Bäuerliches Leben

Die Anmut des Alltäglichen im Dielenmuseum

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Sophie Wicke hat allerlei altes Geschirr gesammelt.

Wöpse - Von Ulf Kaack. Sie versteht sich als ehrenamtliche Botschafterin der bäuerlichen Kultur. Mit ihrem Dielenmuseum in Wöpse hat Sophie Wicke ein Kleinod geschaffen, das Dinge aus dem ländlichen Leben zeigt, die gerade hinwegdämmern in den Zustand der Vergessenheit.

Sophie Wicke ist eine beherzt-energische Frau mit vielen Leidenschaften. Sie liebt Rosen ebenso wie die schriftstellerische Arbeit. In der dunklen Jahreszeit widmet sie ihre Aufmerksamkeit der textilen Handarbeit oder der Kreation von Naturseifen. Und, das steht ganz vorne an: Das bäuerliche Leben in all seinen Facetten betrachtet sie als schützenswertes Kulturgut, dem viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Um die Erinnerung an das Landleben, so wie sie und ihr Mann, ihre Eltern und Großeltern es führten, zu bewahren, hat sie mit ihrem mittlerweile verstorbenen Gatten Heinrich Wicke in Wöpse das „Kleine Dielenmuseum“ eingerichtet. „Wir haben die Hofstelle mit den umliegenden Ländereien von meinen Schwiegereltern geerbt“, sagt die quirlige Rentnerin. „Sie wurde im frühen 19. Jahrhundert errichtet und immer mal wieder erweitert. Sieben Generationen unserer Familie haben hier gelebt und gewirtschaftet. Mein Heinrich ist hier groß geworden, und gemeinsam haben wir hier unsere Ehejahre verbracht.“

Auch alte Geräte sind im Museum zu finden.

Von so einem Erbe trennt man sich nicht, so der unumstößliche Standpunkt der beiden. So haben sie die Ländereien verpachtet, den Wohnbereich des Hofs vermietet und die Diele zum Ort einer musealen Sammlung gemacht. Eine Herzensangelegenheit.

Viel Bäuerliches hatte sich über viele Jahrzehnte hinweg im Familienbesitz angesammelt, vor allem Gebrauchsgegenstände. Weggeworfen wurde davon nichts. Was noch funktionierte, kam stattdessen in Kartons verpackt auf dem Boden, wurde im Keller und in Abstellräumen deponiert.

Diese auf den ersten Blick unspektakulären Schätze haben die Wickes gehoben, gesichtet und zu einer Dauerausstellung in ihrer Museumsdiele zusammengeführt: „Die Anmut des Alltäglichen haben wir abgebildet. Ziel ist es, das Andenken an die bäuerliche Kultur für die zu bewahren, die sie miterlebt haben, und sie für künftige Generationen zu erhalten.“

Gerne zeigt Sophie Wicke (rechts) Besuchern die Exponate.

Ein Ansinnen, das die in Lemke lebende Sophie Wicke auch in einem Buch festgeschrieben hat. Unter dem Titel „Rosen für Sophie“ hat sie anlässlich ihres 50. Geburtstags eine lyrische Autobiografie verfasst. Eingeleitet von jeweils einem inhaltlich passenden Aphorismus, hat sie für jedes Lebensjahr immer zwei Episoden niedergeschrieben. Erhältlich ist das Werk ausschließlich bei ihr im Dielenmuseum.

Doch zurück in den Ausstellungsraum. Dort, wo einst rechts und links das Vieh stand und in der Mitte die landwirtschaftlichen Großgeräte, reihen sich die Exponate auf. Sie folgen weder einer zeitlichen Chronologie noch didaktischen oder museumspädagogischen Ansätzen. Einfach auf Entdeckungsreise gehen, so das Credo, abtauchen in vergangene Zeiten: altes Geschirr, Textilien, Werkzeug, eine betagte Küche samt allen dazugehörigen Utensilien  … Dazu massive Bauernschränke, von Großmutter gewonnenes Leinen oder edles Sammelporzellan, teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammend. Anfassen ist erlaubt.

Eindrücke aus dem Dielenmuseum in Wöpse

Dielenmuseum in Wöpse
Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
Dielenmuseum in Wöpse
Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
Dielenmuseum in Wöpse
Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
Dielenmuseum in Wöpse
Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengr uppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
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Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack
Dielenmuseum in Wöpse
Das ländliche Leben steht im Dielenmuseum im Mittelpunkt. © Mediengruppe Kreiszeitung/Ulf Kaack

Dabei muss man das Ausgestellte nicht unbedingt auf eigene Faust erkunden. Gern führt die „Museumschefin“ ihr Gäste durch die Sammlung und kann fast zu jedem Exponat eine amüsante Geschichte erzählen.

Eine Ecke hat Sophie Wicke für ihre besondere Leidenschaft reserviert. Dort präsentiert sie handgemachte Seife. Naturprodukte, hergestellt aus hochwertigem Palm-, Raps- und Olivenöl. Nach eigener Rezeptur lässt sie Duftunikate in den Noten Rose, Zimt, Limette, Mango und Orange entstehen. Ein langwieriger Prozess ist das, denn auch Seife will reifen.

Geöffnet hat das Dielenmuseum, am Wöpser Berg 20 und damit recht abseits gelegen, immer sonntags von 14 bis 18 Uhr. „Häufig sind es Fahrradtouristen, die bei mir einen Stopp einlegen, viele Gäste kommen auch zielgerichtet angereist und wollen ihren Kindern zeigen, wie es früher einmal war“, sagt Sophie Wicke lächelnd. „Gerne koche ich dann einen Kaffee, meist ist auch frischgebackener Kuchen da. Das geht immer sehr familiär zu und viele Menschen kommen anschließend regelmäßig zum Klönen zu Besuch.“

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