Mehrere Gebäude niedergebrannt

Feuer zerstört rund 250 Jahre alten Reetdach-Hof in Wöpse

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Ein Reetdach-Anwesen aus dem Jahr 1775 ist in der Nacht auf Sonntag durch ein Großfeuer zerstört worden. Mehrere Gebäude gingen dabei komplett in Flammen auf. Der Schaden beträgt laut ersten Schätzungen eine halbe Million Euro.

Wöpse - Ein Großfeuer hat in der Nacht auf Ostersonntag ein historisches Fachwerk-Anwesen mit Reetdächern in Wöpse zerstört. Als der Alarm gegen 23.40 Uhr ausgelöst wurde und die Einsatzkräfte wenig später eintrafen, stand das Haupthaus des leerstehenden Anwesens bereits im Vollbrand, heißt es in einer Meldung von Feuerwehr-Sprecher Matthias Thom.

Der Brand des historischen Anwesens in dem Bruchhausen-Vilsener Ortsteil hatte bereits vor Beginn der Löscharbeiten auf ein unmittelbar angrenzendes Nebengebäude übergegriffen. Die Einsatzkräfte versuchten daraufhin ein weiteres mit Reet gedecktes Nebengebäude zu schützen, was ihnen aber trotz eines massiven Wassereinsatzes nicht gelang. Dieses und ein weiteres kleines Nebengebäude fingen ebenfalls Feuer und brannten weitestgehend nieder, berichtete Thom am frühen Sonntagmorgen.

Vier von sieben Gebäuden bei Brand zerstört

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Bruchhausen-Vilsen, Asendorf, Uenzen, Hoyerhagen und Hoya - aus Syke und Verden wurden zudem die dortigen Drehleitern und Begleitfahrzeuge angefordert. In Wöpse bereitere den Feuerwehrleuten die abgelegene Lage des Hofs Probleme.

Die Wasserversorgung musste aus Brunnen und Hydraten über mehrere Schlauchleitungen mit insgesamt zwei Kilometern Länge zur Einsatzstelle gelegt werden. Auf diese Weise konnten laut Matthias Thom die verbleibenden drei der insgesamt sieben Gebäude - zwei Scheunen und ein Backhaus - durch eine Riegelstellung vor den Flammen geschützt werden.

Brand auf Reetdach-Anwesen in Wöpse

Brand auf Reetdach-Anwesen in Wöpse

Im weiteren Verlauf des Einsatzes kamen zwei Bagger des Technischen Hilfswerks zum Einsatz, die über Stunden dabei halfen, das glimmende und qualmende Reet von den einzelnen Dachresten herunterzuheben, damit es neben den Gebäuden abgelöscht werden konnte. 

Bei Tageslicht zeigt sich das wahre Ausmaß des zerstörerischen Feuers. 

Der Rettungsdienst und die DRK-Bereitschaft standen in der Nacht für mögliche Notfälle bereit und unterstützen mit Getränken und Verpflegung. Insgesamt 140 Einsatzkräfte waren an dem Einsatz beteiligt. Gegen 10 Uhr am Sonntag sollten alle Nachlöscharbeiten beendet sein, berichtete Pressesprecher Thom auf Nachfrage.

Löscharbeiten dauern bis in den Sonntagmorgen

Obwohl das Feuer bereits nach kurzer Zeit unter Kontrolle war, musste der überwiegende Teil der Helfer noch bis in den Morgen hinein an der Einsatzstelle verbleiben, um immer wieder aufflammende Glutnester und das von den Baggern entfernte Reet nachzulöschen, berichtete Thom weiter. Durch die lange Einsatzdauer wurde auch die neue Logistikgruppe Nord der Kreisfeuerwehr zu ihrem ersten Einsatz alarmiert. Sie brachte sowohl Kraftstoffe als auch Schlauchmaterial und Atemluftflaschen an die Einsatzstelle. 

Laut Angaben von Feuerwehr und Polizei wurde bei dem Brand niemand verletzt. Das Anwesen war zuletzt unbewohnt und sollte offenbar verkauft werden. Die Polizei nahm noch in der Nacht die Ermittlungen zur Brandursache auf. Den Schaden schätzen die Polizeibeamten auf rund 500.000 Euro.

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