Zwei traumhafte Tage

17 Künstler stellen ihre Werke im Kurpark in Bruchhausen-Vilsen aus

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Ein Heimspiel hatte Jürgen Geier mit seinen Werken aus dem Genre des fantastischen Realismus.

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Ein Park lud zum Träumen ein – und alle, die das Stimmungsbett dafür bereiteten, waren bestens aufgelegt: Zwei Pfingstfeiertage lang strahlte die Sonne über Bruchhausen-Vilsens romantischstem Winkel. 17 Künstler breiteten ihre Werke über Rasenflächen und zwischen Buschgruppen aus, und ein nicht abreißender Besucherstrom ließ sich von Bildern, Skulpturen und Installationen zu traumhaftem Verweilen inspirieren.

Nicht von ungefähr, denn „Träume“ lautete das Motto des nun schon traditionsreichen Ereignisses „Kunst im Park“. Effektvoll im Hintergrund wirkend, zeigten die Veranstalter von „TourismusService“ und Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen auch diesmal wieder, wie gut sie es verstehen, Ausstellungsbesuchern einen spannenden und zugleich entspannenden Kunstgenuss unter freiem Himmel zu bescheren.

Alle zwei Jahre findet die große Open-Air-Galerie des Nordens im Kurpark Bruchhausen-Vilsen statt, diesmal eröffnet vom stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister Ulf-Werner Schmidt. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel begünstigten die aktuelle Ausstellung „Kunst im Park“ ohne Ende. Nach dem Start am Sonntagvormittag nahmen die Besucherscharen rapide zu, und schon am frühen Nachmittag waren die Parkplätze für Fahrräder und Autos restlos belegt. Für musikalische Traumbilder sorgte am Nachmittag Gertraude Büttner mit den sphärenhaften Klängen ihrer Harfe auf der Bühne des Kurparks.

Adam wohnt im Paradies – kein Wortspiel, sondern Tatsache. Ihn, den Kreativen mit dem biblisch-paradiesischen Künstlernamen, lernten Ausstellungsbesucher gleich in der Nähe des Eingangs kennen. Früher einmal Vorstandsmitglied von Nordmende in Bremen, ließ Adam sich 1983 in Martfeld nieder und erfuhr, dass der Ortsteil, in dem er fortan lebte, „Paradies“ heißt. Von dieser Feststellung bis zur Wahl seines biblischen Pseudonyms war es nur ein kleiner Gedankenschritt. Sein richtiger Name ist seither Geschichte, und er will ihn auch in der Vergangenheit begraben wissen. „Die Träume fliegen lassen“, hieß die Absicht seiner Kunstobjekte im Kurpark – ins Auge stechend etwa die Origami-Schmetterlinge aus gefaltetem, bunt bedrucktem Butterbrotpapier, die aus einer transparenten Folie, in einem großen Holzrahmen aufgehängt, in den azurblauen Sonnenhimmel aufzusteigen scheinen.

In einem Schwarm verglühender Meteoriten – in Gestalt schmelzender menschlicher Körper – präsentiert sich hier der Künstler Hans Dieter Kauth aus Ritterhude. - Foto: Horst Friedrichs

Regine Wanek aus Wildenloh (Landkreis Ammerland) hat mit ihren Werken schon öfter die Freiluft-Ausstellung im Kurpark bereichert. Ein Blickfang leuchtend blauer Art waren diesmal ihre Bildfahnen, beidseitig grundiert mit bis zu zwölf Farbschichten, an einem Baum aufgehängt. Ihr schönstes Lob hörte sie von einem Kind, das an der Hand seiner Mutter schwärmte: „Mama, das sind ja tanzende Bilder!“

Wenige Schritte weiter präsentierte Helmut Nordhausen aus Bruchhausen-Vilsen eine umfangreiche Auswahl seiner Werke. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Gespräch mit ihm, dem 94-jährigen jung Gebliebenen.

Ebenfalls im Luftkurort ansässig ist Jürgen Geier, der seine eindrucksvoll-stimmungsvollen Gemälde dem Bereich des fantastischen Realismus zuordnet und die Betrachter mit seinen Ausstellungsstücken zu Traumbildern aus Wikingerwelten und anderen Epochen entführte.

Hans Dieter Kauth aus Ritterhude hat bis 2008 mit Papiermaschee gearbeitet. Dann ging ihm das Kunststoffbasismaterial aus, und so malt er seitdem nur noch. Abseits der Kurparkbühne zeigte er einen Meteoritenschwarm verfremdeter menschlicher Figuren sowie Bilder aus den letzten zehn Jahren.

„Träume“: Kunst lockt in den Kurpark

 © Ulf Kaack
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 © Ulf Kaack
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 © Mediengruppe Kreiszeitung/Horst Friedrichs
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Weitere ausstellende Künstler, die alle ihre Traummotive beisteuerten, waren Guiyong Gelhaus, Edeltraut Albers, Indre Busar, Nicole Clöer, Josef Korf, Susanne Pfefferkorn, Matthias Scholl, Marianne Kellermann-Hiller, Karola Bösch, Karin Altrogge, Edwin Partoll und Nicola Rosner. Für die Kinder der Ausstellungsbesucher wurde während des gesamten Sonntagsprogramms Malerei in Acryl und Collagentechnik angeboten – zum Thema Traumwelten, versteht sich.

Mit ungebremstem Publikumszuspruch und einem wiederum bunten Programm ging es am Pfingstmontag weiter. Im Atelier Boujnah war Schminken für Kinder angesagt. Die Band „Aquabella“ erweckte Imaginationskräfte mit großen Balladen auf der Bühne im Kurpark. An beiden Tagen sorgte Deubels Küche aus Asendorf für das leibliche Wohl. Die Kunstpreise wurden in diesem Jahr von Vilsa-Brunnen (Bruchhausen-Vilsen), der Kreissparkasse Syke und der Firma Holthus & Lange (Asendorf) gesponsert.

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