Wegebau und Uferstreifen

2,8 Millionen Euro für die Flurbereinigung in Kleinenborstel

Vier Personen auf einem Feldweg mit einer Straßenkarte
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Auf einer Fläche von mehr als 1000 Hektar wird die Flurbereinigung in Kleinenborstel durchgeführt, erläutert Olaf Stührmann vom ArL (2. von rechts) bei einem Ortstermin mit Bürgermeisterin Marlies Plate, Gemeindedirektor Bernd Bormann und Arbeitskreis-Sprecher Heiner Köster (rechts). Auch der Weg entlang des Normannshauser Grabens soll saniert werden.

Kleinenborstel – „Der Staat achtet sehr genau darauf, was er sich noch leisten kann. Die Flurbereinigung wird das spüren“, sagt Olaf Stührmann, Dezernent beim Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) in Sulingen. Hätte auf der Einladung zum Ortstermin in Kleinenborstel nicht „Beginn des Flurbereinigungsverfahrens“ gestanden, Bürgermeisterin Marlies Plate hätte in diesem Moment vielleicht mit dem Schlimmsten gerechnet.

Aber natürlich kennt sie ihre Kleinenborsteler – was vor allem der Arbeitskreis in den vergangenen drei Jahren an Vorarbeit geleistet hat, ließ keinen Zweifeln zu: Das Landwirtschaftsministerium genehmigt das Verfahren mit einem Volumen von 2,8 Millionen Euro.

Mehr als 18 Kilometer Wege sollen ausgebaut, 6,5 Kilometer Uferstreifen naturnah gestaltet werden, sieht ein Katalog an Ideen vor, die dieser Arbeitskreis entwickelt hat, führte Projektleiter Heinrich Dammeier am Freitag aus.

Dass der „ökologische Part“ nicht außer Acht gelassen werde, freute Gemeindedirektor Bernd Bormann. Damit passe das Verfahren in Kleinenborstel besonders gut zum „Niedersächsischen Weg“, den das Land im vergangenen Jahr eingeschlagen hatte (siehe Kasten). Allein: Kleinenborstel habe bereits vor Jahren erkannt, „was hier nötig ist“, bescheinigte Stührmann dem Arbeitskreis Weitsicht.

„Dass noch vor Verfahrensbeginn ein Arbeitskreis aus 13 Personen so aktiv wird wie hier, ist etwas Besonderes und zeichnet Kleinenborstel aus“, sagte er an Heiner Köster gewandt, der als Sprecher des Kreises am offiziellen Beginn der Flurbereinigung teilnahm. Bernd Bormann bedankte sich bei seiner Kollegin Christa Gluschak für die enge Begleitung des Projekts.

Ohne die Einschränkungen der Corona-Pandemie hätte der Arbeitskreis deutlich öfter als siebenmal getagt, dennoch sei „das Ergebnis bisher sehr gut“, bewertete Stührmann und stellte heraus, dass sich die Gruppe nicht nur über andere Verfahren intensiv informiert, sondern auch Ergebnisse in anderen Orten begutachtet habe, um für Kleinenborstel zu einer tragenden Lösung zu kommen.

Als nächsten Schritt kündigte Olaf Stührmann eine Bürgerversammlung an, zu der er am liebsten erst einladen würde, wenn man sich tatsächlich wieder in größerer Gruppe treffen dürfe. Eine Online-Versammlung wolle er vermeiden, vor allem, weil kein Zeitdruck bestehe. Die Anordnung werde erst in der zweiten Jahreshälfte erlassen. „Wir wünschen uns ein Feedback aus Kleinenborstel“, sagte er, schickte aber bereits voraus, dass er „keinen Widerstand“ erwarte. „Der Arbeitskreis ist hier so vernetzt, dass das Verfahren von einer breiten Mehrheit getragen wird“, sei sein Eindruck. Eine breite Zustimmung sei allerdings die Voraussetzung, die Flurbereinigung wie geplant durchzuführen.

„Der Gemeinderat hat bereits zu 100 Prozent zugestimmt“, erinnerte die Bürgermeisterin. Mit 420 000 Euro werde er 15 Prozent der Gesamtkosten tragen. Bei den Teilnehmern verbleiben zehn Prozent. Den Löwenanteil von 75 Prozent und damit 2,1 Millionen Euro übernehmen EU, Bund und Land, sicherte Olaf Stührmann zu.

Idealerweise werde noch in diesem Jahr der Vorstand gewählt, damit sei das Gremium handlungsfähig. 2022 könne der planungsrechtliche Part angegangen werden, dann könnten im Frühjahr 2024 erste Baumaßnahmen beginnen, stellte er den Ablauf vor. Die Flurbereinigung auf einer Fläche von 1080 Quadratmetern und mit 175 Teilnehmern werde insgesamt elf bis zwölf Jahre dauern.

In dieser Zeit sollen 18,2 Kilometer Wege im Außenbereich saniert werden. Die Planung sehe vor, 13 Kilometer davon in Bitumen- und 4,7 Kilometer in Schotterbauweise auszuführen, ein weiterer halber Kilometer sei als Erdweg vorgesehen, informiert Heinrich Dammeier.

Das Kleinenborsteler Grünordnungskonzept sehe neben 6,5 Kilometern Uferstreifen je 500 Meter Blüh- und Saumstreifen sowie 2,8 Hektar Biotope und Feldgehölze vor, stellte er den Umfang der Maßnahmen vor.

Alle bisher bekannten Details zur Flurbereinigung in Kleinenborstel sind auf der Homepage www.martfeld.de unter dem Punkt Gemeinde zu finden.

Der Niedersächsische Weg

Der Niedersächsische Weg soll unter anderem dem Insektensterben aufgrund von Verlust von Nahrung und Lebensräumen gegensteuern. Dafür sollen unter anderem an allen Gewässern breitere Schutzstreifen eingeführen, auf denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nachweislich reduziert werde. Das im vergangenen Jahr verabschiedete Papier wird per Unterschrift getragen von Ministerpräsident Stephan Weil, Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Umweltminister Olaf Lies, Albert Schulte to Brinke, Präsident des Landvolk Niedersachsen, Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des NABU Niedersachsen und Heiner Baumgarten, Vorsitzender des BUND Niedersachsen.

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