Geschäftsführer: „Wirtschaftliche Ergebnisse nicht möglich“

Zu wenig Personal: Aus für Pflegedienst

Martfeld/Sulingen - Der „Ambulante Pflegedienst Beneke“ stellt am 31. März seinen Betrieb ein. Ursache ist der Fachkräftemangel: „Es ist uns nicht gelungen, die Anzahl unseres examinierten Stammpersonals deutlich und nachhaltig zu erhöhen. Damit wurde es uns verwehrt, eine Größe zu erreichen, die nachhaltig positive wirtschaftliche Ergebnisse möglich macht“, teilt Geschäftsführer Jörn Beneke mit.

Nach seinen Angaben ist der „Ambulante Pflegedienst Beneke GmbH“ im Frühjahr 2014 „mit viel Enthusiasmus“ in den Bereichen Martfeld und Sulingen gestartet. „Von Anfang an war es unser Ziel, im regionalen Umfeld unserer beiden stationären Einrichtungen und der Tagespflege unsere Kunden auch ambulant versorgen zu können“, erklärt Beneke, der auch beim Seniorenhaus am Park in Sulingen, beim Seniorenhaus Martfeld und bei der Tagespflege Martfeld als Geschäftsführer agiert. „Dies sollte nicht nur pflegerisch, sondern auch im hauswirtschaftlichen Bereich erfolgen.“

Zunächst sah es gut aus: „Nach einigen – für eine Neugründung typischen – Anlaufproblemen gelang dies. Mit etwa 20 Mitarbeitern wurde ein fester Kundenstamm bestmöglich versorgt. Mit dem Pflegestärkungsgesetz wurden die Leistungen der Pflegeversicherung im häuslichen Bereich stark erweitert. Davon profitierten alle Pflegebedürftigen, die ambulant versorgt wurden, deutlich“, fährt Beneke fort. „Dieses Wachstumspotenzial haben wir jedoch nicht ausschöpfen können.“

Keine nachhaltige Wirtschaftlichkeit

Deshalb habe der Pflegedienst schweren Herzens im Oktober vergangenen Jahres den Kunden in der Region Martfeld/Schwarme/Bruchhausen-Vilsen gekündigt. „Die Konzentration auf das Sulinger Land hat es uns zwar ermöglicht, in urlaubs- und krankheitsbedingten Vertretungsfällen weiterhin verlässlich zu arbeiten. Auch hat sich die Wirtschaftlichkeit verbessert, aber leider nicht so, dass nachhaltig positive Zahlen erwirtschaftet werden können“, sagt Beneke. Er bedaure die Auflösung sehr. Zurzeit führe er mit den Mitarbeitern Gespräche – mit dem Ziel, sie in einem der anderen Betriebe zu übernehmen.

„Wir können nur hoffen, dass die zurzeit erkennbaren Bemühungen, dem Fachkräftemangel im gesamten gesundheitlichen Bereich entgegenzuwirken, erfolgreich sein werden“, sagt der Geschäftsführer. „Sonst werden es nicht nur Neugründungen, die sich noch eine Stammbelegschaft aufbauen müssen, schwer haben, sondern zunehmend auch etablierte Einrichtungen.“ - mah

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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