Wecholder sucht archäologische Funde auf Äckern und in Kiesgruben

Kein Stein ist vor ihm sicher

+
Fritz Bischoff vor einer von vielen Vitrinen, in denen er seine Fundstücke aufbewahrt.

Wechold - Von Anne Schmidtke. „Steine sind vor mir definitiv nicht sicher“, berichtet Fritz Bischoff aus Wechold. Er sammelt sie seit Jahren und hat bereits einige beachtliche Entdeckungen gemacht: Faustkeile, Bernstein, versteinertes Holz und vieles mehr.

Zu seinen spektakulärsten Funden gehört der Henkel einer Kanne aus der römischen Kaiserzeit. „Den habe ich aus einer Kiesgrube“, berichtet Bischoff. Kiesgruben seien wahre Wundertüten. Dort könne man vieles entdecken. Er hat in einer zum Beispiel bronzene Lanzenspitzen gefunden. Seine Kostbarkeiten verwahrt der Landwirt bei sich zu Hause in Vitrinen auf.

Da er schon seit seiner Kindheit archäologische Funde sammelt, die er auf Äckern, in Kiesgruben, Steinbrüchen oder Abraumhalden findet, ist eine beachtliche Zahl an Schätzen zusammengekommen. Mit jedem Stück verbindet Fritz Bischoff eine besondere Erinnerung. „Die haben für mich alle eine Geschichte“, betont der 80-Jährige, der jahrelang den Verdener Mineralien- und Fossiliensammlern angehörte. Mit ihnen sei er in den Kiesgruben der Umgebung unterwegs gewesen, von denen die meisten heute renaturiert seien. „In einer habe ich Scherben von historischen Urnen gefunden, die ich dann wieder zusammengesetzt habe.“ Weitere Entdeckungen waren Rückenwirbel sowie Backen- und Stoßzähne von Mammuts. „Nach der letzten Eiszeit lebten die Tiere hier“, erklärt Bischoff. Daher kämen Fundstücke von den großen ausgestorbenen Säugetieren relativ häufig vor.

Mit den Verdener Mineralien- und Fossiliensammlern mischte er nicht nur die heimischen Gefilde auf, sondern war mit ihnen auch im Harz, im Sauerland und in der Oberpfalz, um unter anderem Erze, Kupferkies und Quarzkristalle zu suchen. „Ich habe immer den größten Stein mitgenommen“, sagt Bischoff lachend. Er erinnert sich daran, dass er und sein Sohn vor einigen Jahren einen circa 15 Kilogramm schweren Koloss mehrere Kilometer weit zum Auto geschleppt haben. Einmal ging es mit dem Verein sogar ins Ausland, nach England. „In Cornwall haben wir Zinnmaterialien gesucht – und gefunden.“

Sammler ist

regelmäßig unterwegs

Das Finden sei sowieso immer das Schönste. Daher sei er auch immer auf der Suche nach neuen Fundorten. „Ich war ehrenamtlich als Landschätzer beim Finanzamt in Syke tätig. Man läuft über Felder und hat Gelegenheit, Stellen zu sichten“, berichtet der 80-Jährige. Wenn er was Interessantes entdeckt hatte, sei er nach der Arbeit dort noch einmal hingefahren. Wer aufmerksam über Äcker gehe, finde immer etwas. Bischoff denkt gerne an einen Tag zurück, an dem er sich darüber aufregt hatte, dass auf seinem Rübenacker so viel Unkraut gewachsen war. Er jätete es gemeinsam mit seiner Frau. Plötzlich fand seine Gattin Pfeile- und Lanzenspitzen sowie Köpfe von Beilen und Äxten, und seine Mundwinkel seien schlagartig nach oben gegangen. „Ich hätte nie gedacht, dass wir dort so etwas finden würden.“

Noch immer ist der leidenschaftliche Sammler regelmäßig unterwegs. „Ein Freund leistet mir meistens Gesellschaft.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz in Mali

Deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz in Mali

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Meistgelesene Artikel

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Kommentare