Technischer Defekt

Reetdachhaus am Heiligenberg nach Brand unbewohnbar

Fachwerkhaus, Giebel von Feuer zerstört
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Die Nachbarn bemerken den Rauch. Jetzt klafft ein Loch im östlichen Giebel.

Br.-Vilsen – Nach einem Feuer ist ein reetgedecktes Fachwerkhaus im Naherholungsgebiet Heiligenberg bei Bruchhausen-Vilsen unbewohnbar. Die Polizei macht jetzt Angaben zur Brandursache.

Update vom 10. März: Nach Ortsterminen am Montag und Dienstag stellten Brandermittler der Polizei sowie ein Sachverständiger den Grund für ein Feuer in einem Wohnhaus am Heiligenberg fest. Ursache für den Brand am Freitag ist ein technischer Defekt. Das teilt Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing auf Anfrage mit.

Ortstermin für Brandermittler

Das Feuer sei im Bereich des Kniestocks unterhalb des Daches ausgebrochen, lokalisierten die Experten bei ihrer Begehung. Wäre das Feuer nicht so früh erkannt worden, hätte es für das reetgedeckte Haus keine Rettung gegeben, sagte ein Sprecher der Feuerwehr nach dem Großeinsatz. Diese Meinung teilten Polizei und Sachverständiger, sagt Thomas Gissing.

Passanten entdecken Brand

Zwei Walkerinnen hatten am frühen Nachmittag Rauch aus dem Reetdach im Bereich des Schornsteins bemerkt und von einem Nachbarhaus aus die Feuerwehr alarmiert. Der Nachbar habe umgehend die Bewohnerin informiert, die sich daraufhin unbeschadet in Sicherheit bringen konnte, schildert Gissing. Eine Schadenssumme nennt die Polizei nicht. Das als Wochenenddomizil genutzte Haus aus dem 18. Jahrhundert gilt derzeit als unbewohnbar.

Artikel vom 9. März: Im Dach klafft ein Loch, doch nach einer Ruine sieht das Anwesen nicht aus. An der Tatsache ändert sich dadurch aber leider nichts: Die bald 300 Jahre alte Immobilie ist nach einem Feuer unbewohnbar. Fast 120 Feuerwehrleute hatten am Freitag um den Erhalt eines reetgedeckten Wochenendhauses am Heiligenberg gekämpft.

„Das Löschwasser perlt an Reet ab wie an Dachpfannen“, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Cord Brinker im Gespräch mit der Kreiszeitung. Von außen war dem Feuer also nicht auf den Leib zu rücken, das am Freitag gegen 14 Uhr für einen Großeinsatz in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sorgte. Sirenen in allen umliegenden Orten riefen die Einsatzkräfte ins Naherholungsgebiet. Gerade die Straße Am Heiligenberg ist bei Spaziergängern beliebt. Sie ist ungewöhnlich schmal, ja urig. Einige sehenswerte Fachwerk- und Reetdachhäuser schmiegen sich an sie. In einem davon brach am Freitag ein Brand im Dachstuhl aus. „Die Ursache ist unklar“, hieß es von der Polizei. Auch Montag konnte Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing noch nichts Neues berichten. „Unsere Brandexperten sind vor Ort“, teilt er auf Anfrage mit.

Feuer früh bemerkt

Das Reet hatte sich augenscheinlich im Bereich des Schornsteins entzündet. Von außen waren jedoch keine Flammen zu sehen. Nachbarn hatten aber den Qualm bemerkt und die Bewohner wortwörtlich rausgeklingelt. „Es war ein Glück, dass das Feuer so früh bemerkt wurde“, sagt Cord Brinker aus Sicht der Feuerwehr. Hätten sich die Flammen erst einmal durch das Naturmaterial gefressen, wäre das Feuer kaum zu löschen gewesen, mutmaßt er.

Dennoch habe die Feuerwehr dort kein leichtes Spiel gehabt, denn ein Innenangriff sei wegen der Architektur kaum möglich gewesen. Der Spitzboden sei gerade mal 1,2 Meter hoch. Der Angriffstrupp, zwei Feuerwehrkräfte unter Atemschutz, hätten die Flammen von innen nicht direkt erreichen können. „Das Löschen war nur von einer Dachbodentreppe aus nach links und rechts in den Raum möglich“, beschreibt Cord Brinker. Zudem hätten zahlreiche Kartons es unmöglich gemacht, die Flammen direkt zu erreichen.

„Um das Ausbreiten des Feuers zu verhindern, müssen wir ständig Wasser geben und das Reet muss abgetragen werden“, erklärt Cord Brinker das einschlägige Vorgehen. Eine mühevolle Arbeit, denn die Halme hatten sich vollgesogen. „Wasser und Schmutz spritzten in alle Richtungen“, schildert er die Situation für die Kräfte, die von einer Drehleiter aufs Dach gelangten, die eigens aus Bassum angefordert wurde. „Die Einsatzkräfte innen wie außen waren völlig durchnässt“, sagt er und erklärt damit den großen Personalaufwand dieses Einsatzes: Reet ist schwierig zu löschen, und die Einsatzstelle an der schmalen Straße ist schwierig zu bedienen.

Nach einer ersten umfangreichen Alarmierung der Feuerwehren aus Bruchhausen-Vilsen, Uenzen, Asendorf und Bassum folgten die Tanklöschfahrzeuge aus Engeln, Affinghausen und Martfeld. Über eine Art Zwischenlager in einem mobilen, 5 000 Liter fassenden Behälter, stellten diese im Pendelverkehr die Versorgung mit Löschwasser sicher, denn der nächste Hydrant liegt mehr als zwei Kilometer weit vom Einsatzort entfernt. Im Verlauf des Nachmittags rückten weitere Atemschutzgeräteträger nach, um ihre erschöpften Kameraden abzulösen.

Reetdachhaus unbewohnbar

Erst nach mehr als vier Stunden hieß es am frühen Abend „Feuer aus“. Als Brandwache verblieben einige Kräfte jedoch bis in die Nacht am Heiligenberg, um Glutnester gegebenenfalls rechtzeitig bemerken zu können. Ein Eingreifen sei aber nicht mehr nötig gewesen, so Brinker am Montag.

Auch das Deutsche Rote Kreuz war mit zahlreichen Fahrzeugen vor Ort. Bei einem Einsatz dieses Ausmaßes könne es zu Verletzten kommen, erläutert Cord Brinker das Großaufgebot. Es sei jedoch alles gut gegangen. Das DRK habe außerdem die Rolle des Versorgers übernommen und den Feuerwehrleuten mit Essen und Getränken wieder zu Kräften verholfen.

Auch die Besitzer konnten, dank ihrer aufmerksamen Nachbarn, körperlich unbeschadet das Haus verlassen. Da es sich um ein Wochenenddomizil handelt, haben sie durch Feuer und Löschwasser am Heiligenberg zwar viel verloren, nicht aber ihr eigentliches Zuhause.

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