Dieter Danowski aus Martfeld arbeitet als Münzensäger

Wenn aus Geld Schmuckstücke werden

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Dieter Danowski macht aus Münzen Schmuckstücke.

Martfeld - Von Regine Suling. „Ich habe mich in ein Fünf-Mark-Stück verliebt“, erinnert sich Dieter Danowski an einen ganz besonderen Besuch auf dem Bremer Kajenmarkt. „Da saß jemand und hat solch eine Münze gesägt.“ Der 41-Jährige aus Martfeld fing Feuer und dachte sich: „Das probiere ich auch.“ Er besorgte sich das nötige Material, sägte jeweils Kopf oder Zahl aus – und blieb dabei. Mittlerweile ist er nicht nur Münzensäger aus Leidenschaft, es ist seine Profession.

Vor 15 Jahren fing Danowski damit an; seit rund 13 Jahren verdient er sein Geld hauptberuflich damit, aus Münzen Schmuckstücke zu machen. Mit einer feinen Juwelierssäge holt der gebürtige Bremer das Besondere aus den Münzen hervor.

Aus einer mexikanischen Münze zum Beispiel sägte er die Schmetterlinge fein heraus – nur sie und der Rahmen sind von der eigentlichen Münze noch übrig geblieben. Wappen, Gebäude, Flora und Fauna: Die Motive sind vielfältig. „Aber sie müssen mich ansprechen“, sagt Danowski. „Dann juckt es mich noch richtig in den Fingern. Und ich hab daran noch so viel Freude wie am ersten Tag“, unterstreicht der Künstler. 

Das Ergebnis ist ein Hingucker.

Zwischen 25 und 30 Wochenenden pro Jahr ist er auf Kunsthandwerker-Märkten im Umkreis von 200 Kilometern unterwegs, um seine Kunstwerke an den Mann und die Frau zu bringen. „Die Herstellung mache ich unter der Woche“, erzählt Danowski.

In seinem Leben vor der Münzsägerei absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker und schloss dann eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann an. Fähigkeiten, die ihm bei seiner heutigen Tätigkeit zugutekommen. „Was ich jetzt mache, ist ein Mix aus meiner ersten und zweiten Lehre“, erzählt der 41-Jährige. 

Beim Sägen ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Aber darf man Münzen überhaupt zersägen und damit als Zahlungsmittel zerstören? „Ja“, sagt er. „Bevor ich meinen ersten Euro zersägt habe, habe ich bei der Bundesbank angerufen und mich erkundigt.“ Wenn man eine Münze besitze, erwerbe man zugleich das Eigentum daran, hieß es dort. Also: Das Zersägen ist rechtens.

Erst sei das ein Hobby für ihn gewesen. „Ich habe nebenbei Münzen zum Verschenken gesägt.“ Dann aber stieg die Nachfrage. „Und ich habe mich schnell entschieden, mich damit selbstständig zu machen und mein eigener Herr zu sein“, sagt Danowski. Langweilig wird es ihm noch immer nicht: Bei zwei Millionen Münzen auf der Welt gebe es schließlich Motive noch und nöcher. 

„Ich stehe auf alte D-Mark-Stücke“

Die Arbeit mit der Juwelierssäge indes erfordert eine ruhige Hand und viel Geduld: „Manche Münzen säge ich in einer halben Stunde aus, bei anderen dauert es bis zu fünf Stunden.“ Sein Grundmaterial, die Münzen, bezieht Danowski über das Internet oder auf Münzbörsen. Oft koste schon das Ausgangsmaterial eine Stange Geld.

Was sind seine Favoriten? „Ich stehe auf alte D-Mark-Stücke, zum Beispiel Fünf- oder Zehn-Mark-Münzen.“ Neben der Münzsägerei begann er vor rund sieben Jahren, aus Besteck Schmuck zu zaubern. Seine Frau Sandra hatte sich damals zwei aus Besteck gemachte Ringe gekauft. „Die waren einfach schlecht gemacht. Da dachte ich mir, das geht besser“, erzählt Danowski, wie er zur Herstellung von Besteckschmuck kam. 

„Außerdem ist das eine interessante Ergänzung zu den Münzen“, sagt der 41-Jährige, der aus Vollsilber und versilbertem Besteck zum Beispiel Ringe und Anhänger macht. Viele seiner Kunden würden auch ihr eigenes Kinderbesteck mitbringen und sich daraus etwas zaubern lassen. „Das ist schön persönlich“, findet Danowski (Telefon 04255/9838986).

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