Große Voliere

Vilsener Ehepaar stellt Papagei Alfred vor: „Wir sind keine Tierquäler“

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Papagei „Alfred“ in seiner großen Voliere, deren Tür offen steht. Am Montag stellten ihn seine Besitzer in Martfeld vor.

Bruchhausen-Vilsen - Von Anke Seidel. „Wir sind keine Tierquäler“, betonen Anja und Henning Holste aus Martfeld, Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Sie sind die Besitzer von Papagei „Alfred“, für den Tierschützer des Papageienschutz-Centrums Bremen eine bessere Haltung erreichen wollen. Diese Zeitung hatte den Vorstand bei seiner Arbeit begleitet, aber bewusst den Namen und den Wohnort der Halter nicht genannt (siehe Bericht vom 16. November).

Bei dem unangemeldeten Besuch der Bremer hatten die Besitzer den Papagei nicht zeigen wollen. „Wir stehen im engen Kontakt zu anderen Papagei-Experten“, so Henning Holste zur Begründung.

Am Montag stellte das Ehepaar den 35 Jahre alten Papagei dieser Zeitung vor – in einer großen Voliere. Sie sei lange bestellt gewesen und am Montag vor einer Woche geliefert worden, sagt Anja Holste. „,Alfred‘ geht es seinem Alter entsprechend gut“, fügt sie hinzu. Das Ehepaar steht in engem Kontakt zum Veterinäramt des Landkreises Diepholz, bei dem eine Bremerin Ende Juli Anzeige erstattet hatte. Man erfülle den Aufgabenplan zur Ernährung, Pflege und Unterbringung, betont das Ehepaar.

Zu diesem Plan gehört auch die große Voliere. „Die Käfigtür steht immer offen“, betont das Ehepaar. Das sei vorher auch schon so gewesen. Fliegen könne „Alfred“ aber nicht mehr.

„Alfred hat mehr Platz als der Chef“

Dass der alte Käfig zu klein gewesen sei, das sei den Haltern nicht bewusst gewesen, fügt Rechtsanwalt Andreas Salfer hinzu. An ihn hatte sich das Martfelder Ehepaar gewandt, weil es sich als Opfer von Aktivisten des Papageienschutz-Centrums fühlt: „Sie haben falsche Anschuldigungen gegen uns erhoben“, blicken sie auf deren Veröffentlichungen bei Facebook. Das sei Rufschädigung. Deshalb soll das Centrum Schadensersatz leisten.

„,Alfred‘ hat mehr Platz als der Chef“, sagt Henning Holste, in dessen Büro die große Voliere steht. Dort habe der Papagei auch Kontakt zu Mitarbeitern und ebenso zu Saisonarbeitern, deren Wohnungen ganz in der Nähe lägen, so Anja Holste.

Auf Anraten des Veterinäramtes hatte sie den Papagei einer Tierärztin vorgestellt. Er sei auf einem Auge blind und habe auf dem anderen Ansätze für grauen Star. Ziel bleibe nach wie vor die Vergesellschaftung mit einem anderen Papagei. Aber ein passendes Partnertier müsse erst einmal gefunden werden. „Alfred“ gehöre seit drei Jahrzehnten zur Familie, deshalb solle es ihm gut gehen, so die Botschaft des Ehepaars.

„Wir machen alles für die Tiere auf unserem Hof“, sagt Henning Holste. Artgerechte Haltung sei oberste Maxime.

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