Das Ziel ist ein selbstbestimmtes Leben

Mit Unterstützung können Kinder mit Down-Syndrom ihren eigenen Weg gehen

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Große Fortschritte habe das kleine Mädchen, dessen Name nicht genannt werden soll, in der heilpädagogischen Frühförderung bereits gemacht, berichtet die Lebenshilfe Nienburg.

Nienburg - Es ist eine kleine Anomalie mit großen Auswirkungen – die Trisonomie 21, auch bekannt als Down-Syndrom. Dabei ist das 21. Chromosom nicht zweimal, sondern drei Mal vorhanden. Am heutigen 21. März wird mit dem internationaler Down-Syndrom-Tag auf diese Anomalie und ihre Folgen für die betroffenen Menschen aufmerksam gemacht.

Wie sehr das Down-Syndrom die Entwicklung eines Kindes beeinträchtige, sei individuell verschieden, berichtet die Lebenshilfe Nienburg, die im Rahmen ihrer Frühförderung Kinder mit dieser Anomalie unterstützt. In jedem Fall sei die richtige Förderung des Kindes entscheidend. Als Beispiele dafür, dass Menschen mit Down-Syndrom ein erfülltes und erfolgreiches Leben führen können, nennt die Lebenshilfe eine Frau, die als Fußballerin beim SV Sebbenhausen-Balge überregional für Schlagzeilen gesorgt hatte, und eine 21-jährige Französin, über deren Auftritt als Wetter-Moderatorin im Fernsehen auch hierzulande berichtet worden sei.

„Kinder mit Down-Syndrom brauchen mehr Zeit in der gesamten Entwicklung“, wird Heilpädagogin Marnie Kronshage in der Mitteilung der Lebenshilfe zitiert. „Schon im frühen Alter können Kinder durch heilpädagogische Frühförderung unterstützt werden, um ihre Fähigkeiten zu festigen und auszubauen.“

Die Lebenshilfe Nienburg bietet im Rahmen der Flexiblen Hilfen diese Förderung an. So begleitet und unterstützt Kronshage beispielsweise seit Oktober 2015 ein Mädchen mit Down-Syndrom. Die Förderung begann nach Vollendung des ersten Lebensjahres. Zwei Stunden wöchentlich arbeitet sie mit der Kleinen in den Räumen der Kindertagesstätten der Lebenshilfe. Im Zusammenspiel mit weiteren Therapeuten wie Krankengymnasten und Sprachtherapeuten wird sie ganzheitlich unterstützt: bei der Entwicklung von Sensomotorik, Sprache und Handlungskompetenz, dem Zusammenspiel von kognitiven Fähigkeiten, der Wahrnehmung und Motorik. Auch die Eltern sind eingebunden.

„Wir haben große Fortschritte gemacht“

Die Basis der Arbeit bildeten immer die individuellen Ressourcen des Kindes, erklärt die Lebenshilfe. Und die seien eben sehr unterschiedlich. „Wir haben große Fortschritte gemacht“, freut sich Kronshage über die Entwicklung ihrer kleinen Klientin. „Mittlerweile sitzt das Mädchen eigenständig und bahnt das Krabbeln an. Daran war vor ein paar Monaten noch nicht zu denken.“

Das Ziel ist die aktive und möglichst selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dass das gelingen könne, zeigten viele Beispiele, so die Lebenshilfe. Zumal Menschen mit Down-Syndrom ihren Zeitgenossen mit dem üblichen Chromosomensatz eines voraus hätten: ein im Allgemeinen offenes und freundliches Wesen. „Einfach erstmal offen auf jemanden zuzugehen und ihm oder ihr freundlich und aufgeschlossen zu begegnen, das ist ja in unserer Gesellschaft nicht unbedingt die Regel“, sagt Gabriele Friebe, unter anderem Geschäftsbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie bei der Lebenshilfe.

Dank umfassender Unterstützung habe das Mädchen, das zurzeit durch die heilpädagogische Frühförderung begleitet werde, gute Chancen, eines Tages ihren Weg allein gehen zu können. Ab Vollendung des dritten Lebensjahres bekomme sie einen Platz in einem Integrationskindergarten. Damit ende die heilpädagogische Frühförderung, und das Mädchen werde im Rahmen des Kindergartens weiter durch eine dortige Fachkraft unterstützt.

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