Die Zukunft ist ungewiss

Alte Schule in Asendorf wird wohl kein Treffpunkt für die Bevölkerung

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Die alte Grundschule in Asendorf steht seit Längerem leer und zum Verkauf.

Asendorf - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Die alte Schule an der Bundesstraße 6 in Asendorf steht seit längerer Zeit zum Verkauf. Laut Bauaufsicht und Denkmalpflege handelt es sich um ein „Einzeldenkmal, das in das Verzeichnis der Baudenkmäler eingetragen ist“. So beschreibt auch der vom Besitzer beauftragte Immobilienmakler Wil Decker aus Stuhr das Anwesen, zu dem neben dem Haupt- auch ein Nebengebäude gehört. Schon seit einigen Jahren steht das ortsbildprägende Ensemble leer. Überlegungen, das Haus als Treffpunkt für die Bevölkerung zu nutzen, sind bisher im Sande verlaufen.

Die Arbeitsgruppe Zukunftsvision Asendorf hatte vor einiger Zeit die Idee, das um 1900 errichtete Gebäude zu erwerben. „Die Zukunftsvision hat in den Jahren 2013/14 einen Raum für sich gesucht“, sagt Fredi Rajes, Sprecher der Gruppe. „Dieser Raum wurde 2014 in der heutigen Grundschule in Asendorf gefunden, er wird seitdem auch genutzt.“ 

Trotzdem sei eine mögliche Nutzung der alten Schule noch mehrfach Thema gewesen. „In den Versammlungen habe ich immer den Standpunkt vertreten, dass diese Idee nur mit einem schlüssigen Konzept – finanziell, personell und nachhaltig – weiter verfolgt werden kann“, sagt Rajes. „Ein solches Konzept konnte, auch von den Befürwortern, nie aufgestellt werden.“ Und gegen einen Kauf durch die Gemeinde Asendorf habe sich ebendiese gesträubt.

Bürgermeister gegen Erweb durch Gemeinde

Bürgermeister Heinfried Kabbert spricht von einem der „schönsten ortsbildprägenden Gebäude Asendorfs“. Er selber habe sein zweites Grundschuljahr „in diesen Mauern“ verbracht. Trotzdem halte er nichts von einem Erwerb durch die Gemeinde. „Von einem Ankauf der alten Schule durch die politische Gemeinde möchte ich abraten, da die Sanierungskosten vermutlich ein Mehrfaches des Kaufpreises ausmachen werden. Außerdem ist wirtschaftliche Betätigung nicht das Kerngeschäft einer so kleinen Gemeinde wie Asendorf“, erklärt der Bürgermeister. 

„Möglichen Investoren werden Rat und Verwaltung allerdings wohlwollend zur Seite stehen. Im Juni 2017 nahm ich Kontakt zum Makler auf, um mit einer Gruppe von Interessierten das Gebäude zu besichtigen.“ Leider habe sich jedoch bisher kein Käufer gefunden.

Als Preis für das denkmalgeschützte Gebäude sind auf www.immowelt.de 280 000 Euro angegeben. Es bietet 20 Zimmer auf 600 Quadratmetern Wohnfläche.

Zur Geschichte

Lange war in dem rötlichen Haus die Asendorfer Schule untergebracht. Ende der 1950er-Jahre begann dann die Zeit der Schulreformen. Zunächst wurden das neunte Schuljahr eingeführt und der Englischunterricht an Volksschulen aufgenommen. Da das Schulgebäude an der B6 zu klein wurde und sich die Lehrer durch den zunehmenden Verkehrslärm im Unterricht nicht mehr verständlich machen konnten, begann man mit dem Bau einer neuen Schule, nur wenige Meter vom alten Standort entfernt. 

Die zu dieser Zeit noch bestehenden Ein-Lehrer-Schulen in Kuhlenkamp, Brebber, Graue, Haendorf und Hohenmoor wurden nacheinander aufgelöst, die Schulkinder besuchten nun die neue „Mittelpunktschule“ in Asendorf (heute die Grundschule). Da das alte Schulgebäude an der B 6, in dem sich auch Wohnungen befanden, nicht mehr gebraucht wurde, verkaufte es der Schulträger im Jahr 1980 an eine Privatperson. In 81 bewegten Jahren hatte es den Schülern Asendorfs und später auch der Nachbardörfer als Unterrichtsstätte gedient. Nach dem Verkauf diente das Haus erst als Antiquitätengeschäft und danach als Durchgangslager für Umsiedler und Asylanten. Heute steht es leer.

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