Zingaros begeistert Publikum mit Roma-Melodien und argentinischem Tango

Gänsehaut pur: Da könnte man stundenlang zuhören

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Südländische Schwingungen verbreiteten die Musiker im Saal der Kastanie.

Hollen - Von Dagmar Voss. Traditionelle Roma-Melodien aus Osteuropa verschmelzen mit argentinischem Tango und begeistern das Publikum. Die mitreißende Musik des Trios Zingaros aus Córdoba, Argentinien, versetzt den pickepackevollen Raum im Theaterrestaurant Kastanie in Martfeld-Hollen in südländische Schwingungen, ein Genuss im nicht gerade kühlen Ambiente.

„New Gipsy Tango“ ist angekündigt und lockt am Donnerstagabend neben vielen deutschen auch mehrere rumänische Gäste an, schließlich sind die Zigeuner-Melodien in ihrem Heimatland zentrale Klang-Elemente.

Leidenschaft, gepaart mit hoher Sensibilität und professioneller Musikalität beweisen die drei glutäugigen Herren: Alejandro Montero (Gitarre, Balalaika, Bouzouki, Geige, Tambura, Saz und Mandoline), Musikprofessor David Macchione (Violine) und Alexander Garate (Akkordeon).

Schon die Auftaktakkorde – eine Melange aus sehnsuchtsvoll-schmelzenden Tango-Rhythmen und leidenschaftlichen Gipsy-Klängen – lösen johlenden Beifall aus. Die Begeisterung der Zuhörer hält sich bis zum Ende, bei den instrumentalen Stücken und bei denen mit Gesang auf Romani und Russisch – und auch bei den Einlagen der Gastgeigerin Birgit Hoffmann aus Bremen.

Wunderbar melancholisch-bluesig klingt die russische Ballade „Nitschewo“ mit Gänsehaut-Effekt. Ebenso die eher heißblütigen Stücke wie „Czardas of Monti“, das schmunzelnd mit ungarischen Klängen angekündigt wird. Auch die temperamentvoll-jazzigen Klangfarben von „Kako so so sam“, ganz im Sinti-Stil eines Django Reinhardt, ernten frenetischen Applaus.

Die faszinierende Fusion aus eher derb-lustiger Zigeuner- und der bitter-süßen argentinischen Tango-Musik wirkt einzigartig. Zingaros Genre wird charakterisiert durch Enthusiasmus und Euphorie, Melancholie und Sehnsucht. Dazu kommt das virtuose Zusammenspiel der Drei, das wie aus einem Guss wirkt und für eine lyrische Tiefe sorgt, der man stundenlang lauschen könnte. Ganz zu schweigen von dem Augenschmaus, die genialen Musiker bei ihrem großartigen Spiel zu sehen.

Die Organisatoren der Kulturplattform Martfeld im Heimat- und Verschönerungsverein freuen sich, dass sie sich mit dem Konzert an ein Experiment gewagt haben: Sie haben eine Band, die sonst riesige Säle füllt, in den eher kleinen Konzertraum der Kastanie geladen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall.

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