Zwei Konzerte an Pfingsten: Gora-Son und Romno-Swing-Band

Djangos „Tiger Rag“ im Kurpark

Das Trio Gora-Son unterhielt am Montag das Publikum.
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Das Trio Gora-Son unterhielt am Montag das Publikum.

Br.-Vilsen - Von Dieter Niederheide. Doppelkonzert an Pfingsten im Kurpark Bruchhausen-Vilsen: Die Romno-Swing-Band spielte am Sonntag und das Trio Gora-Son am Sonntag. Zu hören gab es Balkanmusik, Tango- und Walzermelodien.

Da war er, der ganz markante Sound vom „Tiger Rag“, der Django Reinhardt zugeschrieben wird. Wer Pfingstsonntag im Kurpark Bruchhausen-Vilsen den Sound hörte, den die Romno-Swing-Band virtuos spielte, muss begeistert gewesen sein. Fast zwei Stunden lang zauberten Jules Molnair auf der Geige, Matthias Muer (Gitarre und Gesang), Stephan Werner und der noch junge aber schon hoch eingeschätzte Gitarrist Gimanto Hoffmann unter anderem klangstarken Gispy Swing.

Immer wieder drangen Django Reinhards musikalische Ideen durch. Mal temperamentvoll, mal einschmeichelnd, mal rasant, mal melancholisch spielte sich das Quartett in die Herzen seiner Zuhörer. Der Bandname Romno ist der Sinti-Sprache entliehen und soll in etwa „auf zigane Weise“ bedeuten. Mit Django Reinhardts „Daphne“ eröffnete das Quartett den Nachmittag. Es kam gut beim Publikum an, als Matthias Muer als Sänger das „O Letschko Gurko“ von „Schnuckehard“ Reinhardt (Cousin von Django Reinhardt) vortrug.

Muer brachte an diesem Nachmittag unter an derem mit „A Csitari Hegeyk alatt“ eine ungarische Volksweise zu Gehör. Mit Gimantos Bossa spielte das Quartett eine Komposition von Gimanto Hoffmann. Es war unter anderem der klassische Zigeunerjazz, der im Kurpark zu hören war. Ein gelungener Musiknachmittag dank eines Quartetts, das schnell die Nähe zu seinen Zuhörern fand. Fulminant das temperamentvolle Spiel der Geigerin mit den ungarischen Wurzeln.

Temperatmentvoll ging es am Montag weiter. Geigerin Karin Christoph, Miroslav Grahovac, der Vollblutmusiker am Akkordeon, sowie Reinhard Röhrs, er entlockt nicht nur dem Kontrabass die herrlichsten Klänge, bilden seit einiger Zeit das Trio Gora-Son. Es war eine von Noten geprägte beschwingte Reise in die osteuropäische Musik, es fehlte jedoch auch nicht, passend zum Grünbestand des Kurparks, der aus dem Jahr 1934 stammende Ohrwurm vom kleinen, grünen Kaktus. Begeisterung beim Publikum für die schwungvoll aufgespielte vielschichtige Musik des Balkans, zum Beispiel Anton Piazollas „Libertango“.

Das Trio stellte Melodien und Lieder von ihrer neuen CD „frillingzon“ vor und ließ dazu klassische Tango- und Walzermelodien hören. Reinhard Röhrs führte launig durch ein außergewöhnliches Programm mit Melancholie, Dynamik und ein bisschen Herz und Schmerz. Gora-Son war harmonisch bestens aufeinander eingestimmt und keines der Instrumente kam zu kurz.

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