Schützen aus Homfeld sagen als erster Verein ihr Schützenfest ab

Es wird nicht in den Mai getanzt

Als erstes Königshaus, das 24 Monate lang regiert, werden die Homfelder Majestäten um Andrè Brunotte in die Geschichte eingehen. Als erster Verein in der Samtgemeinde hat Homfeld sowohl das Schützenfest als auch den Tanz in den Mai wegen der Corona-Pandemie abgesagt. ArchivFotos: Oliver Siedenberg

Samtgemeinde - Von Anne-katrin Schwarze. „Den Tanz in den Mai in Homfeld gibt es schon seit Mitte der 1970er- Jahre, und im Laufe der Zeit ist diese Party weit über die Grenzen der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen hinaus bekannt und beliebt geworden.“ So beschreibt der Schützenverein Homfeld auf seiner Homepage ein Fest, das bei Generationen Junger und Junggebliebener keiner näheren Erläuterung bedarf. „Schweren Herzens hat sich der Verein dazu entscheiden müssen, den beliebten Tanz in den Mai wegen der Corona-Situation abzusagen“, teilt Tabea Schweers im Namen des Vorstands mit. Eine Entscheidung, die das Gremium seit Wochen beschäftigt habe.

„Das ist höhere Gewalt“, erklärt Vorsitzender Heinrich Schumacher die Entscheidung. Wie alle im Verein, habe er sich auf die Party gefreut, für die die Band „Certain Souls“ gebucht gewesen sei. „Dieser Schritt war für uns jedoch nicht zu umgehen“, betont er. Der Beschluss werde in die Vereinsgeschichte eingehen, denn nicht nur die Party fällt 2020 aus, soweit überliefert, findet erstmals auch kein Schützenfest statt.

Damit ist Homfeld der erste Schützenverein in der Samtgemeinde, der auf die zahlreichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit einer Absage der wohl größten Einnahmequelle des Schützenjahres reagiert.

„Wir warten noch bis zum Wochenende ab“, sagt hingegen Heiko Jung, Präsident des Kreisschützenverbands Martfeld-Schwarme, zum Thema Schützenfeste 2020. Aus dessen Reihen eröffnet Loge-Tuschendorf am 2. im Mai den Reigen der Feste. „Wir werden gemeinsam entscheiden“, kündigt Jung auf Nachfrage für die sieben Mitgliedsvereine an. Offen sei damit auch, ob das Verbandsschützenfest in Kleinenborstel gefeiert werden könne.

Ob und wie in diesem besonderen Jahr gefeiert werden kann, sei auch Thema im Kreisverband Bruchhausen-Vilsen. In ihm sind elf Vereine organisiert. „Wir warten die für Mittwoch angekündigten Entscheidungen ab“, sagt Vizepräsident Ralf Rohlfing auf Nachfrage. Heute wird erwartet, dass sich die Regierung zur weiteren Dauer der Maßnahmen äußert, die die Verbreitung von Covid-19 verlangsamen sollen.

„Diese Entscheidungen werden auch für uns richtungsweisend sein“, sagt Rohlfing, betont jedoch, dass jeder Verein für sich entscheide, ob er sein Schützenfest feiere oder verschiebe, sollten die Rahmenbedingungen es zulassen.

In diesem Jahr wäre Bruchhausen-Vilsen am Pfingstwochenende Ausrichter des Verbandsschützenfestes. Die Samtgemeinde hatte bereits vor Ostern entschieden, Veranstaltungen unter ihrer Regie bis einschließlich Pfingsten abzusagen (wir berichteten).

Im Schützenkreis Asendorf-Bücken ist man einen Schritt weiter. „Es ist nicht möglich, Schützenfest zu feiern. Wir haben das Verbandsfest am 9. Mai in Dedendorf abgesagt“, beantwortet Kreispräsidentin Miriam Helm eine Anfrage der Kreiszeitung.

Als Interessenvertretung von insgesamt elf Vereinen mische sich der Kreisverband jedoch nicht in die Planung der einzelnen Vereine ein. Hohenmoor und Dedendorf hätten ihre Schützenfeste bereits abgesagt. „Die anderen Vereine werden das nach den Möglichkeiten entscheiden, die die gesetzlichen Vorgaben geben“, sagt die Kreispräsidentin. Wo möglich, fände sie es schön, wenn die Schützenfeste nicht ausfallen, sondern verschoben werden könnten. Ob das für das Verbandsfest eine Option sei, könne sie aber noch nicht beantworten. „Wir stehen noch am Anfang aller Planungen.“

Die Homfelder gehen mit Stand von gestern davon aus, dass das Schützenfest 2020 entfallen wird. „Es wird schwierig, einen neuen Termin zu finden“, weiß der Vorsitzende: entweder feiere ein anderer Verein, es sei Sommerpause oder bereits Zeit für die Erntefeste.

Somit dürfte André Brunotte der erste Homfelder König sein, der 24 Monate lang regieren wird.

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