literatur beziehen“, sagte Axel Hillmann. Schließlich sei die kurdische Sprache lange verboten gewesen. Kocher Abdullah, der zusammen mit seiner Frau Shahen Mahmood seit fast zwei Jahren in Martfeld lebt, hatte die Werke von Abdullah Goran ausgewählt. Kocher Abdullah stammt ursprünglich aus Erbil, der Hauptstadt der im Irak gelegenen Autonomen Region Kurdistan.

Rund 25 Zuhörer, darunter einige Kurden, lauschten der Dichtkunst. Auch wenn der Großteil der Anwesenden kein Wort der kurdischen Sprache verstand, faszinierte der melodische Singsang der teils tragischen Gedichte, die Kocher Abdullah gekonnt vortrug. Um den Wunsch nach Freiheit, die Liebe zu Kurdistan, zu den Frauen und zur Natur geht es in Gorans Gedichten, die aus dem Band „Blutige Rose“ stammten. Mit blumigen Worten beschreibt er zum Beispiel eine unglückliche Braut, „wie der Halm eines Veilchens so rank“. Sie soll statt des Hirtensohns, an den sie ihr Herz verloren hat, den Feudalherren heiraten. „Diese Geschichte geht nicht glücklich aus“, verriet Hillmann.

Dabei verstanden manche Kurden die deutsche Fassung fast besser als die kurdische. Wer beispielsweise aus dem kurdischen Teil der Türkei stammt, hatte es schwer. Das ist wie für euch Hoch- und Plattdeutsch, zogen sie Vergleiche. In der Pause servierte Shahen Mahmood eine kurdische Spezialität.

Doch das Programm an den drei Tagen der Literaturtage hatte noch mehr zu bieten: Auf dem Literatursofa konnte jeder, der mochte Platz nehmen und anderen vorlesen. Auch sonst kam wohl jeder Literaturinteressierte auf seine Kosten: Von plattdeutschen Döntjes, über die Autobiografie von Wolf Biermann, philosophische Geschichten aus Kamerun bis hin zu Geschichten vom Leben auf dem Bauernhof auf Hoch- und Plattdeutsch reichte der Reigen. 

ine

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