„Räuberhaus der Bremer Stadtmusikanten“

Willkommen in der Wilke-Welt

Die Bremer Stadtmusikanten sind allgegenwärtig auf dem Anwesen des Ehepaars Wilke – so auch an der „Begrüßungsseite“ des Ateliers. Der Eingang ist links um die Ecke. - Foto: Horst Friedrichs

Asendorf - Von Horst Friedrichs. Einmal im Jahr bekommen sie eine Menge Besuch: Die Bremer Stadtmusikanten in ihrem „Räuberhaus“ in Asendorf-Steinborn glänzen dann vornehm zurückhaltend durch Abwesenheit, und doch sind sie überall auf dem Anwesen von Gisela und Klaus Wilke anzutreffen. In jeglicher nur erdenklicher Gestalt, von bunten Bildern bis hin zu nicht minder farbenfrohen Skulpturen, begegnen sie den Gästen des Hauses traditionell am Pfingstmontag jedes Jahres, wenn das Künstlerehepaar Wilke zur großen Vernissage lädt. Aber auch an allen übrigen Tagen sind Interessierte eingeladen, einfach hereinzuschauen und in die vor Kreativität nur so strotzende Wilke-Welt einzutauchen.

Nun steht das Ereignis des Jahres im „Räuberhaus der Bremer Stadtmusikanten“ und auf dem 6 500 Quadratmeter großen Grundstück wieder unmittelbar bevor. Am Pfingstmontag, 5. Juni, öffnen Gisela und Klaus Wilke ab 11 Uhr Tür und Tor. An der Vilser Straße, Ecke Steinborner Weg, haben die Besucher dann wieder Gelegenheit, den Anblick all der neuen Kunstgegenstände zu genießen, die die beiden Künstler innerhalb des zurückliegenden Jahres geschaffen haben. Eine überwältigende Vielfalt von Bildern in unterschiedlichen Maltechniken und Skulpturen aus verschiedensten Materialien präsentiert sich den Kunstfreunden auf Schritt und Tritt. Von Acryl bis Öl und von Holz bis Beton reicht die Spanne der Werkstoffe, aus denen die Wilkes ebenso bestechend schöne wie einprägsame Objekte schaffen.

Besucher können sich am Pfingstmontag noch einmal die Geschichte erzählen lassen, wie das heutige „Räuberhaus“ zum „Räuberhaus“ wurde – durch Gisela Wilkes Imagination nämlich, als sie beim ersten Besichtigen des einstigen Bauernhauses in Steinborn feststellte: „Das ist es. Das ist das ,Räuberhaus‘, in dem Esel, Hund, Katze und Hahn dem Grimmschen Märchen nach untergekommen sind.“ Heute hat ebendieses Haus in Asendorf-Steinborn längst einen festen Namen in der großen Gemeinde kunstbegeisterter Menschen, die ihrer Leidenschaft gern während eines Wochenend-Kurztrips frönen. Kunstklause und Kunstwald sind markante Punkte auf dem „Räuberhaus“-Grundstück, und dort lässt sich so manches ergründen – beispielsweise die Frage, was es mit dem „Steinbeißer“ oder einer Gedenkstätte der besonderen Art auf sich hat.

Gisela und Klaus Wilke in der Sofaecke ihrer Galerie, umgeben von einem kleinen Teil der vielen Kunstobjekte, die außerhalb und innerhalb ihres „Räuberhauses“ zu bewundern sind. - Foto: hfr

Gisela und Klaus Wilke kauften das Anwesen mit seinen mächtigen Kastanienbäumen vor 17 Jahren, nachdem sie zuvor in Uenzen gewohnt hatten. Zwei Flaggen zieren einen Giebel im Schatten der behütenden Baumkronen und repräsentieren Berlin und Franken.

Hintergrund: Klaus Wilke ist gebürtiger Berliner, und seine Ehefrau stammt aus der Nähe von Coburg in Oberfranken, jenem Teil des Freistaats Bayern, dessen Bewohnern nachgesagt wird, dass sie eher als fränkisch denn als bayerisch gelten möchten. Den Berliner Klaus Wilke verschlug es einst nach Coburg, wo er bei einer dort ansässigen namhaften Versicherungsgesellschaft arbeitete. Naheliegende Schlussfolgerung: Dort lernten sich die beiden heutigen „Räuberhaus“-Künstler kennen.

Zum fünften Mal veranstalten sie jetzt ihre renommierte Vernissage. Das Atelier, in einem Nebengebäude des ehemaligen Bauernhauses untergebracht, ist der künstlerisch reich bestückte Mittelpunkt, der sich zugleich als Ausgangspunkt einer Besichtigungsrunde anbietet. Letztere könnte aber ebenso gut an der Kunstklause starten oder von dem einladenden Platz unter drei Kastanien in den Kunstwald führen. So oder so gibt es für die Besucher am Pfingstmontag jede Menge Möglichkeiten, sich in Kunstbetrachtungen buchstäblich zu verlieren.

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