Ausschuss will Radroute an Eyter ausweisen

Der Weg ist das Ziel: Per Pedale von Broksen nach Thedinghausen

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Die geplante Fahrradroute soll von Bruchhausen-Vilsen bis Thedinghausen führen – durchs Bruch und entlang der Eyter.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Auf einem schönen Weg von Bruchhausen-Vilsen bis zum Erbhof in Thedinghausen radeln – das soll in Zukunft möglich sein. Zum Schutz vor Regen möchte die Samtgemeinde zusätzliche Hütten aufstellen, und eine erhöhte Plattform soll einen weiten Blick über die reizvolle Bruchlandschaft bieten. Das jedenfalls wünscht sich der Tourismusausschuss der Samtgemeinde: Einmütig stimmten die Mitglieder am Dienstagabend einem entsprechenden Antrag von Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft) zu.

Die Radroute soll – das Einverständnis von Thedinghausen vorausgesetzt – zunächst einen Teil der Meliorationstour abdecken und dann von Holschenböhl bis Thedinghausen an der Eyter entlangführen, wo man bestehende Wege an die Bedürfnisse der Fahrradfahrer anpassen könnte. Die Aussichtsplattform soll im Bereich Holschenböhl entstehen, eine neue Brücke mit Schutzhütte am alten Eyterwehr und weitere Hütten am Badefleet und nahe der Landesstraße 331 an der Eyter.

Bevor die Kommunalpolitiker am Dienstag im Rathaus Bruchhausen-Vilsen tagten, besuchten sie den Erbhof in Thedinghausen. Beeindruckend, was „da auf die Beine gestellt wurde“, fand die Ausschussvorsitzende Claudia Staiger (CDU).

Schon am 29. März 2015 hatte Schröder seinen Antrag formuliert, die Fahrradroute von Bruchhausen-Vilsen zum Erbhof zu „vervollständigen“ sowie neue Schutzhütten und eine Plattform zu bauen – erst jetzt setzte ihn die Verwaltung auf die Tagesordnung für den Tourismusausschuss. Verwaltungsvertreter haben zwischenzeitlich Gespräche zu diesem Thema mit der Samtgemeinde Thedinghausen geführt.

„Mein Wunsch war es, dass die Naherholung auch in den Mitgliedsgemeinden stärker aktiviert wird“, machte Schröder am Dienstag erneut klar. Er hatte bereits im Januar betont, dass nicht nur der Flecken Bruchhausen-Vilsen im Mittelpunkt touristischer Aktivitäten stehen dürfe.

Die Route durch das Bruch solle ausgewiesen werden, außerdem gebe es bisher nur eine Hütte zum Unterstellen, und zwar auf Süstedter Gebiet – viel zu wenig, erklärte der Schwarmer. Wenn der geplante Aussichtsturm in Bruchhausen-Vilsen realisiert wird, wäre laut Schröder eine Verlängerung des Radwegs dorthin sinnvoll.

Er forderte einmal mehr, regionaler zu denken: „Als Tourist kenne ich die Gemeindegrenzen nicht, und sie interessieren mich auch nicht – ich will die Highlights sehen.“ Andree Wächter (SPD) zeigte sich „etwas irritiert“ angesichts dieser Aussage: „Diejenigen, die schon länger in diesem Ausschuss sind, denken in Regionen“, sagte er. Die Highlights zu verbinden, hielt auch Wolfgang Griese für richtig. „Es lohnt sich, den Fahrradtourismus weiterzuentwickeln“, ergänzte der Christdemokrat. Das sah Bernd Schneider (Grüne) genauso: „Der Fahrradtourismus ist ein Zugpferd.“

Griese stellte das „Paddel und Pedale“-Angebot infrage, weil die Paddeltour „sehr wenig frequentiert ist“. Zustimmung erntete er von Walter Kreideweiß (Grüne). Verwaltungsmitarbeiterin Christa Gluschak gab indes zu bedenken, dass die Tour in Zusammenarbeit mit den Samtgemeinden Thedinghausen und Hoya angeboten wird, man also nicht allein über die Abschaffung entscheiden könne. Schröder bat, den Beschluss zu verschieben bis zu dem Zeitpunkt, an dem Investitionen fällig werden: „Wenn wir die Tour abschaffen, bevor die Einstiegsstelle reparaturbedürftig ist, wäre das ein Schildbürgerstreich.“ Auch Schneider warnte vor einer vorschnellen Entscheidung.

Seinen zweiten Antrag aus dem März vorigen Jahres, sich klar zu den Plänen des Turmbauvereins zu bekennen, zog Schröder zurück. „Der ist nicht mehr aktuell.“

Einen Rück- und Ausblick zur Entwicklung des Tourismus‘ in der Samtgemeinde gab Catrice Ehlers vom „TourismusService“. Das vom Tourismusausschuss verlangte Konzept blieb die Verwaltung allerdings schuldig.

Ehlers freute sich, dass der Kurpark umgestaltet wurde („Einige Bäume sind ersetzt worden“) und teilte mit, dass die Samtgemeinde Angebote zur Sanierung des Radwegs am Ringwall auf dem Heiligenberg angefordert habe. „Super“ angenommen werde die neue Lufttankstelle für Fahrräder am Büro des „TourismusService“.

Ehlers hat Gespräche mit Vertretern aller Mitgliedsgemeinden geführt, um mögliche Handlungsfelder zu erfassen. Im „touristisch sehr gut aufgestellten Flecken“ würden die Beteiligten gerne verkaufsoffene Sonntage mit einer Art Straßenfest koppeln. In Süstedt sind mehr Radwege, Stall- und Bauernhofführungen gewünscht.

Martfeld, nach Ehlers‘ Worten „kulturell super aufgestellt“, wünscht sich weitere Gaststätten, einen „Spargeldiplom“-Kurs sowie Touren mit Stopps beispielsweise beim Hofcafé Holste. Hermann Schröder wunderte sich daraufhin, dass Angebote für Motorradfahrer kein Thema seien, immerhin kämen sie bei gutem Wetter aus der ganzen Region nach Martfeld.

Eine Radtour mit Besichtigung der Molkerei ist für Asendorf angedacht, während Schwarme noch mehr Angebote für Kinder in Zusammenarbeit mit der Nutztier-Arche einführen könnte. In der ganzen Samtgemeinde möchte Ehlers gerne noch mehr regionale Produkte anbieten, die Absprachen zwischen Veranstaltern verbessern, weitere Übernachtungsmöglichkeiten schaffen und einige Schilder erneuern.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Christa Gluschak und erntete Zustimmung von Andree Wächter aus Bruchhausen-Vilsen: „Es ist immer wieder schön zu sehen, warum unsere Heimat lebenswert ist.“

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