Wwoofer helfen auf dem Hof Steigerwald in Ochtmannien

Gratisurlaub im Grünen

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Nina Steigerwald liebt das Leben auf dem Land und mit ihren Tieren.

Ochtmannien - Tiere versorgen, Ställe ausmisten, Unkraut jäten und Obst einkochen: Für manche Menschen klingt das nach entspannenden Tätigkeiten für den Urlaub. Für sie ist Wwoofing genau das Richtige. Wwoofer arbeiten einige Zeit unentgeltlich auf Bio-Bauernhöfen und erhalten dafür im Gegenzug freie Kost und Logis. Immer mal wieder kommen auch welche auf den Steigerwald-Hof in Ochtmannien.

Dort begrüßt sie Inhaberin Nina Steigerwald. Die 43-Jährige ist seit vier Jahren Mitglied im Verein Wwoof Deutschland. „Ich bin früher selbst viel gereist und habe überall Gastfreundschaft erfahren. Es ist toll, jetzt etwas zurückgeben zu können“, sagt Steigerwald. Zudem seien helfende Hände bei ihr immer willkommen. Denn auf ihrem Hof ist stets viel zu tun. Schließlich leben dort neben ihr, ihrem Mann Mario und ihrem Sohn Richard noch 25 Hühner, sieben Ponys, zwei Hunde und fünf Schafe.

„Die Teilnehmer entscheiden sich für das Wwoofen, weil sie ihren Horizont erweitern wollen. Sie lernen für einige Wochen oder Monate, je nachdem wie lange sie bleiben möchten, das Leben auf dem Land kennen und erfahren mehr über ökologische Belange“, sagt Steigerwald.

Bisher habe sie etwa 40 Personen, überwiegend Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, auf ihrem Hof empfangen. „Die Älteste war 70 Jahre alt.“ Die Gäste kämen überwiegend aus Städten in Deutschland, China, Kanada, Südkorea, Belgien, Frankreich und den USA. Die meisten hätten keine landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Vorkenntnisse gehabt und seien trotzdem mit der Arbeit zurecht gekommen.

Zurzeit kümmert sich die 43-jährige Gastgeberin um Wwooferin Linda Veltkamp (siehe Artikel rechts auf dieser Seite) aus Nordrhein-Westfalen. Wie auch alle anderen Helfer vor ihr hat Linda im Bauernhaus ein eigenes Zimmer. Küche und Bad teilt sie sich mit Familie Steigerwald. „Wir leben wie in einer Wohngemeinschaft zusammen“, sagt Nina Steigerwald, die versucht, Linda so viel wie möglich zu zeigen. Sie bringt ihr zum Beispiel bei, Sauerteigbrot zu backen, Pesto herzustellen, Schafe zu scheren, Klauen zu schneiden und Gras mit der Sense zu mähen.

Im Gegenzug hilft die 18-Jährige ihr bei der Arbeit mit den Tieren. Linda füttert unter anderem die Hühner, Ponys, Hunde und Schafe. „Kein Tag ist bei uns wie der andere“, betont Steigerwald. Immer wieder habe sie neue Aufgaben für ihre Helferin.

Manche Wwoofer kämen wieder, weil ihnen der Aufenthalt auf dem Steigerwald-Hof gut gefallen habe, andere reisten vorzeitig ab, weil sie mit der Stille auf dem Land nicht zurechtkämen. „In den allermeisten Fällen sind die Gäste für uns bereichernd“, sagt Steigerwald. Die Besucher profitierten von ihr und sie von ihnen. Die Wwoofer aus aller Welt unterstützten sie nicht nur tatkräftig, sondern brächten auch neue Ideen, Erfahrungen und frischen Wind auf den Hof.

So funktioniert Wwoofen

„Wwoof“ steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“ (internationale Möglichkeiten auf Bio-Bauernhöfen). Weltweit gibt es mehr als 6000 Höfe in rund 100 Ländern, die sich am Wwoofen beteiligen, davon rund 400 in Deutschland.

Interessierte, die in ihrer Freizeit auf einer Bio-Farm unentgeltlich aushelfen wollen, melden sich genau wie die Betreiber der Höfe, die Hilfe suchen, gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag beim Verein Wwoof Deutschland an. Nach der Registrierung stellt der Verein den Helfern die Kontaktdaten der Hofbetreiber zur Verfügung, damit sie dort anfragen und Aufenthalte vereinbaren können.

asc

www.wwoof.de

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