Sicherheit dennoch ein großes Thema

„Wir riegeln den Brokser Markt nicht ab“

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Marktmeister Ralf Rohlfing, Daniel Glatzel und Thorben Block von der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes Bruchhausen-Vilsen sowie Christina Meier (von links) vom Marktteam des Rathauses befassen sich seit Monaten mit dem Thema Sicherheit auf dem Brokser Markt.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Das Thema Sicherheit war für Marktmeister Ralf Rohlfing „schon immer“ wichtig. Schließlich will er, dass die Besucher den Brokser Markt unbeschwert genießen können. In Zeiten von Terroranschlägen gibt es jedoch immer mehr Menschen, die Angst haben und überlegen, Massenveranstaltungen zu meiden. „Man kann sich hier sehr sicher fühlen“, sagt Rohlfing.

Der Marktmeister sieht keine Notwendigkeit darin, den Markt komplett abzuriegeln. Der Brokser Markt ist ein familiengerechter und für jeden Gast offener Markt, betont Christina Meier vom Marktteam. Eine komplette Einzäunung kommt nicht infrage. „Zumal die Marktbeschicker oft direkt hinter ihren Fahrgeschäften wohnen“, fügt Rohlfing hinzu. In einem Notfall kämen sie dort eventuell nicht schnell genug weg.

Verkehrshindernisse schützen die Zugangsbereiche

Stattdessen ist der Marktplatz zu allen Seiten offen. Er hat sechs Ein- beziehungsweise Ausgänge, sodass Besucher das Gelände schnell verlassen können. Daher hält Rohlfing eine Massenpanik wie im Jahr 2010 in Duisburg für unwahrscheinlich. Damals waren 21 Menschen gestorben, als in einem Zugangsbereich zur Loveparade Panik ausbrach. So eine Situation befürchtet Rohlfing in Bruchhausen-Vilsen nicht.

Zuletzt hatten in verschiedenen Ländern mehrfach Autofahrer ein Fahrzeug in Menschenmengen gesteuert. Um solche Taten in Bruchhausen-Vilsen zu verhindern, werden vier der Zugänge durch Verkehrshindernisse eingeschränkt. Dazu dienen mit Sand befüllte Plastiksäcke, sogenannte Big Bags. Durch das Aufstellen dieser ist es laut Thorsten Heldberg, verantwortlich für die Organisation des Markts von polizeilicher Seite, nicht möglich, mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände zu fahren. Durch die Sicherheitsmaßnahmen sei nur noch ein langsames Einfahren in Schlangenlinien möglich. Fußgänger können problemlos passieren.

Bis zu 30 Einsatzkräfte des DRK sind jederzeit vor Ort

Schon vor Wochen hatten sich die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Feuerwehr und das Organisations-Team zusammengesetzt, um das Thema Sicherheit zu besprechen. „Das machen wir schon seit Jahren“, sagt Rohlfing. Und das jedes Jahr mehrmals. Themen waren unter anderem Fluchtwege sowie eine mögliche Evakuierung bei einem starken Unwetter oder einem Unfall. Dies sei auch ein Grund dafür, warum nicht alle Eingänge mit Hindernissen versehen werden. „Wenn man alles abriegelt, kann es in Bezug auf die Fluchtwege problematisch werden“, sagt der Marktmeister. Ob Rettungswagen oder Drehleiter, im Notfall müssen sie schnell auf den Markt und wieder vom Gelände herunter gelangen.

Um Verletzte zu versorgen, ist die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes permanent auf dem Markt vertreten. Diese bildete zu Jahresbeginn ein Team. Es beschäftigte sich mit dem bestehenden Konzept und erarbeitete Verbesserungen. „Dabei haben wir uns Anregungen auf anderen Märkten geholt“, sagt Thorben Block vom Organisationsteam des Sanitätsdienstes. In diesem Jahr hat das DRK seine Station erstmalig vom Brokser Jugendhaus in einen Container ausgelagert. „Aus Platzgründen“, sagt Daniel Glatzel vom Organisationsteam. Darin koordinieren zwei Personen die Einsätze, von denen es im vergangenen Jahr etwa 250 gab. Dabei gehe es um Insektenstiche, Folgen von Schlägereien oder Schwächeanfälle. Der Container steht vor dem Jugendhaus, in dem die Erstversorgung von Verletzten stattfindet. Zudem ist das DRK wie in den Vorjahren am Musikladen-Zelt vertreten. Es ist zu Spitzenzeiten mit 30 Personen im Einsatz – haupt- und ehrenamtliche. „Ein Notarzt ist ständig vor Ort“, betont Block. Unterstützt wird das DRK beim Transport der Verletzten vom Rettungsdienst des Landkreises. Für Notfälle gibt es laut Block einen sogenannten Manv-Plan vom Landkreis, also eine Strategie für einen Massenanfall von Verletzten. Dabei richtet sich das Vorgehen nach der Anzahl der Patienten.

Polizei erhöht ihre Präsenz

Der Sportplatz direkt neben dem Marktplatz könne zur Hubschrauberlandung genutzt werden. Auch bestehe ein Evakuierungsplan, damit der Platz schnell geräumt werden könne, erklärt Rohlfing. Zudem hat die Polizei ihre Präsenz im Vergleich zum vergangenen Jahr erhöht, sagt Heldberg. Zahlen wollte er nicht nennen.

In den Zelten sind die Betreiber laut Rohlfing selbst für die Sicherheit beispielsweise durch einen Sicherheitsdienst zuständig.

Die Fahrgeschäfte und Festzelte werden vor der Eröffnung des Heiratsmarkts vom Bauamt abgenommen. Auch der Brandschutz wird vom Landkreis überprüft. Damit alle bei der fünften Jahreszeit ohne Sorgen Spaß haben können.

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